7 der mysteriösesten Inseln der Welt – was sie so geheimnisvoll macht
Rätselhafte Eilande
Über die Weltmeere verstreut liegen zahlreiche abgeschiedene Inseln, an denen Geschichte und Legende aufeinandertreffen. Von isolierten Atollen, die durch Waffentests kontaminiert wurden, bis zu einsamen Eilanden, die Piratenschätze, außergewöhnliche Ökosysteme und Ruinen verlorener Zivilisationen verbergen, die folgenden Orte hüten alle ein Geheimnis.
Entdecken Sie hier sieben der mysteriösesten Inseln der Welt, die Experten bis heute vor Rätsel stellen.
Adaptiert von Laura Puttkamer
Gruinard Island, Schottland
Vor der Westküste Schottlands befindet sich ein isoliertes Fleckchen Land im Atlantik, das seit langem Theorien hervorruft. Gruinard Island wirkt zwar wie ein unscheinbares Stück Wildnis, doch verbirgt die Insel ein tödliches Geheimnis – und war deshalb fast 50 Jahre lang unzugänglich.
Während des Zweiten Weltkriegs weckte die Abgeschiedenheit von Gruinard Island das Interesse des britischen Verteidigungsministeriums, als die Regierung nach einem sicheren Ort für Biowaffentests suchte. 1942 kaufte das Kriegsministerium die 211 Hektar große Insel und begann mit geheimen Experimenten.
Gruinard Island, Schottland
Gruinard Island war bereits verlassen, als die Forschenden der Regierung anrückten. Lediglich einige Erdhügel und alte Steinruinen erinnerten an die früheren Bewohner, die die Insel 1920 verlassen hatten.
In den Dörfern entlang des schottischen Festlands wusste niemand von dem streng geheimen Projekt, das direkt vor der Küste durchgeführt wurde. Allerdings begannen bald Gerüchte unter den Einheimischen zu kursieren, als Schafe, Kühe und Pferde unerwartet zu sterben begannen.
Sponsored Content
Gruinard Island, Schottland
Was wirklich auf Gruinard Island geschah, wurde erst 1997 bekannt, als ein Film über die Experimente freigegeben wurde. Die Insel diente als Testgelände für die Entwicklung einer Milzbrand-Bombe, die tödliche Sporen freisetzen sollte. Schafe wurden über die Insel verteilt angebunden und einer Milzbrand-Wolke ausgesetzt. Innerhalb weniger Tage waren alle verendet.
Als die Experimente 1943 abgeschlossen waren, wurden sie als Erfolg eingestuft. Die Erde war jedoch jahrzehntelang mit Milzbrand (auch als Anthrax bekannt) verseucht und so durfte 48 Jahre lang niemand die Insel betreten. Seit der Dekontaminierung von Gruinard Island 1990 gilt die Insel als sicher, doch ihre düstere Geschichte sorgt noch immer für Spekulationen.
Osterinsel, Chile
Die Osterinsel (Rapa Nui) ist eine der abgelegensten bewohnten Inseln der Welt. Und doch besuchen jedes Jahr hunderttausende Touristen das abgeschiedene chilenische Territorium im Südpazifik, angezogen von den geheimnisvollen Steinstatuen, die über das Eiland verteilt sind.
Die mysteriösen Figuren, Moai genannt, wurden von der Rapanui-Kultur hinterlassen, deren Wurzeln auf eine Gruppe polynesischer Siedler zurückzuführen sind. Diese entdeckten die Insel gegen Ende des ersten Jahrtausends nach Christus. Zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert blühte hier eine bemerkenswerte Zivilisation, die zu anspruchsvoller Kunst und Ingenieurswesen fähig war. Das plötzliche Ende dieser Kultur ist noch heute Gegenstand von Spekulationen.
Osterinsel, Chile
Die mehr als 900 Moai-Statuen der Osterinsel wurden vermutlich zwischen 1250 und 1500 von den Rapanui geschaffen. Mit einem Gewicht von jeweils bis zu 86 Tonnen sind sie erstaunlich schwer. Wie die Monolithen vom Steinbruch, in dem sie gemeißelt wurden, über die Insel transportiert wurden, ist bis heute unklar. Allerdings deutet ihr eckiges Fundament darauf hin, dass sie möglicherweise mithilfe von Führungsseilen aufrecht vorwärtsbewegt wurden, ähnlich wie der menschliche Gang.
Auch der Zweck der Steinkolosse, die menschliche Figuren darstellen, ist ein Mysterium. Einer Theorie zufolge wurden die Moai geschaffen, um die Ahnen zu ehren und über der Gemeinschaft zu wachen. Allerdings gehen Wissenschaftler auch davon aus, dass die Standorte der Statuen Trinkwasserquellen markieren.
