26 außergewöhnliche Reiseziele, die (bislang) kaum besucht werden
Sehenswürdigkeiten abseits der Touristenmassen
Ob verlassene Tempel, brodelnde Krater oder pinkfarbene Strände – rund um den Globus gibt es spektakuläre Orte, die (bislang) fast niemand besucht. Warum? Manche sind schlicht unbekannt, andere nicht im Trend oder einfach schwer zu erreichen. Diese 26 Geheimtipps sind wie gemacht für alle, die am liebsten fernab von Selfiesticks und Souvenirshops reisen.
Entdecken Sie hier atemberaubende Orte ohne Menschenmengen – vielleicht ist ja Ihr nächstes Traumziel dabei?
Adaptiert von Alina Halbe
Amphitheater von El Djem, Tunesien
Das Kolosseum in Rom lockt jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher an – kaum ein anderes Monument steht so sinnbildlich für die Antike. Doch am anderen Ende des Mittelmeers wartet ein Amphitheater, das seinem berühmten Zwilling in nichts nachsteht.
Das Amphitheater von El Djem in Tunesien stammt aus dem 3. Jahrhundert und gilt manchen Experten sogar als architektonisch raffinierter als das Kolosseum selbst. Der Tourismus in Tunesien ist nach den Anschlägen von 2015 noch immer dabei, wieder Fuß zu fassen, obwohl das Land inzwischen auch wieder als sicheres Reiseziel gilt. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass man dieses antike Meisterwerk fast ganz für sich allein erleben kann.
Reiterstandbild des Dschingis Khan, Mongolei
Er zählt zu den berüchtigtsten Eroberern der Weltgeschichte – kein Wunder also, dass Dschingis Khan ein monumentales Denkmal gesetzt wurde: eine 30 Meter hohe Statue aus glänzendem Edelstahl.
Seit 2008 thront er hoch zu Ross, den Blick fest auf die endlose Weite der mongolischen Steppe gerichtet. Das überdimensionale Reiterstandbild steht in der Provinz Töw-Aimag, rund 54 Kilometer von der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar entfernt. Vielleicht liegt es an dieser abgeschiedenen Lage, dass sich bisher nur vergleichsweise wenige Reisende hierher verirrt haben.
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Hexenpass, San Marino
San Marino ist die älteste bestehende Republik der Welt und einer der sechs europäischen Zwergstaaten. Das winzig kleine Land ist komplett von Italien umschlossen und thront hoch über der umliegenden Region. Trotz seiner Schönheit gilt es – gemeinsam mit Liechtenstein – als eines der am seltensten besuchten Länder Europas. Beherrscht wird die alte Republik vom Monte Titano und den drei mittelalterlichen Türmen, die seit Jahrhunderten über sie wachen.
Schon bei der Auffahrt über die kurvige Straße erblickt man die Türme. Noch eindrucksvoller wird es allerdings zu Fuß: Der sogenannte Hexenpass verbindet die Festungen miteinander und erzählt zugleich eine Legende von jungen Frauen, die hier bei Vollmond ums Feuer getanzt haben sollen – schöne Aussichten inklusive.
Nationalpark Picos de Europa, Spanien
Der Nationalpark Picos de Europa im Norden Spaniens ist ein echtes Naturjuwel – mit stolzen 40 Gipfeln, die über 2.500 Meter in den Himmel ragen. Während die Einheimischen die schroffen Berge, klaren Bergseen, ursprünglichen Dörfer und die herzhafte Küche längst zu schätzen wissen, bleiben sie für viele der jährlich 85 Millionen Touristen, die nach Spanien kommen, noch immer ein Geheimtipp.
Ein echtes Highlight mittendrin ist der mächtige Naranjo de Bulnes (Bild), der mit den umliegenden Gipfeln an die Dolomiten erinnert – aber mit weniger Menschenmassen.
Kloster Chor Virap, Armenien
Während das Nachbarland Georgien seit einigen Jahren in Sachen Tourismus boomt, findet Armenien noch weitaus weniger Beachtung. Gut für alle, die es gerne ruhig mögen. Denn so lassen sich mittelalterliche Schätze wie das Kloster Chor Virap ohne Menschenmengen entdecken. Malerisch thront es auf einem Hügel – mit dem biblisch berühmten Gebirge Ararat im Hintergrund.
Das Kloster wurde im Jahr 642 n. Chr. gegründet, übersetzt bedeutet der Name so viel wie „tiefer Kerker“. Bis heute kann man den Schacht besichtigen, in dem der Heilige Gregor der Erleuchter der Legende nach im frühen 4. Jahrhundert gefangen gehalten wurde. Ganze 13 Jahre wurde er eingesperrt, um ihn vom christlichen Glauben abzubringen.
