25 völlig überlaufene Attraktionen – warum Touristen hier zum Problem werden
Overtourism vom Vatikan bis zum Mount Everest
Einige der historisch bedeutsamsten und schönsten Sehenswürdigkeiten der Welt leiden immer mehr unter Massentourismus, zunehmender Kommerzialisierung und Selfie-verrückten Besuchern. Überfüllung, kitschige Souvenirläden oder Schäden an Gebäuden und der Natur sind nur einige der Folgen des ständigen Besucherstroms. Was passiert, wenn Reiseziele zu beliebt werden, sehen wir uns deshalb hier genauer an.
Werfen Sie mit uns einen Blick auf 25 Orte weltweit, die besonders stark unter Übertourismus leiden ...
Adaptiert von Barbara Geier und Tascha Walker Dean
Trevi-Brunnen in Rom, Italien
Der Trevi-Brunnen ist eine der beliebtesten Attraktionen in Rom. Früher konnten Besucher das barocke Meisterwerk noch in aller Ruhe bewundern, heute aber tummeln sich hier täglich bis zu 12.000 Besucher – und das alles nur, um das perfekte Foto zu schießen oder eine Münze ins Wasser zu werfen.
Riesige Reisegruppen schieben sich durch das Gedränge und es wimmelt nur so von Selfiesticks und Straßenhändlern. Anstatt den Brunnen und seine historische Bedeutung bestaunen zu können, ist man mittlerweile mehr darauf konzentriert, sich in der Menschenmasse zurechtzufinden.
Trevi-Brunnen in Rom, Italien
Nach einer dreimonatigen Renovierungsphase im Jahr 2024 wurde ein neues System eingeführt, das den Zugang zum historischen Monumentalbrunnen zwischen 9 Uhr und 21 Uhr auf 400 zeitgleiche Besucher beschränkt. Der Zeitslot für einen 30-minütigen Besuch muss vorher online gebucht werden und kostet zwei Euro.
Von einem romantischen Ambiente fehlt jedoch jede Spur. Die umliegenden Geschäfte und die Gastronomie richten sich vollkommen an Touristen – und der authentische römische Flair bleibt auf der Strecke.
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Mount Everest, Nepal
Bergsteigen und Trekking sind auf dem Mount Everest heute ein Riesengeschäft. Zwischen 700 und 1.000 Bergsteiger aus der ganzen Welt kommen jedes Jahr in den Himalaya. Ihr Ziel: den Gipfel des höchsten Bergs der Welt zu erklimmen.
Erstmals wurde er 1953 bezwungen – solche Menschenmassen wie heute gab es damals jedoch noch nicht. Wer also nach einem menschenleeren Höhenabenteuer sucht, ist hier definitiv falsch.
Mount Everest, Nepal
Im Jahr 2025 erreichten 846 Bergsteiger den Gipfel, und mehrere Tausend umwanderten ihn. Dieser Tourismusboom hinterlässt Spuren: Jedes Jahr werden riesige Müllberge auf dem Berg zurückgelassen. Dazu kommen menschliche Hinterlassenschaften und traurigerweise auch menschliche Überreste.
Die übermäßige Verwendung von Trekkingstöcken führt außerdem zu Bodenerosion und die Abhängigkeit vom Tourismus hat den Charakter vieler Himalaya-Dörfer verändert.
Altstadt von Dubrovnik, Kroatien
Die Altstadt von Dubrovnik ist in den letzten Jahren nicht nur durch die Hitserie „Game of Thrones“ zu einem beliebten Reiseziel geworden. Seit sie aber als Königsmund über unsere Bildschirme flimmerte, pilgern Fans der Serie und Neugierige in Scharen hierher, um die Drehorte zu bewundern.
Im August 2016 schlenderten an einem einzigen Tag mehr als 10.000 Besucher über die alten Stadtmauern. Noch im selben Jahr drohte die UNESCO damit, der Stadt aufgrund der hohen Besucherzahlen den Status als Weltkulturerbe zu entziehen.
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Altstadt von Dubrovnik, Kroatien
Der Übertourismus wird außerdem durch eine Kombination aus Billigflügen und Kreuzfahrtrouten begünstigt. Besonders Kreuzfahrtpassagiere verbringen oft nur wenige Stunden in der Altstadt, verstopfen die Straßen und kurbeln die Wirtschaft kaum an.