Sponsored Content
Osterinsel, Chile
Auf diesem Bild sind mehrere restaurierte Steinhäuser in Orongo zu sehen, einer bedeutenden Kultstätte der Rapanui, die in Verbindung mit dem Vogelmannkult steht. Dieser löste die Verehrung der Moai ab dem Jahr 1600 ab.
Als Europäer 1722 auf der Insel landeten, war die Rapanui-Kultur angeblich bereits zusammengebrochen und die Bevölkerung deutlich geschrumpft. Die Gründe dafür sind umstritten. Es heißt, die Ressourcen der Insel seien erschöpft gewesen, was zu Kriegen und Hungersnöten geführt habe. Kritiker machen allerdings die Europäer für den Zusammenbruch der Zivilisation verantwortlich. Demnach sollen die Seefahrer die Insel ausgebeutet und Krankheiten eingeschleppt haben.
Oak Island, Kanada
Oak Island vor der Südküste der kanadischen Provinz Nova Scotia ist Schauplatz einer seit über 200 Jahren andauernden Schatzsuche. Die Ursprünge dafür reichen bis ins Jahr 1795 zurück, als der Inselbewohner Daniel McInnis eine runde Vertiefung im Boden entdeckte. Gemeinsam mit Freunden grub er die Stelle weiter aus und legte einen tiefen Schacht frei, in dem sich Plattformen aus Eichenholz befanden.
Der Legende nach ist auf der 57 Hektar großen Insel ein Piratenschatz vergraben, geplündert von weltbekannten Freibeutern wie Blackbeard und Captain Kidd. Die Entdeckung des Schachts entfachte deshalb die Fantasie von Hobby-Forschenden. Hier im Bild lässt sich die Ausgrabung erkennen, die seitdem auch Schatzgrube genannt wird.
Oak Island, Kanada
1804 soll eine mit Symbolen beschriftete Steinplatte 27 Meter tief im Schacht entdeckt worden sein. Wo sich der Stein heute befindet, ist unbekannt (falls er jemals existierte), die angebliche Inschrift wurde 1949 aber mit folgenden Worten übersetzt: „40 Fuß tiefer sind zwei Millionen Pfund vergraben.“ Frühe Suchaktionen deckten angeblich auch ein System von Tunneln und Abflüssen auf, die zum Meer führten und ab einer bestimmten Tiefe den Schacht fluteten.
Versuche, das Geheimnis der Insel zu lüften, haben sich über die Jahrhunderte als äußerst gefährlich herausgestellt: Mindestens sechs Menschen sind auf der Suche nach dem mysteriösen Schatz ums Leben gekommen. Am Ufer der Insel erinnert heute deshalb ein Gedenkstein an die Verunglückten.
Sponsored Content
Oak Island, Kanada
Im Laufe der Jahre wurden an der Stelle mehrere Schächte gegraben, aber nichts Nennenswertes kam ans Licht. Die Verlockung des vergrabenen Schatzes brachte 1909 sogar Franklin D. Roosevelt auf die Insel, bevor er US-Präsident wurde. In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse am Mysterium von Oak Island aufgrund einer amerikanischen Reality-Show, die das Schicksal von Schatzsuchenden verfolgt, wieder gestiegen.
Oak Island befindet sich heute in Privatbesitz und überall auf der Insel verbieten Schilder Unbefugten den Zutritt. Wer auf die Insel möchte, muss sich im Voraus zu einer Führung anmelden.
Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann klicken Sie oben auf Daumen hoch und folgen Sie uns für weitere loveEXPLORING-Themen
Enewetak-Atoll, Marshallinseln
Die Marshallinseln mögen wie ein tropisches Paradies erscheinen, aber die abgelegene pazifische Nation hat eine geheimnisumwobene Vergangenheit. Die Eroberung der Inselkette durch die USA von Japan 1944 signalisierte den Beginn eines dunklen neuen Kapitels in ihrer Geschichte, denn die Atolle wurden zu einem Testgelände für Nuklearwaffen.
Hier im Bild ist das Enewetak-Atoll zu sehen, eine Kette von 40 Koralleninseln, auf denen während des Kalten Krieges eine Reihe von Experimenten stattfanden. Der Feuerball, der sich über die Landmasse erhebt, wurde durch die nukleare Seminole-Explosion verursacht, Teil einer Reihe von thermonuklearen Bombentests im Jahr 1956, bekannt als Operation „Redwing“. Informationen über die Experimente wurden erst in den letzten Jahrzehnten freigegeben.