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Felsmalereien an der Kimberley-Küste, Australien
Die Kimberley-Küste im äußersten Nordwesten des Bundesstaates Western Australia zählt zu den abgeschiedensten Ecken dieser ohnehin schon entlegenen Region. Die wilde Landschaft aus zerklüfteten Inseln, hoch aufragenden roten Sandsteinfelsen und weiten Meeresarmen ist zugleich ein Gebiet von tiefer kultureller Bedeutung für die Aborigines.
In verborgenen Höhlen, etwa bei Raft Point, finden sich unzählige Felsmalereien. Viele davon zeigen Wandjina-Figuren – uralte Geisterwesen der Aborigines, die als Hüter von Regen, Wolken und Wasser gelten und eng mit der Schöpfung der Welt verbunden sind.
Kathedrale von Lincoln, Großbritannien
In Großbritannien stehen mehr als 40 Kathedralen – jede auf ihre Art ein Meisterwerk. Besonders eindrucksvoll ist aber die Kathedrale von Lincoln: ein gewaltiger gotischer Bau, der schon 1072 auf einem Hügel über den flachen, sumpfigen Ebenen von Lincolnshire im Osten des Landes errichtet wurde.
Heute liegt sie abseits der großen Autobahnen und ist schlecht an den öffentlichen Verkehr angebunden. Zudem werfen prominentere Gotteshäuser in London, Canterbury oder York einen langen Schatten, der die Kathedrale von Lincoln zum wenig besuchten Ziel macht.
Wer sich auf den Weg macht, wird aber reich belohnt: Vor Ort kann man nicht nur die majestätische Kathedrale selbst besichtigen, sondern auch einen Abstecher ins gegenüberliegende Lincoln Castle machen, in dem eine der vier bis heute erhaltenen Originalausgaben der Magna Carta zu sehen ist.
Fly Geyser in Nevada, USA
Während sich am Old Faithful, dem wohl berühmtesten Geysir im Yellowstone-Nationalpark, jedes Jahr die Menschenmassen drängen, zieht es Abenteurer weiter südlich Richtung Nevada zu einem ganz besonderen Naturphänomen:
Die Hualapai Geothermal Flats beschreiben ein geologisch aktives Tal im Nordwesten des US-Bundesstaates, wo es einen Geysir in Regenbogenfarben zu entdecken gibt. Entstanden ist das eindrucksvolle Schauspiel durch Menschenhand:
1964 unternahm eine Firma für Geothermalenergien eine Testbohrung auf dem Gelände der Fly Ranch. Nachdem das Wasser, auf das man stieß, nicht heiß genug für die Energiegewinnung war, wurde der Bohrschacht entschlossen – allerdings nicht gut genug: Durch nach oben steigendes Wasser und Mineralablagerungen entstand der Fly Geyser mit seinen bizarren Kegeln, die heute bis zu 1,80 Meter hoch in die Landschaft ragen.
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Pink Sand Beach, Antigua und Barbuda
Ein Strand wie aus dem Bilderbuch: Auf der kleinen Karibikinsel Barbuda zieht sich ein rosafarbener Streifen Sand zwischen Spanish Point im Südosten und Palmetto Point im Südwesten entlang – umspült von warmem, türkisblauem Wasser und oft menschenleer. Seine zarte Farbe verdankt er Millionen winziger Muschelschalen, die den Sand zwischen Oktober und Januar besonders intensiv schimmern lassen.
Ganz einfach ist der Weg dorthin allerdings nicht: Die Fähren von Antigua legen zwar sechsmal pro Woche ab, müssen bei rauer See aber auch schon mal ausfallen. Und wer fliegt, tut das in einer winzigen Propellermaschine mit gerade einmal sieben Sitzen. Das Gute an den eingeschränkten Transportmöglichkeiten: Der pinkfarbene Strand ist nie überlaufen.
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Caracol, Belize
Die Ruinen von Caracol gehören zu den eindrucksvollsten Maya-Stätten Mittelamerikas – und gleichzeitig zu den am schwersten zugänglichen. Tief im Westen von Belize, versteckt im dichten Dschungel des Chiquibul-Nationalparks, führt eine lange, holprige Piste zu den überwucherten Tempeln und Palästen.
Caracol gilt als Juwel der mittleren klassischen Periode der Maya-Zivilisation um etwa 600 n. Chr. Entdecker aufgepasst: Ein Großteil der Anlage ist bis heute noch gar nicht freigelegt. Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass die Stadt einst größer gewesen sein könnte als Tikal, die berühmte Maya-Metropole im heutigen Guatemala.
