13 Schiffe, die auf mysteriöse Weise verschwunden sind (auch eins aus Deutschland)
Rätselhafte Unglücksfälle auf hoher See
Das offene Meer ist ein unberechenbarer und gefährlicher Ort, an dem selbst erfahrene Seeleute durch heftige Stürme vom Kurs abkommen und, im schlimmsten Fall, ums Leben kommen können. Die meisten Schiffswracks tauchen irgendwann wieder auf. Sie werden entweder als Trümmer an Land gespült oder bleiben verlassen auf hoher See zurück. Einige verschwinden jedoch spurlos und ihr Schicksal bleibt ein Rätsel.
Von verschollenen Passagierdampfern und Galeonen bis hin zu mysteriösen Bermuda-Dreieck-Vorfällen und einem deutschen Frachter, der im Nordatlantik verschwand – entdecken Sie hier 13 geheimnisvolle Unglücksfälle auf hoher See …
Adaptiert von Barbara Geier
Santa Maria, 1492
Als sich der Entdecker Christoph Kolumbus 1492 zum ersten Mal aufmachte, um einen Seeweg nach Indien zu finden (und dabei auf den amerikanischen Kontinent stieß), hatte er eine Flotte von drei Schiffen: die „Nina“, die „Pinta“ und die „Santa Maria“.
Die „Santa Maria“ war das Flaggschiff des Seefahrers, das mit einer Länge von 36 Metern mehr als doppelt so groß war wie die beiden anderen. Diese sogenannte Nao – ein historischer Segelschiffstyp, der für lange Überfahrten und große Ladungen geeignet war – lief allerdings am Heiligabend 1492 vor der Küste der Insel Hispaniola auf Grund und sank am nächsten Tag vor dem Eiland, das heute zu Haiti und der Dominikanischen Republik gehört.
Santa Maria, 1492
Da das Schiff relativ langsam sank, konnten die Besatzungsmitglieder die „Santa Maria“ mithilfe der Inselbewohner entladen, bevor sie in den Wellen verschwand.
Der Überlieferung zufolge war zum Zeitpunkt des Unglücks ein unerfahrener Schiffsjunge am Steuer der „Santa Maria“, während sowohl Columbus als auch der Steuermann schliefen. Heute geht man davon aus, dass der Dreimaster im Laufe der Jahrhunderte unter Sedimenten begraben wurde.
2014 landete die „Santa Maria“ kurzzeitig in den Schlagzeilen, als ein Meeresarchäologe behauptete, er habe das legendäre Wrack entdeckt. Dies wurde jedoch später von der UNESCO widerlegt, da das gefundene Schiff viel moderner war als die „Santa Maria“.
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Flor de la Mar, 1511
Die „Flor de la Mar“ war eine Karacke, ein großer und schwerer Schiffstyp des ausgehenden Mittelalters, die von den Portugiesen bei der Eroberung des indischen Goa und von Malakka im heutigen Malaysia eingesetzt wurden.
Das Schiff verschwand auf seinem Rückweg nach Portugal und soll zu dem Zeitpunkt Reichtümer geladen haben, die heute über 2,6 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) wert wären. Deshalb gilt dieser Fall als eines der legendärsten verschollenen Schiffe aller Zeiten.
Die Karacke war damals mit einem Gewicht von rund 400 Tonnen die größte ihrer Art. Die „Flor de la Mar“ hatte allerdings auch einen Schwachpunkt: Sie leckte des Öfteren, was die Reisezeit verlängerte und zahlreiche Reparaturen erforderlich machte.
Flor de la Mar, 1511
1511 sank die „Flor de la Mar“ mit ihrer Ladung aus Juwelen, Gold und anderen Wertgegenständen während eines Sturms irgendwo zwischen Malakka und der indonesischen Insel Sumatra. Die wenigen Überlebenden verbreiteten die Nachricht vom Untergang des Schiffes, das spurlos verschollen blieb.
Viele abenteuerlustige Menschen haben sich bisher erfolglos auf die Suche nach dem Wrack gemacht. Einer, der amerikanische Taucher Robert Marx, soll dafür sogar rund 20 Millionen US-Dollar (17 Millionen Euro) aus eigener Tasche ausgegeben haben.
Im Bild zu sehen ist eine Nachbildung der „Flor de la Mar“ im Schifffahrtsmuseum von Malakka.
