Wo das Meer Strände und Küsten unaufhaltsam auffrisst
Bedrohliche Bilder zeigen die Folgen des Klimawandels
Küstengebiete gehören zu den schönsten Landschaften dieser Welt. Doch viele dieser zerklüfteten Ufer und Sandstrände verschwinden vor unseren Augen. Überall frisst die Küstenerosion am Land, Anwohner und Tiere verlieren ihr Zuhause und ihren Lebensraum. Erosion ist ein natürlicher Vorgang, aber der Klimawandel und seine Folgen wie der steigende Meeresspiegel und zunehmend zerstörerische Stürme beschleunigen den Prozess – auch in Deutschland.
Sehen Sie hier unsere Damals-und-Heute-Aufnahmen von Küsten und Stränden der Welt, die das erschreckende Ausmaß der Küstenerosion dokumentieren ...
(Alle Geldbeträge wurden von US-Dollar in Euro umgerechnet.)
Adaptiert von Barbara Geier
Früher: Sidmouth, Devon, Großbritannien
Das charmante Städtchen Sidmouth – hier im Jahr 1896 zu sehen – liegt an der Ärmelkanalküste im Südwesten Großbritanniens. Sein Kiesstrand ist Teil der sogenannten Jurassic Coast, die von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.
Sidmouth hat eine lange Geschichte. Erste Aufzeichnungen stammen aus dem 11. Jahrhundert. Damals hieß der Ort Sedemuda, was so viel wie „Mündung des Sid“ (auf Englisch: „Mouth of Sid“) bedeutet und den Namen des Flusses aufgreift, der durch die Stadt fließt.
Heute: Sidmouth, Devon, Großbritannien
Die exponierte Lage von Sidmouth an der Küste von Devon hat in Kombination mit Erdrutschen und menschlichen Eingriffen zu einer starken Erosion geführt, insbesondere seit dem 19. Jahrhundert. 1928 setzte ein Sturm den Sandsteinklippen von Pennington Point schwer zu und in den frühen 1930er-Jahren folgten zahlreiche Felsstürze.
2024 brachten abbrechende Felsen Häuser in Klippenlage in Gefahr. Laut der Behörden vor Ort könnten sich solche Vorkommnisse in Zukunft häufen, da der Klimawandel die Erosion beschleunigt.
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Früher: Malediven
Makellos weiße Strände und türkisfarbenes Wasser – so stellen wir uns die Malediven vor. Doch dieses tropische Paradies im Indischen Ozean verschwindet langsam. Rund 90 Prozent der Malediveninseln sind von starker Erosion betroffen, 47 Prozent liegen weniger als 100 Meter von der Küste entfernt. Bereits im Jahr 1968 musste die Insel Giraavaru aufgrund starker Erosion evakuiert werden.
Dieses Bild zeigt den Strand einer Malediven-Insel im Jahr 1990, der nur wenige Jahre später schon ganz anders aussah …
Heute: Malediven
Bereits 1995 war der Strand deutlich von der Erosion gezeichnet. Die Bebauung der Küsten ist eine der Hauptursachen für diese Entwicklung, da neue Hafenanlagen und Hotel-Resorts die Bewegung des Sandes entlang der Küste drastisch verändern können.
Dazu kommt der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels ebenso wie extreme Wetterereignisse mit Stürmen und Überschwemmungen, die dem niedrig gelegenen Malediven-Archipel zusetzen. Um der Erosion entgegenzuwirken, wurden Deiche gebaut – und auch die Hauptstadt Male ist inzwischen von einem Deich umgeben.
Früher: Miami Beach, Florida, USA
Miami Beach war einst ein Mangrovensumpf, der von verschiedenen Unternehmern entwickelt wurde. Dieses Bild stammt aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts vor der offiziellen Stadtgründung im Jahr 1917. Bereits in den 1920er-Jahren war Miami Beach ein etablierter Ferienort und auf dem Weg, ein international beliebtes Reiseziel zu werden.
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Heute: Miami Beach, Florida, USA
Ab den 1950er-Jahren erodierte die Küste in Südflorida stark, was größtenteils auf die lokale Immobilienentwicklung und den steigenden Meeresspiegel zurückzuführen ist. Viele der berühmten Strände der Region verlieren jedes Jahr große Mengen an Sand. Dem sollen nun „Strandsanierungsprojekte“ entgegenwirken. Im Rahmen des jüngsten wurden kilometerlange Küstenstreifen mit Sand aufgefüllt. Kosten dafür: rund 35,6 Millionen Euro.