Enewetak-Atoll, Marshallinseln
Insgesamt fanden zwischen 1946 und 1958 auf den Marshallinseln 67 Atomdetonationen statt, wobei 44 dieser Tests in der Nähe des Enewetak-Atolls durchgeführt wurden. Darüber hinaus wurde Runit Island, Teil der Enewetak-Kette, ab den 1970er-Jahren als Deponie für radioaktiven Abfall genutzt.
Dieses Bild von 1978 zeigt eine Gruppe amerikanischer Militäroffiziere in Overalls, die zusehen, wie eine Mischung aus kontaminierter Erde, nuklearem Abfall und Beton in einen Bombenkrater an der Spitze von Runit Island geschüttet wird. Der vergiftete Ort wurde danach mit einer 115 Meter breiten Betonkuppel abgedeckt.
Sponsored Content
Enewetak-Atoll, Marshallinseln
So sieht Runit Island heute aus. Vor der Küste ist ein Krater zu sehen, der während der Operation „Redwing“ durch den nuklearen Lacrosse-Test 1956 entstand. Am Ufer der Insel befindet sich die Betonkuppel, die den Atommüll bedeckt, und von Einheimischen nur „das Grab“ genannt wird. Laut Wissenschaftlern ist die Kuppel durch den steigenden Meeresspiegel einsturzgefährdet, was katastrophale Folgen für die Inseln und ihre Bewohner haben könnte.
Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge hat die Strahlung auf den Marshallinseln eine „nahezu irreversible Umweltkontamination“ verursacht. Die Marshallesen setzen sich weiterhin für die Wiederherstellung früherer Verhältnisse und damit für die Säuberung ihrer Heimat ein.
Roanoke Island, USA
Vor der Küste des US-Bundesstaats North Carolina befindet sich mit Roanoke Island der Schauplatz eines der verblüffendsten Mysterien der US-Geschichte. 1585 sollte hier die erste englische Kolonie gegründet werden, aber dieser Versuch scheiterte kläglich. Zwei Jahre später entsandte der britische Entdecker Walter Raleigh eine zweite Gruppe an Siedlern in Schiffen, die dem hier abgebildeten Kahn ähnelten. Ihr Ziel war die Flussmündung Chesapeake Bay, doch stattdessen landeten sie auf Roanoke Island.
Unter den 118 Siedlern befanden sich der Expeditionsleiter John White und seine schwangere Tochter Eleanor Dare, die das erste englische Kind in Amerika zur Welt brachte.
Roanoke Island, USA
Das Leben auf Roanoke Island war hart und die Beziehung zwischen den Siedlern und den einheimischen Algonquian, Secotan und Croatoan angespannt. Nach nur einem Monat machte sich White auf die beschwerliche Reise zurück nach England, um mehr Vorräte und Mitstreiter zu holen. Mithilfe der Verstärkung glaubte er, einen geeigneteren Siedlungsplatz im Landesinneren finden zu können.
Whites Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr nach Roanoke Island wurden jedoch zunichtegemacht. Ein versuchter Angriff durch die spanische Armada führte dazu, dass England alle Schiffe zur Verteidigung brauchte. Als White schließlich 1590 nach Roanoke Island zurückkehrte, fand er die Siedlung verlassen vor. Nur das Wort „CROATOAN“, das in einen Pfosten geritzt war, wies auf den Verbleib der Siedler hin.
Sponsored Content
Roanoke Island, USA
Sofort setzte White die Segel in Richtung der Insel Croatoan, die von den gleichnamigen Indigenen bewohnte war. Doch ein Sturm zwang ihn stattdessen zur Rückkehr nach England, und so wurde die verlorene Kolonie nie gefunden. Jahrhundertelang gab es Theorien über das Schicksal der Siedler. Im Lager hatte nichts auf einen Kampf hingedeutet, alles wirkte auf White, als seien die Häuser der Siedler abgebaut worden und die Bewohner freiwillig weitergezogen. Die hinterlassene Botschaft könnte darauf hindeuten, dass die Siedler auf Croatoan eine neue Heimat fanden.
Dieses Denkmal auf Roanoke ist den Siedlern und Whites Enkelin Virginia Dare gewidmet.
Sokotra, Jemen
Wer Sokotra im Indischen Ozean betritt, fühlt sich, als würde er einen außerirdischen Planeten betreten. Die abgeschiedene Lage der jemenitischen Insel direkt vor dem Horn von Afrika, in Kombination mit dem extrem trockenen Klima, hat eine der artenreichsten Landmassen der Erde geschaffen.