Merchant Royal, 1641
Das englische Handelsschiff „Merchant Royal“ sank im September 1641, als sie auf dem Rückweg aus den spanischen Kolonien Amerikas war. Geladen hatte sie rund 45 Tonnen Gold, 400 Barren mexikanisches Silber, 500.000 Spanische-Dollar-Münzen und vieles mehr. Der Wert dieser Schätze würde heute etwa 1,5 Milliarden US-Dollar (1,3 Milliarden Euro) entsprechen.
Es gibt unterschiedliche Überlieferungen, wie es zu dem Untergang kam: Einige reden von schlechtem Wetter, andere davon, dass die Pumpen der Galeone ausgefallen seien. So oder so, Wasser drang in die „Merchant Royal“ ein und das Schiff verschwand schließlich in den tosenden Wellen vor Land's End, dem westlichsten Punkt des englischen Festlands in Cornwall.
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Merchant Royal, 1641
Das Schwesterschiff der „Merchant Royal“, die „Dover Merchant“, konnte den Kapitän und den Großteil der Besatzung vor dem Untergang des Schiffes retten. Die Reichtümer an Board gingen allerdings verloren.
Das Schiffswrack wird als „El Dorado der Meere“ bezeichnet, das bis heute noch jedem Schatzsucher entgangen ist. 500.000 Münzen, die 2007 vor Cornwall gefunden wurden, stellten sich letztendlich als Ladung einer spanischen Fregatte und nicht der des verschollenen Schiffes heraus. 2019 wurde ein alter Anker geborgen, der eine Spur der „Merchant Royal“ sein könnte, doch mangels schlüssiger Beweise ist dies umstritten.
San Miguel, 1715
Die „San Miguel“ war Teil einer spanischen Silberflotte aus zwölf Schiffen, die 1715 in Havanna mit den Erträgen der Kolonien an Bord ihre Heimreise antraten.
Am 31. Juli geriet die Flotte in einen Hurrikan, und elf der zwölf Schiffe sanken. Etwa 1.000 Menschen kamen bei der Tragödie ums Leben. Eine kleine Gruppe von Überlebenden leitete Bergungsmissionen und etwa die Hälfte der geladenen Schätze wurde gefunden. Sieben Schiffswracks und weiteres Gold und Silber wurden in den folgenden Jahren entdeckt. Nicht jedoch die „San Miguel“, deren Verbleib bis heute ein Rätsel bleibt ...
San Miguel, 1715
Laut der amerikanischen Website „History Collection“ war die „San Miguel“ das schnellste Schiff der Flotte und hätte den anderen Schiffen vorausfahren und so dem Sturm entkommen können.
Einige Schatzsucher glauben, dass die „San Miguel“ vor der Küste von Floridas Amelia Island (Bild) in den Wellen versank. Bisher konnten allerdings keine der Artefakte, die im Lauf der Jahre an die Strände gespült wurden, eindeutig dem verschollenen Schiff zugeordnet werden.
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Patriot, 1812
Ende Dezember 1812 ging Theodosia Burr Alston in South Carolina an Bord der „Patriot“, um zu ihrem Vater in New York zu reisen, dem ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Aaron Burr. Die trauernde Mutter, die gerade ihren einzigen Sohn an Malaria verloren hatte, kam jedoch nie an ihrem Ziel an und verschwand zusammen mit dem Schiff, auf dem sie unterwegs war.
Als der Schoner sich in Richtung New York aufmachte, enthielt ihr Laderaum die Beute eines monatelangen Kaperzugs in der Karibik, von dem die „Patriot“ gerade zurückgekehrt war. Der Kapitän ließ ihre Kanonen verstecken und den Namen auf dem Bug des Schiffes übermalen, damit das Schiff unerkannt blieb.
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Patriot, 1812
1812 war ein potenziell gefährliches Jahr, um auf dem Atlantik unterwegs zu sein. Amerika und Großbritannien befanden sich seit Juni im Krieg, und es gab Gerüchte, dass Piraten in dieser Region ihr Unwesen trieben.
Burr Alstons Mann, der Gouverneur von South Carolina, bat die britische Marine um sichere Überfahrt für seine Frau, da er sie nicht begleiten konnte – was gewährt wurde. Dennoch verschwand die „Patriot“, und was mit ihr geschah, ist bis heute ein Rätsel.
Nachdem die „Patriot“ zwei Wochen später immer noch nicht in New York angekommen war, startete Burr eine Suchaktion nach dem Schiff und seiner Tochter, die jedoch ergebnislos blieb. Einige glauben, dass sie vor dem Kap Hatteras (Bild) an der Ostküste der USA in einen Sturm geriet. Andere vermuten, dass Piraten die Passagiere gefangen nahmen und töteten und das Schiff versenkten.