Ein weiteres Problem sind die immer beliebter werdenden Wochenendtrips, wodurch die Anzahl von Airbnbs und Hotels stark gestiegen ist. Das Ergebnis: Die einheimische Bevölkerung wird zunehmend aus der Innenstadt verdrängt. Im Jahr 2025 verzeichnete Dubrovnik über 4,2 Millionen Übernachtungen – bei einer Einwohnerzahl von nur knapp 43.000. Immerhin wurde die Anzahl der täglich anlegenden Kreuzfahrtschiffe bereits begrenzt.
Machu Picchu, Peru
Diese Sehenswürdigkeit in Peru steht bei vielen Menschen ganz oben auf der Reiseliste: Die mystische Inkastadt Machu Picchu liegt auf 2.400 Metern Höhe mitten in den Anden. Das UNESCO-Welterbe ist unbestreitbar beeindruckend, aber die Jahrhunderte alte Stätte leidet unter ihrer Popularität.
In ihrer Blütezeit beherbergte die von dem amerikanischen Forscher Hiram Bingham 1911 wiederentdeckte Stadt maximal 1.000 Menschen. Im modernen Touristenzeitalter waren es in der Hochsaison allerdings bis zu 5.600 Besucher pro Tag, was die Wege und Treppen der sensiblen Bauten enorm belastet hat.
Machu Picchu, Peru
2024 hat die peruanische Regierung den Zugang zu dem uralten architektonischen Wunderwerk mit einem neuen Besuchersystem geregelt, um den Massentourismus möglichst weit einzudämmen. Nun gibt es zeitlich gestaffelte Eintritte, zehn ausgewiesene Rundwege und eine maximale Besucherzahl von 2.400 Personen, die die prächtige Bergzitadelle betreten dürfen.
Die Sorge um den Erhalt von Machu Picchu wächst trotz der neuen Beschränkungen weiter – die täglichen Besucherzahlen überschreiten die von den Erbauern vermutlich vorgesehenen Zahlen schließlich um das doppelte.
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Venedig, Italien
Venedig ist inzwischen zu einem Negativbeispiel für Massentourismus und Kommerzialisierung geworden. Die malerischen Kanäle und historische Architektur ziehen jährlich Millionen Besucher an – und viele davon reisen per Kreuzfahrtschiff an. Diese Massen setzen die Infrastruktur des UNESCO-Weltkulturerbes enorm unter Druck.
Traditionelle Geschäfte und Kunsthandwerker wurden verdrängt und durch Souvenirläden und Fast-Food-Ketten ersetzt, die auf Kurzurlauber ausgerichtet sind. Die engen Gassen sind oft völlig überlaufen, was den Alltag der Einwohner zunehmend beeinträchtigt. Doch damit nicht genug: Die schiere Last des Fußgängerverkehrs in Verbindung mit dem steigenden Meeresspiegel trägt zur Erosion der ohnehin schon gefährdeten Stadtfundamente bei.
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Venedig, Italien
Wer auf ruhige Gondelfahrten und Spaziergänge durch einsame Gassen hofft, wird hier bitter enttäuscht. Das, was Venedig nämlich ausmacht, verschwindet durch die enormen Menschenmassen und die wirtschaftliche Ausschlachtung des Tourismussektors immer mehr. Paradoxerweise ist Venedig vom Tourismus abhängig, kämpft nun jedoch genau aus diesem Grund verzweifelt ums Überleben.
Die UNESCO-Welterbestätte befindet sich deshalb im Krisenmodus. Einige Maßnahmen, wie die Touristensteuer sowie Beschränkungen für Kreuzfahrtschiffe und die Begrenzung von Reisegruppen auf 25 Personen, wurden als Reaktion eingeführt.
Santorin, Griechenland
Santorin ist bekannt für seine weißgetünchten Häuschen mit blauen Kuppeldächern und traumhafte Sonnenuntergänge – und ihre Schönheit wird der einst ruhigen Insel mittlerweile zum Verhängnis. Täglich reisen Tausende Besucher an. Besonders zur Hauptsaison spucken Kreuzfahrtschiffe scharenweise Tagesgäste aus, die sich in den engen Gassen von Ia und Thira tummeln.
Traditionelle Wohnhäuser wurden in Luxushotels und Ferienhäuser umgebaut, wodurch die Mietpreise in die Höhe schießen und Einwohner verdrängt werden. Heute wird das authentisch-griechische Ambiente immer stärker von Souvenirständen, teuren Restaurants und überlaufenen Foto-Hotspots überschattet.