Früher: Hoi An, Vietnam
Auf diesem Bild von 2014 zeigt sich der Cua Dai Beach in der vietnamesischen Stadt Hoi An von seiner besten Seite. Doch Teile der Landesküste – darunter die Strände von Hoi An – sind ernsthaft bedroht und kämpfen seit Jahren gegen die Erosion.
Heute: Hoi An, Vietnam
Der steigende Meeresspiegel, die rasche Küstenbebauung und der falsche Umgang mit einem nahe gelegenen Flusssystem sind die Hauptursachen für Hoi Ans Erosionsprobleme. Einige Resorts in Cua Dai wurden als unsicher eingestuft, nachdem das Meer 2016 Teile von Gebäuden zerstört hatte (Bild).
Der Strand soll aber gerettet werden: Im Jahr 2023 gaben die Behörden grünes Licht für eine 32-Millionen-Euro-Investition, damit Deiche und Dämme zwischen dem Strand und der Flussmündung gebaut werden können.
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Früher: Waikiki Beach, Hawaii, USA
Der sichelförmige Waikiki Beach begeisterte Touristen schon vor mehr als 100 Jahren. Er liegt in dem gleichnamigen Stadtteil Honolulus auf Oʻahu, eine der Hauptinseln des Hawaii-Archipels.
Im 19. Jahrhundert gingen die Könige von Hawaii dort surfen und ab 1901 wurden die ersten Hotels entlang der Küste gebaut. Doch dieses Strandparadies, das auf unserem Bild in den 1920er-Jahren zu sehen ist, kämpft bereits seit langem gegen die Erosion und der Klimawandel hat das Problem in den letzten Jahren noch verschärft.
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Heute: Waikiki Beach, Hawaii, USA
Bis 1950 waren die Strände von Waikiki alle miteinander verbunden. Danach wurden sie in acht verschiedene Abschnitte aufgeteilt durch beispielsweise Ausbaggerungen oder die Errichtung von Buhnen.
Die Strände wurden mit Sand aufgefüllt, der größtenteils aus Kalifornien angeliefert wurde. Dieser ist nun größtenteils verschwunden und der steigende Meeresspiegel verschlimmert die Situation noch. Es gibt Pläne, die Strände – hier 2024 zu sehen – erneut aufzufüllen und möglicherweise auch zusätzliche Buhnen zum Küstenschutz anzulegen.
Früher: Brodten, Schleswig-Holstein, Deutschland
Das Dorf Brodten in Schleswig-Holstein ist ein malerisches Fleckchen Erde, nur drei Kilometer vom Travemünder Stadtzentrum entfernt – ideal für Spaziergänge und Fahrradtouren an der Ostsee.
Doch das Brodtener Ufer, das sich nördlich und östlich des Ortes erstreckt, gefährdet gleichzeitig zunehmend die Existenz von Brodten. Die Steilküste ist starker Erosion ausgesetzt und die Klippen bröckeln zunehmend.
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Heute: Brodten, Schleswig-Holstein, Deutschland
Im Jahr 2022 brach ein Teil des beliebten Küstenwanderwegs ab (Bild). Im Januar 2024 kam es noch schlimmer: Während einer anhaltenden Regen- und Frostperiode stürzten große Teile der Klippe bei Brodten ins Meer.
Die Einstürze bedrohen nicht nur den Lebensraum der einheimischen Uferschwalbe, sondern auch die Wohnhäuser in Klippennähe. Laut dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein geht jedes Jahr etwa ein Meter Küstenlinie am Brodtener Ufer verloren. Die Küstenwanderwege müssen daher regelmäßig umgeleitet werden.
Früher: Findhorn Bay, Schottland, Großbritannien
Findhorn an der schottischen Nordostküste war einst ein blühender Fischereihafen mit einer florierenden Schiffsbauindustrie und Handelsverbindungen nach Skandinavien und darüber hinaus. Neben dem malerischen Hafen gibt es auch einen Strand und die idyllische Lage macht Findhorn, hier im Jahr 2016 zu sehen, zu einem idealen Ziel für Menschen, die gerne naturnah urlauben.