Porpoise, 1854
Die „Porpoise“ absolvierte in ihrem Schiffsleben unter der Flagge der Vereinigten Staaten spannende Entdeckertouren, bevor sie spurlos verschwand.
Die 224 Tonnen schwere und knapp 27 Meter lange Brigantine, die auch auf verschiedene Patrouillen zur Bekämpfung von Piraterie und Sklaverei entsandt wurde, war 1838 Teil der United States Exploring Expedition. Auf dieser Erkundungs- und Kartierungsfahrt in den Pazifik wurde einmal die Welt umrundet und der antarktische Kontinent offiziell entdeckt.
Nach ihrem Einsatz im Mexikanischen Krieg von 1847 schloss sich die „Porpoise“ 1853 der Flotte der North Pacific Exploring and Surveying Expedition an, die auf den Meeren um China und Südostasien unterwegs war – und aus diesen Gewässern sollte das Schiff nie wieder zurückkehren ...
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Porpoise, 1854
Im September 1854 verließ die „Porpoise“ Hongkong mit dem Auftrag, die japanischen Bonininseln und die Marianen im Westpazifik zu kartografieren. An Bord waren 69 Besatzungsmitglieder für die Vermessungsarbeiten.
Bei der Überquerung der Taiwanstraße (Bild) wurde das Schiff vom Rest seiner Flotte getrennt und zuletzt am 21. September 1854 von dem US-Kriegsschiff „Vincennes“ gesichtet. Das Gebiet wurde einige Tage später von einem Taifun heimgesucht. Obwohl ein Jahr lang nach dem Schiff gesucht wurde, blieb die „Porpoise“ verschollen – und mit ihr die Männer, die an Bord waren.
Sappho, 1858
Die „Sappho“ ging 1837 in Plymouth vom Stapel und gehörte zur britischen Marine. Der Zweimaster war schnell genug, um Sklavenhändler zu verfolgen, die zwischen Westafrika und der Karibik operierten.
In mehr als zwanzig Jahren Dienstzeit konnte die „Sappho“ mit ihrer Besatzung mehrere Schiffe kapern und Hunderte von Sklaven befreien. 1857 kam es allerdings zu einem diplomatischen Zwischenfall, als sie ein amerikanisches Schiff beschlagnahmte, das fälschlicherweise der Beteiligung am Sklavenhandel beschuldigt wurde. Zur Strafe wurde die „Sappho“ von der britischen Admiralität nach Australien versetzt – wo sie jedoch nie ankam …
Sappho, 1858
Auf dem Weg nach Australien erreichte die „Sappho“ zunächst sicher Kapstadt, bevor sie weiter nach Sydney segelte. Zuletzt gesichtet wurde sie dann am 18. Februar 1858 von einem vorbeifahrenden Schiff, als sie in die Bass-Straße – eine Meerenge zwischen dem australischen Festland und Tasmanien – einfuhr.
Was danach geschah, kann nur vermutet werden, da das Schiff seitdem spurlos verschwunden ist. Am Ort der letzten Sichtung herrschten zu dem Zeitpunkt starke Winde – daher die Schlussfolgerung, dass die „Sappho“ mit allen 147 Besatzungsmitgliedern untergegangen war. Die Bass-Straße wurde allerdings erfolglos nach Wrackteilen der „Sappho“ abgesucht. Und Schiffsteile, von denen angenommen wurde, dass sie von ihr stammen, konnten nie eindeutig identifiziert werden.
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Waratah, 1909
Das Schicksal der „Waratah“ bleibt eines der größten Rätsel der internationalen Schifffahrt. Das gut 152 Meter lange britische Passagierdampfschiff war für den Verkehr zwischen Europa und Australien gebaut worden und befand sich auf der Rückfahrt von seiner Jungfernreise, als es auf dem Weg zwischen Durban und Kapstadt im Juli 1909 vor der südafrikanischen Küste spurlos verschwand.
Das Gebiet dort ist für seine schwierigen und gefährlichen Gewässer bekannt, was das plötzliche Verschwinden des Schiffes vielleicht teilweise erklären könnte. Besatzungsmitglieder eines Schiffes, das sich in der Nähe befand, gaben an, die „Waratah“ in der fraglichen Nacht gesehen zu haben – das Schiff sei nach zwei blendenden Lichtblitzen verschwunden.
Waratah, 1909
Seitdem wurde weder das Schiff noch seine 211 Passagiere und Besatzungsmitglieder gesehen. 90 Jahre nach dem Verschwinden der „Waratah“ glaubte die National Underwater and Marine Agency von Südafrika im Jahr 1999, das Wrack des Dampfers vor der Küste des Ostkaps identifiziert zu haben.