Mehr als ein Drittel der Pflanzenwelt der Insel findet sich nirgendwo sonst auf der Welt, wodurch die Landschaften nicht nur mysteriös wirken, sondern auch einzigartig sind. Eine Art, die nur auf der Insel wächst, zählt zu den Drachenbäumen: ein Baum mit pilzförmiger Krone und blutrotem Harz, dem sogenannten Drachenblut.
Sokotra, Jemen
Diese seltsamen Gewächse, die aus dem Wüstenboden aufragen, sind Flaschenbäume, die ebenfalls endemisch für Sokotra sind. Ihre breiten Stämme speichern Wasser, damit sie im trockenen Terrain überleben können.
Neben der ungewöhnlichen Flora beherbergt die Insel auch eine Reihe besonderer Tiere. 90 Prozent der Reptilienarten und 95 Prozent der Landschneckenarten auf Sokotra gibt es nur hier. Die Insel bietet auch einen wichtigen Lebensraum für gefährdete Vögel sowie ein vielfältiges marines Ökosystem, das 300 Arten von Krabben, Hummern und Garnelen sowie 253 Arten riffbildender Korallen umfasst.
Sponsored Content
Sokotra, Jemen
Sokotras mystische Landschaften faszinieren Besucher seit Jahrhunderten. Der Legende nach war schon Feldherr Alexander der Große vor mehr als 2.000 Jahren von der einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt der Insel angetan.
Drei Viertel der Landfläche Sokotras wurden 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und trotzdem ist das isolierte Eiland nicht immun gegen die Auswirkungen von Urbanisierung, Abholzung und globaler Erwärmung. Um die Biodiversität zu schützen, wurden auf der Insel zwei Gemeinschaftsplantagen eröffnet. Sie sollen die schwindenden Drachenbaumwälder wiederherstellen und diesen außergewöhnlichen Ort für kommende Generationen bewahren.
Isla de las Muñecas, Mexiko
Im südlichen Stadtgebiet von Mexiko-Stadt schlängelt sich ein Labyrinth von Kanälen durch den Bezirk Xochimilco. Die Wasserwege verbinden eine Reihe kleiner künstlicher Inseln miteinander. Sie wurden von den Azteken geschaffen, die hier im 14. Jahrhundert die Hauptstadt ihres Reiches errichteten.
Doch zwischen den menschengemachten Inseln, den sogenannten „Chinampas“, findet sich ein besonders schauriger Anblick. Die Isla de las Muñecas, „die Puppeninsel“, ist eines der unheimlichsten und geheimnisvollsten Wahrzeichen der Stadt. Besucher werden von zahlreichen zerzausten Puppen begrüßt, die zwischen den Bäumen aufgehängt sind – die einzigen Bewohner der Insel.
Isla de las Muñecas, Mexiko
Don Julián Santana, der sich bis zu seinem Tod um die Insel kümmerte, soll für die seltsamen Gestalten verantwortlich sein. Der Legende nach ertrank in den 1950er-Jahren ein junges Mädchen in der Nähe der Chinampa, und Santana fand die Puppe des Mädchens. Er hängte die Puppe demnach an einen nahegelegenen Baum, um den Geist des Mädchens zu ehren. Allerdings gibt es auch die Theorie, dass der geheimniskrämerische Einsiedler die Geschichte erfunden hat.
Was auch immer die Wahrheit über den Ursprung der Puppen ist, die Isla de las Muñecas ist zu einem schaurig-schönen Spektakel für Touristen aus aller Welt geworden. Selbst Lady Gaga filmte hier 2025 ihr Musikvideo „Dance of the Dead“.
Die gruselige Sammlung ist über die Jahrzehnte stetig gewachsen, inzwischen soll es etwa 4.000 Puppen auf der Insel geben.
Sponsored Content
Isla de las Muñecas, Mexiko
Die Chinampa ist größtenteils unentwickelt. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser, und Betonbauten sind verboten. Stattdessen stehen auf der kleinen Insel mehrere einfache Holzhütten mit Läden, an deren Wänden und Decken überall Puppen hängen.
Inselhüter Santana verstarb 2001 in der Nähe der Stelle, an der das tote Mädchen angeblich gefunden wurde. Die Isla de las Muñecas ist heute für die Öffentlichkeit zugänglich und hält den Guinness-Rekord für die größte Sammlung von Spukpuppen der Welt.
Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann klicken Sie oben auf Daumen hoch und folgen Sie uns für weitere loveEXPLORING-Themen
Comments
Be the first to comment
Do you want to comment on this article? You need to be signed in for this feature