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Santorin, Griechenland
Die Ferieninsel hat ihre Belastungsgrenze erreicht und auch die Auswirkungen auf die Umwelt sind nicht zu unterschätzen: Der Wasserverbrauch, die Müllberge und Schäden an der Landschaft haben zugenommen. Es sollten Besucherobergrenzen eingeführt und die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe reguliert werden, doch bislang haben die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus Vorrang.
Eine ruhige Idylle suchen Reisende inmitten der Menschenmassen und Kommerzialisierung daher vergeblich.
Teotihuacán, Mexiko
Teotihuacán ist eine der prächtigsten und geheimnisvollsten antiken Städte Mexikos und vor allem für ihre beiden riesigen Pyramiden bekannt: die Sonnenpyramide und die Mondpyramide.
Da Teotihuacán von Mexiko-Stadt aus leicht als Tagesausflug zu erreichen ist, zieht die archäologische Stätte jedes Jahr Millionen von Besuchern an und zählt zu den beliebtesten Attraktionen des Landes.
Teotihuacán, Mexiko
Wie oft an solchen Orten gibt es in Teotihuacán Massen an Händlern, die ihre Waren an Touristen verkaufen wollen. Besonders hektisch wird es während der Tagundnachtgleiche im Frühling und Herbst, wenn Tausende die besondere Energie spüren wollen, die dem Ort dann nachgesagt wird.
Zum Schutz vor weiteren Beschädigungen der alten Bauwerke ist es inzwischen nicht mehr möglich, auf die Pyramiden zu klettern (im Bild). Besucher der Mondpyramide erreichen nur noch die erste Ebene und es müssen strikte Regeln eingehalten werden.
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Great Barrier Reef, Australien
Das australische Great Barrier Reef ist eines der sieben Naturwunder der Welt, erstreckt es sich doch über die enorme Länge von 2.301 Kilometern entlang der Ostküste des Kontinents.
In den dortigen Ferienorten hat sich eine riesige Tourismusindustrie entwickelt, die Reisende zu den Unterwasserwundern des Meeresparks bringt. Jährlich besuchen rund zwei Millionen Menschen dieses beeindruckende Weltkulturerbe.
Great Barrier Reef, Australien
Die Auswirkungen des Übertourismus auf die Gesundheit des größten Korallenriff-Ökosystems der Welt sind besorgniserregend.
Es gibt gut 820 Anbieter, die Besucher in 1.500 Booten zum Riff hinausfahren. Das Ergebnis ist oftmals ein Gedränge in Schnorchelmaske. Am besten bucht man also eine kleine Bootstour zum Außenriff oder zu den Inseln, um Menschenmassen im Wasser zu umgehen.
Chinesische Mauer
Diese mächtige Verteidigungslinie gegen Invasionen aus dem Norden ist das größte Bauwerk der Welt. Die Chinesische Mauer erstreckt sich über Tausende von Kilometern von Shanhaiguan an der Ostküste bis nach Jiayuguan im Westen.
Erbaut wurde die Mauer in mehreren Abschnitten ab 771 v. Chr., wobei große Teile während der Ming-Dynastie (1368–1644) entstanden sind.
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Chinesische Mauer
Heute muss die bedeutendste historische Stätte des Landes zwar nicht mehr feindliche Angriffe abwehren, dafür aber den jährlich rund zehn Millionen Besuchern standhalten.
Im Laufe der Jahre hat neben dem Übertourismus auch Vandalismus seine Spuren hinterlassen: Ziegelsteine wurden gestohlen und die Mauer mit Graffiti beschmiert. Die am meisten besuchten Abschnitte des Monuments liegen nördlich der Hauptstadt Peking, wie etwa Badaling. Hier wurde die Besucherzahl inzwischen auf 65.000 Personen pro Tag begrenzt.
Akropolis, Griechenland
Wo auch immer man sich in Athen befindet, die Akropolis, die seit Jahrtausenden hoch über der Stadt thront, ist fast immer im Blick. Abgesehen von dem natürlichen Zerfall aufgrund ihres hohen Alters zeigt die heilige Zitadelle aber auch menschliche Abnutzungserscheinungen.
Die Touristenhorden sind nicht zuletzt für erhebliche Erosionen an den Stufen der Propyläen, am Parthenon und am Hügel selbst verantwortlich.