2001 stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Wrack um ein Frachtschiff handelte, das 1942 von einem deutschen U-Boot versenkt worden war. Das verschwundene Passagierschiff bleibt damit weiter verschollen …
Cyclops, 1918
Die „Cyclops“ war ein Kohleversorgungsschiff, das 1917 mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg unter das Kommando der US-Marine gestellt wurde. Das über 164 Meter lange und knapp 20 Meter breite Schiff konnte 12.500 Tonnen Kohle transportieren und erreichte eine Geschwindigkeit von 15 Knoten. Für die letzte Mission lief das mit einem Stahlrumpf ausgestattete Gefährt am 22. Februar 1918 im brasilianischen Bahia aus. Ziel war Baltimore an der Ostküste der USA und mit an Bord waren 10.800 Tonnen Manganerz und über 300 Menschen.
Am 4. März 1918 wurde die „Cyclops“ bei der Abfahrt aus Barbados gesehen, wo sie einen ungeplanten Zwischenstopp eingelegt hatte. Von dort ging es in das berüchtigte Bermuda-Dreieck ...
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Cyclops, 1918
Die „Cyclops“ tauchte nie wieder auf und bleibt bis heute spurlos verschwunden. Da kein Notruf abgesetzt wurde und in dem Gebiet kein schlechtes Wetter gemeldet war, konnte nur über das Verschwinden des Schiffes spekuliert werden – was ausgiebig geschah.
Einige meinten, dass die „Cyclops“ von deutschen Seestreitkräften beschlagnahmt oder von einem U-Boot versenkt worden war. Es war sogar davon die Rede, dass die mehrheitlich deutschstämmige Schiffsführung – der „Cyclops“-Kommandant war ein 1878 in die USA eingewanderter Hannoveraner – übergelaufen sein könnte. Dieser Vermutung wurde nach dem Krieg von deutscher Seite jedoch widersprochen.
Die Tragödie bleibt ein Rätsel und steht für den größten Verlust an Menschenleben, den die US-Marine jemals außerhalb von Kampfhandlungen erlitten hat.
Proteus und Nereus, 1941
Wie ihr Schwesterschiff „Cyclops“ gelten auch die „Proteus“ und die „Nereus“ als im Bermuda-Dreieck verschollen. Die Schiffe, beides Kohleversorgungsschiffe der US-Marine, verschwanden nur wenige Wochen nacheinander.
Die „Proteus“, die zu einem Handelsschiff umgebaut worden war, befand auf dem Weg von St. Thomas auf den Jungferninseln zur Ostküste Amerikas, als sie am 23. November 1941 den Kontakt verlor und spurlos im Bermuda Dreieck verschwand – gemeinsam mit 58 Männern sowie einer Ladung Bauxiterz an Bord.
Proteus und Nereus, 1941
Einige Wochen später verschwand am 10. Dezember 1941 die „Nereus“ auf dem Weg von Maine zu den Jungferninseln mit 61 Mann an Bord.
Die Tatsache, dass zu dem Zeitpunkt der Zweite Weltkrieg tobte und es sich in beiden Fällen um US-Marine-Schiffe handelte, kann bei der Suche nach Gründen für das Verschwinden natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Und gleichzeitig schwebt der Mythos des Bermuda-Dreiecks mit seinen nicht wenigen unerklärlichen Vorfällen über dem rätselhaften Schicksal der „Proteus“ und „Nereus“ …
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Melanie Schulte, 1952
Der Untergang der „Melanie Schulte“ gilt als eines der schlimmsten Unglücke der deutschen Handelsschifffahrt. Der Stückgutfrachter der Emder Reederei Schulte & Bruns war erst wenige Wochen alt, als er am 21. Dezember 1952 im Nordatlantik westlich von Schottland in stürmischer See verschwand und nie mehr gefunden wurde. An dem Tag war der letzte Funkspruch abgesetzt worden. Auf Weihnachtsgrüße der Reederei am Heiligabend meldete sich die „Melanie Schulte“ nicht mehr.