Heute: Findhorn Bay, Schottland, Großbritannien
Ihre Lage macht die Bucht von Findhorn jedoch auch anfällig für Erosion. 2024 beschädigten Stürme einen Abschnitt der Hauptstraße, die in das Dorf führt. Umfangreiche Befestigungsmaßnahmen waren danach notwendig (Bild).
Weitere Ursachen für die Erosion sind Sandverschiebungen und der Zusammenfall von Dünen, was durch Mountainbiker und Wanderer noch verstärkt wird. Derzeit wird ein Plan zur Bekämpfung der Erosion ausgearbeitet. Bis dieser steht, sollen Sandsäcke und Steine in den am stärksten betroffenen Gebieten Abhilfe schaffen.
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Früher: Nerja, Spanien
Der Ferienort Nerja an der Südküste Spaniens zieht seit vielen Jahren Urlaubende an (Bild von 2001). Die besonders feinen Sandstrände an diesem Abschnitt der Costa del Sol sind beliebt und ziehen sich unweit Málaga fast 16 Kilometer entlang der Küste.
Heute: Nerja, Spanien
Strände wie der von Nerja – hier eine Aufnahme von 2024 – erodieren aufgrund von Wetter und Gezeiten stark. An einigen Stellen der Costa del Sol gehen sogar jedes Jahr bis zu fünf Meter Strand verloren. Bauprojekte und der Klimawandel tragen einen Großteil der Schuld.
Da etwa 40 Prozent der spanischen Bevölkerung an der Küste lebt, ist die Erosion ein erhebliches Problem, das mit Schutzwällen und Deichen bekämpft wird. An einigen Orten werden Strände zudem mit Sand wieder aufgefüllt.
Früher: Dana Point, Kalifornien, USA
Eine Villa auf den Klippen in einer exklusiven Küstenstadt wie Dana Point in Südkalifornien ist für viele ein Traum. Die dortigen Immobilien gehören zu den teuersten im gesamten Bundesstaat, denn die Aussicht auf den Pazifischen Ozean und die Strandnähe haben ihren Preis.
Aber diese zerklüftete Küste, hier im Jahr 2018 zu sehen, ist auch stark gefährdet – und schwere Stürme bringen die Luxusimmobilien in Gefahr.
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Heute: Dana Point, Kalifornien, USA
2024 rief der Gouverneur von Kalifornien angesichts einer Reihe von Winterstürmen in acht Bezirken den Notstand aus und warnte vor Überschwemmungen. Häuser im Wert von Millionen wurden auf den Klippen von Dana Point durch vom Regen ausgelöste Erdrutsche in Gefahr gebracht (Bild).
Die Klimakrise beschleunigt die Erosion mit immer stärkeren Stürmen. Der Meeresspiegel steigt und Erdrutsche nehmen zu. Schätzungen zufolge könnten bis zum Jahr 2100 an den kalifornischen Küsten Immobilien im Wert von rund 132 Milliarden Euro von Überschwemmungen und Erosion betroffen sein.
Früher: El Bosque, Mexiko
In den 1980er-Jahren war El Bosque ein blühendes Fischerdorf an der Küste des mexikanischen Bundesstaates Tabasco. Die Einwohner lebten vom Fischfang im Golf von Mexiko.
Doch das Meer, das den Bewohnern ihre Existenz sicherte, bedroht El Bosque inzwischen und hat viele seiner Häuser weggespült. Im Jahr 2021 lebten noch mehr als 700 Menschen in dem kleinen Dorf – inzwischen sieht es ganz anders aus …
Heute: El Bosque, Mexiko
Laut Wissenschaftlern steigt der Meeresspiegel im Golf von Mexiko dreimal schneller als im weltweiten Durchschnitt. Verschärft wird das Problem durch immer heftigere Winterstürme, die als „Nortes“ (Nordwinde) bekannt sind und Häuser in Schutthaufen verwandeln.
Weite Teile von El Bosque mussten sich in nur wenigen Jahren dem Ozean ergeben und inzwischen lebt dort kaum noch eine Handvoll Menschen.
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Früher: Nefyn Beach, Wales, Großbritannien
Das malerische Dorf Nefyn auf der Halbinsel Llŷn in Nordwales ist bekannt für seinen langen Sandstrand, der von markanten Klippen gesäumt ist. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Ort ein Zentrum für Heringsfischerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Nefyn zu einem beliebten Urlaubsziel am Meer. Unser Bild zeigt den Strand mit Blick auf die Irische See im Jahr 2023.