Akropolis, Griechenland
Im Laufe jahrzehntelanger umfangreicher Restaurierungsarbeiten (im Bild) wurden die Schäden beseitigt. Dieser langwierige Prozess wurde durch die Finanzprobleme Griechenlands noch erschwert, die Bauarbeiten sind inzwischen allerdings abgeschlossen und die meisten Gerüste konnten abgebaut werden.
Laut den neuen Besucherobergrenzen dürfen nur noch 20.000 (und nicht mehr wie zuvor bis zu 23.000) Menschen pro Tag die antike Stätte betreten.
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Galápagos-Inseln, Ecuador
Die zu Ecuador gehörenden Galápagos-Inseln im Pazifischen Ozean waren einst ein abgelegenes und isoliertes Archipel. Inzwischen sind sie Opfer eines Tourismusbooms geworden, der in den 1960er-Jahren mit aus heutiger Sicht bescheidenen 1.000 Touristen pro Jahr begann. Nun ist diese Zahl auf rund 300.000 angestiegen.
Inzwischen gibt es große Bedenken hinsichtlich des Massentourismus und dessen Auswirkungen auf die einst unberührte Umwelt. 2007 wurden die Galápagos-Inseln bereits als gefährdetes UNESCO-Welterbe eingestuft.
Galápagos-Inseln, Ecuador
Wer auf den Galápagos-Inseln ein unberührtes Paradies am Ende der Welt erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Mit dem Ansturm der Touristen ist auch die Bevölkerung stark gewachsen – das merkt man besonders im überfüllten Hauptort Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz, der voller Souvenirshops ist.
Strengere Vorschriften sollen nun die Natur und die außerordentlich vielfältige Tierwelt schützen. Dazu gehören auch Beschränkungen für Boote. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie bei Ihren Erkundungen vielen anderen, mit Kameras bewaffneten Besuchern ausweichen müssen.
Stonehenge, England
Menschen pilgern bereits seit Jahrtausenden zu der Kultstätte Stonehenge im Süden Englands. Bis 1978 konnte die Öffentlichkeit noch frei zwischen den mächtigen prähistorischen Megalithen umherwandern.
Mit zunehmenden Besucherzahlen stieg aber auch die Gefahr von Schäden für den Steinkreis aus der Jungsteinzeit, sodass er eingezäunt wurde.
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Stonehenge, England
Wer heutzutage das mystische Bauwerk besucht, muss sich mit Massen an Reisebussen und dem Lärm einer naheliegenden Hauptverkehrsstraße auseinandersetzen. Besonders voll wird es zur Sommersonnenwende, wenn Tausende von Menschen hier den längsten Tag beziehungsweise die kürzeste Nacht des Jahres erleben möchten.
Kontroversen um den Ansturm auf Stonehenge gibt es weiterhin. Die 2013 erfolgte Eröffnung eines Besucherzentrums für 27,5 Millionen Pfund, was heute rund 38,8 Millionen Pfund (etwa 44,8 Millionen Euro) entspricht, hat jedoch bereits viel dazu beigetragen, das allgemeine Besuchererlebnis zu verbessern.
Petra, Jordanien
Die rosafarbene antike Stadt Petra lag mehr als 1.000 Jahre lang in der Wüste verborgen. Heute ist sie die größte Touristenattraktion Jordaniens und eine der berühmtesten Kulturerbestätten weltweit.
Die Besucherzahlen sind wie in vielen Teilen des Nahen Ostens aufgrund von Sicherheitsbedenken – nicht zuletzt wegen des Gaza-Krieges – zurückgegangen. Dennoch leidet die Region weiterhin unter den Auswirkungen des Tourismus.
Petra, Jordanien
Ob Touristen, die auf Eseln die Stufen zum Kloster hinaufreiten, oder Besucher, die umherlaufen und sich an die alten Mauern lehnen – die wertvollen Sandsteingebäude der spektakulären Wüstenstadt sind vielen Gefahren ausgesetzt. Auch Müll ist ein Problem für das antike Bauwerk.
Vor Reisen nach Jordanien empfiehlt es sich, die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise zu beachten.
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Höhle von Lascaux, Frankreich
Allein der Atem der Touristen hat in der prähistorischen Höhle von Lascaux in der Dordogne so unwiderrufliche Schäden verursacht, dass sie 1963 für Besucher geschlossen wurde.