Philosophenweg in Kyoto, Japan
Kyoto zählt zu den meistbesuchten Städten der Welt – allein 2022 reisten mehr als 43 Millionen Menschen hierher. Zum Vergleich: Das ist rund 30-mal so viel wie die Stadt Einwohner hat. Doch selbst in dieser oft überfüllten Touristenhochburg gibt es Rückzugsorte.
Nur rund 100 Meter nördlich des Tempels Eikandō im Stadtteil Higashiyama beginnt der sogenannte Philosophenweg. Der ruhige Spazierweg schlängelt sich am Kanal entlang bis zum Ginkaku-ji, dem Tempel des Silbernen Pavillons. Unterwegs laden kleine Cafés, Restaurants sowie zahlreiche andere Tempel und Schreine zum Verweilen ein. Einziger Haken: Während der Kirschblüte wird es auch dort voll.
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Iceberg Alley, Neufundland und Labrador, Kanada
Wer zum ersten Mal nach Kanada reist, landet meist in British Columbia, Ontario oder Alberta. Abenteuerlustige zieht es jedoch eher an die stilleren Ecken der Atlantikküste. Besonders Neufundland und Labrador – eine der von internationalen Reisenden am seltensten angesteuerten Provinzen des Landes – überrascht mit einem Naturspektakel der Extraklasse.
Jeden Frühling und Sommer treiben hier gigantische, bis zu 10.000 Jahre alte Eisberge von Grönland südwärts. Ein besonders guter Aussichtspunkt liegt in Goose Cove – mitten in der treffend benannten „Eisberg-Gasse“.
Paricutín, Mexiko
Eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Mexikos ist zugleich eine der am schwersten erreichbaren. Die Kirche von Nuevo San Juan Parangaricutiro im Bundesstaat Michoacán liegt zwar für sich genommen nicht abgelegen – doch das, was von ihr übrig ist, steht heute mitten in einem Meer aus erstarrter Lava. 1943 brach hier die Erde auf, binnen weniger Tage entstand ein immer weiter anwachsender Vulkankegel, explodierte und verschlang das Gotteshaus fast vollständig.
Der Vulkan wuchs über neun Jahre weiter und spuckte immer wieder Lava. So entstand der Paricutín – einer der jüngsten Vulkane der Erde. Am eindrucksvollsten erlebt man die bizarre Landschaft übrigens hoch zu Pferd, wenn man im nahegelegenen Dorf Angahuan losreitet.
GeoSea in Húsavík, Island
Auch auf Island haben Vulkane auf der Reykjanes-Halbinsel im Südwesten des Landes in den vergangenen Jahren für reichlich Turbulenzen gesorgt – in den Jahren 2023 und 2024 musste sogar Islands berühmte Blaue Lagune schließen. Für andere Bäder der Insel war das eine Chance, endlich mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. So wurde etwa die Sky Lagoon bei Reykjavík bei Reisenden beliebt.
Noch spannender ist allerdings ein Abstecher in den Norden: In Húsavík, einer kleinen Stadt, die einst für den Walfang bekannt war, lockt das GeoSea-Bad mit Infinitypools direkt am Rand einer Steilküste. Hier badet man in dampfendem, geothermisch erwärmtem Meerwasser, blickt über die Skjálfandi-Bucht – und kann sich an der Swim-up-Bar einen Drink im Wasser servieren lassen.
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Regenbogenberge im Zhangye-Danxia-Geopark, China
Die Pandemie hat den Tourismus in China schwer getroffen. Inzwischen pendeln sich die Besucherzahlen wieder auf Vor-Corona-Niveau ein, doch nur wenige Reisende zieht es in die entlegenen Regenbogenberge im Zhangye-Danxia-Geopark.
Versteckt in der Provinz Gansu im Nordwesten Chinas türmen sich hier Schichten aus Sandstein und Mineralien, die über Millionen Jahre entstanden sind. Bei Sonnenschein leuchten die Hänge in spektakulären Farben – ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst.
Aitutaki Lagune, Cookinseln
Dieser Ort kann schon allein aufgrund seiner absolut abgeschiedenen Lage nur schwer von Touristenströmen überflutet werden. Die Cookinseln im Südpazifik sind nämlich von so ziemlich jedem Ort der Welt weit entfernt – und selbst innerhalb der Inselgruppe gilt Aitutaki noch als abgeschieden.
Von der Hauptstadt Rarotonga aus erreicht man die winzige Insel nach einem rund 50-minütigen Flug. Und sobald der Blick über die türkisfarbene Lagune schweift, ist klar: Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt.