An Bord des Frachters waren 35 Mann Besatzung und 9.306 Tonnen schwedisches Eisenerz. Das Schiff war einige Tage zuvor in dem norwegischen Hafen Narvik beladen worden, Ziel war Mobile, im US-amerikanischen Bundesstaat Alabama. Eine am ersten Weihnachtsfeiertag gestartete Suchaktion brachte keine Ergebnisse, man konnte den Untergang des Schiffs nur aufgrund eines Ölflecks westlich der Nordwestspitze Irlands vermuten …
Melanie Schulte, 1952
Im Februar 1953 bestätigten auf den Hebriden angespülte Wrackteile das Unglück. An der Küste der Insel North Uist gab das Meer Holzplanken und eine Holztür mit dem Schild „Mithörleitung“ frei, auf der Insel Benbecula (Bild) landete ein Rettungsring.
Experten schlossen daraus, dass die „Melanie Schulte“ auseinandergebrochen war, die Ursache dafür konnte von den Behörden zum Zeitpunkt des Unglücks jedoch nicht abschließend geklärt werden.
2024 kam ein Team des Helmholtz-Zentrums Hereon in Schleswig-Holstein auf Basis einer Seegangsimulation zu dem Schluss: Nicht die Höhe der Wellen war das Problem, sondern deren Länge – etwa gleich wie das 136 Meter lange Schiff – und die Richtung, aus der sie kamen. Der Frachter wurde dadurch extremen Biegekräften ausgesetzt. Im Zusammenspiel mit der ungleich verteilten Ladung Eisenerz war das Schicksal der „Melanie Schulte“ damit wohl besiegelt.
Witchcraft, 1967
Wir kehren zurück ins Bermuda-Dreieck, wo im Dezember 1967 die sieben Meter lange Kajütkreuzer-Yacht „Witchcraft“ auf mysteriöse Weise verschwand. Trotz einer groß angelegten Suchaktion konnten in dem Seegebiet zwischen Süd-Florida, Puerto Rico und Bermuda keinerlei Wrackteile oder sonstige Spuren gefunden werden.
Die „Witchcraft“ war ein ähnliches Modell, wie das hier abgebildete, und galt als besonders sicher: Das Boot war mit einer speziellen Auftriebshilfe ausgestattet, die im Notfall das Sinken verhindern sollte.
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Witchcraft, 1967
Besitzer der „Witchcraft“ war der erfahrene Bootsmann Dan Burack, der mit einem Freund aufs Meer gefahren war, um sich von dort aus die Weihnachtsbeleuchtung vor der Küste von Miami anzusehen. Bevor der Kajütkreuzer verschwand, sendete Burack einen Hilferuf an die Küstenwache ab, da das Boot unter Wasser etwas gerammt habe.
Als die Helfer weniger als 20 Minuten später eintrafen, fehlte von der „Witchcraft“ und ihren Passagieren allerdings jede Spur. In der 2020 im US-Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation „Curse of the Bermuda Triangle“ wurden Experten zitiert, laut derer die kleine Yacht auf dem Meeresgrund liegen müsse. Wo genau, wird jedoch möglicherweise für immer ein Geheimnis bleiben.
Baychimo, 1969
Die „Baychimo“ war zunächst ein deutsches Handelsschiff, bevor sie als Teil der Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg an Großbritannien überging.
In den Folgejahren wurde der Dampfer von der kanadischen Hudson’s Bay Company übernommen und unternahm regelmäßige Fahrten von Schottland nach Kanada, wo mit Inuit-Stämmen Handel getrieben wurde. Auf ihrer letzten bekannten Reise transportierte die „Baychimo“ im Oktober 1931 Pelze nach Vancouver, als sie im Packeis eingeschlossen wurde.
Die Besatzung konnte gerettet werden. Einige blieben aber vor Ort, da sie das Schiff und seine wertvolle Fracht nicht aufgeben wollten. Sie bauten sich in der Nähe eine provisorische Unterkunft, um dort zu überwintern. Und danach begann die seltsame Geschichte vom Verschwinden der „Baychimo“ ...
Baychimo, 1969
Etwa einen Monat nachdem die “Baychimo” im Packeis gestrandet war, verlor die Besatzung das Schiff bei einem heftigen Schneesturm aus den Augen: Als sich der Sturm legte, war es verschwunden.
Eine Woche später wurde der Dampfer von einem lokalen Jäger gut 72 Kilometer entfernt wiedergefunden – allerdings stark beschädigt. Daher wurde beschlossen, die wertvollen Pelze zu bergen und die „Baychimo“ ihrem nassen Grab zu überlassen. Doch das Schiff sank nicht. Stattdessen wurde es in den Folgejahrzehnten immer wieder gesichtet, zuletzt 1969. Danach verschwand das sogenannte „Geisterschiff der Arktis“ spurlos und bleibt bis heute – trotz Suchaktionen der Regierung von Alaska – verschollen.
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