1940 hatten Jugendliche diesen Ort mit seinen 600 unglaublichen Höhlenmalereien entdeckt, 1948 wurde er für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Höhle von Lascaux, Frankreich
In den Folgejahren besichtigten Tausende von Menschen die Höhle. Durch deren Atem stieg der Kohlenstoffdioxidgehalt im Höhleninneren und es kam zu irreparablen Schäden an den Malereien.
Seit 2016 ist Frankreichs berühmteste Höhlenkunst als Komplettnachbildung in einem Museumszentrum namens Lascaux IV. zu sehen. Es befindet sich am Fuße des Hügels, wo die ursprünglichen Höhlenmalereien entdeckt wurden.
Tal der Könige, Ägypten
Im Tal der Könige wurde 2014 eine weitere Nachbildung eines bedrohten Kulturerbes eröffnet. Nachdem das Originalgrab von Pharao Tutanchamun wegen Restaurierungsarbeiten schließen musste, entstand in mühevoller Kleinarbeit eine exakte Kopie seiner Grabstätte.
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Tal der Könige, Ägypten
Die bemalte Grabkammer des jungen Pharaos war seit ihrer Entdeckung durch den britischen Archäologen Howard Carter im Jahr 1922 unzähligen schwer atmenden Touristen ausgesetzt – was auch hier einige Schäden zur Folge hatte.
Nach langjährigen Restaurierungsarbeiten wurde das Grab 2019 mit neuen Besucherbarrieren und einem neuen Belüftungssystem wiedereröffnet.
Angkor Wat, Kambodscha
Angkor Wat ist ohne Zweifel die Touristenattraktion Nummer eins von Kambodscha, die jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern anzieht. Die riesige Tempelanlage mag den Zahn der Zeit, die Natur und den Bürgerkrieg im Land überstanden haben, doch die Auswirkungen des Massentourismus scheinen dem UNESCO-Welterbe nun zuzusetzen.
Teilweise als Versuch, die Besucherzahlen einzudämmen, haben die Behörden 2017 beispielsweise die Eintrittspreise für ausländische Touristen fast verdoppelt.
Angkor Wat, Kambodscha
Spirituelle Gelassenheit sucht man an dieser heiligen Stätte mit ihren vielen Selfie-knipsenden Touristen vergeblich. Seit den 1990er-Jahren sind die Besucherzahlen von 7.650 im Jahr 1993 auf mehr als eine Million im Jahr 2024 gestiegen.
Obwohl 2025 mit 955.131 etwas weniger Besucher kamen, haben die Massen nicht nur den Zauber dieses einmaligen Ortes zerstört, sondern auch Spuren auf den empfindlichen Sandsteinbauten hinterlassen. Viele Menschen auf engen Treppen und in schmalen Gängen vertragen sich eben nicht gut mit filigranen Steinmetzarbeiten und Gravuren an den Wänden.
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Sixtinische Kapelle, Vatikan
Die Decke der Sixtinischen Kapelle ist Michelangelos berühmtestes Meisterwerk und zweifelsohne atemberaubend. Aufgrund der Touristenmassen ist es allerdings fast unmöglich geworden, diesen Anblick wirklich zu genießen.
Für viele bleibt die Besichtigung des prächtigsten Kunstwerks der Vatikanstadt hinter den Erwartungen zurück. In den sozialen Medien sind Kommentare zu lesen wie „enttäuschend“ und „überbewertet“.
Sixtinische Kapelle, Vatikan
Die Warteschlangen für den Eintritt in die Vatikanischen Museen, wo sich die Sixtinische Kapelle befindet, sind unfassbar lang – außer man kauft sich ein teureres Ticket, um am Eingang nicht warten zu müssen.
Im Inneren muss man sich dann durch Menschenmassen kämpfen, um zur Kapelle zu gelangen. Und dann steht man schließlich mit all den anderen Touristen mit krummem Nacken unter dem Deckenfresko und macht sich Gedanken darüber, welche Auswirkungen die Millionen von Besuchern pro Jahr auf das 500 Jahre alte Kunstwerk haben müssen. Unweigerlich haben sie bereits deutliche Spuren hinterlassen.
Pyramiden von Gizeh, Ägypten
Die zwischen 2584 und 2561 v. Chr. erbaute Cheops-Pyramide von Gizeh ist das einzige noch erhaltene der sieben Weltwunder der Antike.