Die Lagune von Aitutaki ist ein kleines Stück vom Paradies – perfekt zum Schnorcheln zwischen leuchtend bunten Fischen, zum Entspannen an puderweißen Stränden und zum Schlemmen von fangfrischem Meeresfrüchten direkt aus dem kristallklaren Wasser.
Exploradores-Gletscher, Chile
Die Eishöhlen im Exploradores-Gletscher in Patagonien wirken wie aus einer anderen Welt – und sind entsprechend schwer zugänglich. Allein bis zur Gletscherzunge muss man eine Strecke per Flugzeug und Jeep zurücklegen, das letzte Stück bewältigt man dann auf einer anspruchsvollen Wanderung.
Ende Oktober 2023 brach ein riesiges Stück Eis ab, daraufhin stoppten Behörden die Eishöhlen-Touren aus Sicherheitsgründen komplett. Nach eingehender Prüfung wurde Anfang Februar 2024 eine neue, sicherere Route eröffnet – allerdings mit höheren Anforderungen und nur im Rahmen geführter Ice-Trekking-Touren. Wer also Erfahrung hat und mit gutem Guide unterwegs ist, darf heute wieder auf den Gletscher.
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Serra da Estrela, Portugal
Portugal zieht mit den Stränden der Algarve, angesagten Städten wie Lissabon und Porto oder den Weinterrassen im Douro-Tal jedes Jahr Millionen von Menschen an. Doch nur wenige reisen in die Serra da Estrela – das höchste Gebirge des Landes samt Nationalpark.
Zu den Höhepunkten zählen der fast 2.000 Meter hohe Torre, Portugals höchster Gipfel, und das idyllische Gletschertal rund um den Fluss Zêzere. Besonders spektakulär ist auch der Covão dos Conchos: ein künstlicher See mit einem moosbewachsenen Trichter, der das Wasser wie von Zauberhand verschwinden lässt.
Krater von Derweze, Turkmenistan
Der Krater von Derweze mitten in der Wüste Karakum ist ein 70 Meter breiter Schlund, der seit 1971 unaufhörlich brennt. Seinen Spitznamen „Tor zur Hölle“ trägt er nicht ohne Grund: Wer in einer klaren Wüstennacht unter funkelndem Sternenhimmel vor dem fauchenden, spuckenden Feuerloch steht, versteht sofort, warum.
Ähnlich wie der Regenbogen-Geysir in Nevada geht dieses Spektakel auf Menschenhand zurück: Sowjetische Geologen stießen bei einer Bohrung auf Erdgas, das in die Atmosphäre entwich. Um giftige Dämpfe zu vermeiden, setzten sie das Gas kurzerhand in Brand – seitdem lodern die Flammen ununterbrochen.
Dass sich nur wenige hierher verirren, überrascht kaum: Wer als Individualreisender ins Land möchte, muss eine geführte Reise oder zumindest eine lokale Agentur buchen, die diese Einladung besorgt. Zusätzlich verlangt der Staat, dass Reisende während ihres Aufenthalts offiziell von einem sogenannten Bürgen „betreut“ werden.
Tempelstadt Mỹ Sơn, Vietnam
In Vietnam ziehen die meisten Reisenden der Küste entlang von Hanoi im Norden bis Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden. Auf dieser Route liegen viele der bekannten Sehenswürdigkeiten, doch auch fernab davon hat das Land jede Menge zu bieten. Etwa die Tempelstadt Mỹ Sơn, die nur eine Autostunde von Hội An entfernt ist.
Die Anlage ist in eine spektakuläre Landschaft eingebettet und die faszinierenden hinduistischen Ruinen selbst stammen aus der Zeit zwischen dem 4. und 13. Jahrhundert. Es sind die letzten Überreste der einstigen Hauptstadt des geheimnisvollen Champa-Reiches. Dieses mächtige Königreich beherrschte über Jahrhunderte weite Teile Mittelvietnams und war stark vom indischen Hinduismus geprägt.
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Binnensee Sørvágsvatn, Färöer-Inseln
Wenn man den richtigen Aussichtspunkt samt Blickwinkel erwischt, wirkt der Binnensee Sørvágsvatn auf der Färöer-Insel Vágar, als schwebe er über dem Atlantik. Das Ganze ist natürlich nur eine optische Täuschung – aber eine, die man gesehen haben muss.