Seit Jahrtausenden zieht das gigantische Bauwerk gemeinsam mit den anderen Pyramiden in der Wüste vor den Toren Kairos Reisende in seinen Bann. Es ist fast unmöglich, beim Anblick nicht ins Staunen zu geraten.
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Pyramiden von Gizeh, Ägypten
Viele Besucher fühlen sich allerdings von den zahlreichen Straßenverkäufern und Händlern bei ihrer Besichtigung gestört.
Auch die wenig attraktiven Fast-Food-Läden und Wohnblocks, die in der Nähe des Gizeh-Plateaus gebaut wurden, trüben das Erlebnis. Ein neues Besucherzentrum, das vor einigen Jahren eröffnet wurde, soll hier Abhilfe schaffen.
Insel Ko Phi Phi, Thailand
Seit Maya Bay auf Ko Phi Phi im Jahr 2000 in dem Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio zu sehen war, ist diese (einstige) Traumbucht in Thailand regelrecht überrannt worden.
Touristen stoßen hier heute auf einen Ort, der mit dem unberührten Strand und dem klaren Wasser aus dem Hollywood-Klassiker kaum noch etwas gemein hat. Die Bucht war jahrelang von Booten und Menschenmassen überfüllt – zeitweise mit bis zu 5.000 Besuchern pro Tag. Die Folge war drastisch: Der Strand musste wegen Übertourismus geschlossen werden.
Insel Ko Phi Phi, Thailand
Heerscharen von Touristen und Müllberge haben dieses schöne Fleckchen Erde aus seinem paradiesischen Zustand gerissen. Ko Phi Phi wurde zum Opfer der eigenen Popularität und litt schwer unter dem Tourismusboom.
Zwischen 2018 und 2023 blieb der Strand geschlossen, damit sich das Ökosystem erholen konnte. Nun gibt es Pläne, die Besucherzahl auf 4.000 pro Tag zu begrenzen. Dann dürften nur noch 300 Menschen gleichzeitig das Strandparadies genießen – und das für jeweils eine Stunde.
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Taj Mahal, Indien
Im 17. Jahrhundert ließ der Großmogul von Indien, Shah Jahan, zum Gedenken an seine geliebte Frau Mumtaz Mahal ein Mausoleum erbauen, das heute weithin als eines der schönsten Bauwerke der Welt gilt.
Allerdings würde sich Mumtaz Mahal angesichts des Touristenzirkus, der sich um das imposante Bauwerk entwickelt hat, vermutlich in ihrem Grab umdrehen.
Taj Mahal, Indien
Es ist nicht ganz einfach, die schöne Architektur des Taj Mahal zu würdigen, wenn man sich gleichzeitig durch riesige Menschenmengen drängen muss. Das klassische Foto des Marmor-Mausoleums mit Spiegelung im Wasserbecken wollen schließlich alle.
Die vielen Souvenirverkäufer, Touristenführer und Händler, von denen man ständig angesprochen wird, tragen auch nicht gerade dazu bei, die Erhabenheit des Orts genießen zu können. Zumindest gibt es jetzt Zeitfenster am Morgen und am Nachmittag, die den Besucherandrang begrenzen. Ein ganztägiger Aufenthalt ist dadurch nicht mehr möglich.
Osterinsel, Chile
Die zu Chile gehörende Insel Rapa Nui ist als Osterinsel bekannt und liegt weit weg vom Rest der Welt im Südostpazifik.
In den letzten Jahren hat der Tourismus an dem einsamen Ort aber zugenommen: Menschen reisen aus der ganzen Welt an, um die riesigen Steinskulpturen der Moai zu sehen, für die Rapa Nui bekannt ist.
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Osterinsel, Chile
Ähnlich wie auf den abgelegenen Galápagos-Inseln gibt es immer mehr günstige Flüge zu der winzigen Insel sowie Kreuzfahrtschiffe, die dort Halt machen.
Die Bewohner von Rapa Nui machen sich daher inzwischen Sorgen über die Auswirkungen des Tourismus auf ihr kulturelles Erbe und ihre empfindliche Umwelt. Manche Touristen klettern beispielsweise auf die Steinstatuen oder beschädigen sie mutwillig. Da die Bevölkerung wächst, wird auch die Abfallentsorgung zunehmend zum Problem.
Uluru-Felsen, Australien
Im Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark im australischen Northern Territory zeigt sich die Outback-Landschaft von ihrer beeindruckendsten Seite. Hier erhebt sich der heilige Felsen Uluru (früher Ayers Rock) spektakulär aus dem flachen Buschland.
Die nächstgelegene Stadt Alice Springs ist zwar fünf Autostunden entfernt, aber trotz dieser Abgeschiedenheit kann es an dem Felsen ziemlich voll werden.
Uluru-Felsen, Australien
Ein relativ ruhiger Spaziergang um den Sockel des Monolithen ist zwar noch möglich, aber wer das bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang entstehende Farbenspiel sehen möchte, muss sich auf Gesellschaft einstellen. Reisegruppen und Rucksacktouristen versammeln sich dann am Straßenrand, um lautstark zu picknicken, zu grillen und „nebenbei“ den Felsen in verschiedenen Rot- und Rosatönen leuchten zu sehen.
Seit 2019 ist es zumindest nicht mehr möglich, den Uluru zu besteigen, der dem indigenen Volk der Anangu heilig ist.
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Halong-Bucht, Vietnam
An Bord einer traditionellen vietnamesischen Dschunke die berühmten Kalksteinfelsen der Halong-Bucht zu erkunden, steht auf der Liste der meisten Vietnamreisenden.
Nur per Boot lässt sich das Netz aus Höhlen, Grotten und Steinbögen dieses UNESCO-Welterbes aus nächster Nähe betrachten. Daher wimmelt es auf dem Wasser oft von Booten mit Touristen.
Halong-Bucht, Vietnam
Nicht wenige legen die Halong-Bucht inzwischen als einen überbewerteten Touristen-Hotspot ab – ein weiterer Ort, der einst magisch war und jetzt unter dem Tourismus mit all seinen Schattenseiten, einschließlich Vermüllung, leidet.
Die Schönheit der Landschaft ist zwar nach wie vor unbestreitbar, wer sich allerdings eine Entdeckungsreise abseits ausgetretener Pfade vorstellt, sollte die Bootsfahrt in die Halong-Bucht besser von seiner Liste streichen.
Backwaters von Kerala, Indien
Die sogenannten Backwaters im südindischen Bundesstaat Kerala, ein ausgedehntes Netz von Seen, Flüssen und Kanälen, sind für die Einheimischen ein integraler Bestandteil ihres täglichen Lebens. Sie bieten Trinkwasser, Waschgelegenheit, sind Transportwege und es wird in ihnen gefischt.
Einst waren sie verschlafen und idyllisch, doch seit Backwaters-Touren auf der Reiseliste von Touristen aus dem In- und Ausland stehen, hat sich das geändert. Die steigende Anzahl an Hausbooten bedroht das besondere Ökosystem dieser Region.
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Backwaters von Kerala, Indien
Wer morgens die Hafenstadt Alleppey besucht, wird Hunderte von Kettuvallam – zu motorisierten Hausbooten umgebaute Lastbarken – sehen, die ihre Passagiere absetzen und aufnehmen.
Die zunehmend überfüllten Gewässer werden durch ausgelaufenen Treibstoff stark verschmutzt und leider sieht man häufig, wie Bootsarbeiter Abfälle im Wasser entsorgen.
Antarktis
Endlose Weiten, praktisch unbewohnt und mit Eis bedeckt: Dass die Antarktis an Massentourismus leidet, mag überraschen. Zur Hochsaison zwischen Oktober 2023 und März 2024 wurden hier aber erstmals über 100.000 Besucher verzeichnet. Das sind 40 Prozent mehr als beim vorherigen Rekord.
Obwohl der Andrang zwischen 2024 und 2025 wieder leicht zurückgegangen ist, wächst angesichts des alarmierenden Aufwärtstrends die Sorge, ob der Tourismus hier überhaupt erlaubt sein sollte.
Antarktis
Wohlhabende Touristen werden durch die extreme Landschaft und die einmalige Natur gelockt. Einige Kreuzfahrtschiffe befördern sogar mehr als 400 Passagiere auf einmal an diesen Ort am Ende der Welt.
Umweltschützer befürchten, dass der Tourismus – mit all seinen CO₂-Emissionen – weiter zunehmen wird. Es werden Regulierungen gefordert, um den Kontinent und sein fragiles Ökosystem vor der Kommerzialisierung zu schützen.
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