Leicht zu erreichen ist dieses Naturschauspiel allerdings nicht: Direktflüge zwischen Deutschland und den Färöer-Inseln gibt es derzeit keine. Stattdessen führt der Weg meist über mindestens einen Zwischenstopp, typischerweise in Kopenhagen. Von dort aus fliegt man dann weiter zur Insel Vágar.
Dort führt eine etwa einstündige Wanderung von Miðvágur bis zur Südspitze des Sees, wo sich dort die Illusion am eindrucksvollsten entfaltet.
Thimphu Tshechu Festival, Bhutan
Hoch oben im Himalaya liegt das kleine buddhistische Königreich Bhutan, das sich lange Zeit von der Außenwelt abgeschottet hat. Statt Bruttoinlandsprodukt zählt hier das „Bruttonationalglück“ – und auch der Tourismus folgt eigenen Regeln: Wer einreist, muss eine tägliche Gebühr entrichten.
2023 wurde diese von 200 auf 100 US-Dollar (86 Euro) gesenkt – ein guter Zeitpunkt also, um Bhutan zu entdecken. Denn sollte der Andrang wachsen, könnte der Preis wieder steigen. Besonders lohnenswert ist ein Besuch im September, wenn beim Thimphu Tshechu Festival farbenprächtige Maskentänze aufgeführt werden.
Fingal’s Cave auf den Hebriden, Schottland
Fingal’s Cave ist eine ganz besondere Höhle auf der kleinen Hebrideninsel Staffa. Sie wirkt wie ein Naturwunder aus einer anderen Welt: Die sechseckigen Basaltsäulen und das gewölbte Dach formen nicht nur ein atemberaubend geometrisches Bild, sondern auch eine ganz eigene Akustik, in der sich das Donnern der Wellen zu einer fast harmonischen Melodie verwandelt.
Erreichbar ist die Höhle nur per Boot – und kann auch nur vom Wasser aus betrachtet werden. Dennoch hat sie Künstler über Jahrhunderte inspiriert: Jules Verne, Komponist Felix Mendelssohn und sogar Pink Floyd fanden hier Anregung für ihre Werke.
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Tacugama Chimpanzee Sanctuary, Sierra Leone
Lange Zeit war Sierra Leone vor allem für seine Diamanten bekannt. Doch seit die Anfang Oktober 2025 verstorbene britische Primatenforscherin Jane Goodall 2019 das westafrikanische Land besuchte und der Schimpanse kurz darauf zum Nationaltier erklärt wurde, hat sich das Bild gewandelt: Heute ist der Schimpanse zum Aushängeschild des Tourismus geworden.
Deshalb ist Sierra Leone zwar noch kein klassisches Reiseziel, aber wer kommt, sollte unbedingt im Tacugama Chimpanzee Sanctuary vorbeischauen. Das 40 Hektar große Schutzgebiet liegt am Rand von Freetown, der Hauptstadt des Landes. Hier werden überall im Land gerettete Schimpansen aufgepäppelt und behutsam wieder an Artgenossen gewöhnt. Anschließend können sie in den weitläufigen, naturnahen Gehegen des Reservats artgerecht leben.
Hegra, Saudi-Arabien
Die antike Stadt Hegra nahe der Oase al-ʿUla in Saudi-Arabien erinnert auf den ersten Blick an die berühmte Felsenstadt Petra im Nachbarland Jordanien. Beide Orte wurden von den Nabatäern kunstvoll aus rotem Sandstein gemeißelt und spielten als Knotenpunkte auf der antiken Gewürzroute zwischen dem 4. und 1. Jahrhundert v. Chr. eine zentrale Rolle.
Während Petra heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens zählt und bei vielen Reisenden ganz oben auf der Liste steht, öffnet sich Saudi-Arabien erst seit einigen Jahren für den internationalen Tourismus. Dahinter steht ein Plan: Tourismus ist ein Schlüsselelement der „Vision 2030“, mit der das Land seine Wirtschaft diversifizieren will.
Aralsee, Kasachstan
Der Aralsee, einst der viertgrößte Binnensee der Welt, lag an der Grenze des heutigen Kasachstans und Usbekistans. Als die sowjetische Regierung in den 1960er-Jahren mitten in Zentralasien riesige Baumwollplantagen aufbauen wollte, wurden seine Zuflüsse für die Bewässerung der Felder umgeleitet. Der See schrumpfte infolge dramatisch – zurückblieben rostende Schiffe, gestrandet auf trockenem Boden, wo sie einst in Häfen lagen.
Aus der Umweltkatastrophe ist eine skurrile Touristenattraktion geworden, die jedoch kaum in ihrer Gänze erfahrbar ist – immerhin erstreckte sich der See früher über gewaltige 68.000 Quadratkilometer.
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