Heute: Nefyn Beach, Wales, Großbritannien
Die beeindruckenden Klippen am Nefyn Beach sind alles andere als stabil und nach starken Regenfällen kann es zu Erdrutschen kommen. Dieses Problem besteht schon seit Jahren. Anfang 2001 stürzten zwei Autos bei Erdrutschen über die Klippen. Bei dem Unglück kam eine Person ums Leben.
Bei einem weiteren großen Erdrutsch im April 2021 (Bild) mussten mehrere Anwohner evakuiert werden.
Früher: Yzerfontein, Südafrika
Etwa eine Autostunde nördlich von Kapstadt liegt die kleine Küstensiedlung Yzerfontein mit kalkweißen Dünen, die zur Küste führen. Der Ort, dessen Afrikaans-Name so viel wie „Eisenquelle“ bedeutet, ist für den „Sixteen Mile Beach“ bekannt. Der längste ununterbrochene Strand Südafrikas ist hier im Jahr 2006 zu sehen.
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Heute: Yzerfontein, Südafrika
Heute ist der Strand im Durchschnitt 52 Meter schmaler als auf Luftbildern von 1937. Laut wissenschaftlicher Vorhersagen wird das Meer bis zum Jahr 2040 den Fuß der Dünen umspülen, die den Strand von der Lagune von Langebaan trennen.
Die Erosion in Yzerfontein (Bild von 2020) ist dabei kein Einzelfall, denn das Phänomen hat an den Küsten nördlich von Kapstadt in den letzten Jahren allgemein stark zugenommen.
Früher: Orford Ness, Suffolk, Großbritannien
1792 wurde an der Südostküste Großbritanniens in der Grafschaft Suffolk auf einer Nehrung namens Orford Ness ein Leuchtturm gebaut. Gut 200 Jahre später musste er sich der unerbittlichen Nordsee ergeben: 2005 stand „Orfordness Ligthouse“ noch 20 Meter von der Küste entfernt, 2015 waren es nur noch 10 Meter. Zu dem Zeitpunkt war der Leuchtturm schon zwei Jahre außer Betrieb.
2019 zerstörte ein Sturm dann einen Teil des Gebäudes, sodass die Behörden beschlossen, den unter Denkmalschutz stehenden Bau abzureißen.
Heute: Orford Ness, Suffolk, Großbritannien
Die Eigentümer hatten versucht, den Leuchtturm mit einem Wall von Säcken zu schützen, die mit Kies und Schutt gefüllt waren. Die Nordseewellen waren allerdings stärker und im August 2020 wurde das Gebäude abgerissen. Ein Teil der Einrichtung des Leuchtturms, wie beispielsweise die Schränke für die Leuchtturmlampen, konnten gerettet werden.
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Früher: Die Zwölf Apostel, Australien
Die Zwölf Apostel, die an der Great Ocean Road im australischen Bundesstaat Victoria aus dem Meer ragen, sind ein Paradebeispiel für natürliche Erosion. Die Felsen wurden durch Wind, Regen und Meer aus Kalksteinklippen geformt, die im Laufe von 10 bis 20 Millionen Jahren verwitterten und zersetzten. Das Ergebnis sind aufragende Felsformationen, die hier im Jahr 1960 zu sehen sind.
Heute: Die Zwölf Apostel, Australien
Die von der Natur geformten Steintürme werden nach wie vor von den Wellen bearbeitet. Trotz des Namens gab es zwar nie zwölf dieser Felse, sondern nur neun, aber inzwischen ist die steinerne Apostelschar – hier 2025 zu sehen – weiter geschrumpft: Einer stürzte 2005 ein, ein zweiter folgte 2009. Die Erosion wird weiter dafür sorgen, dass die verbleibenden abgetragen werden und neue entstehen.
Früher: Biarritz, Frankreich
Herrliche Strände und ein starker Wellengang machen Biarritz an der Südwestküste Frankreichs zu einem Surferparadies. Die Stadt war ein Fischerdorf, bevor im 18. Jahrhundert wohlhabende Aristokraten von den natürlichen heißen Quellen und Meeresbädern angezogen wurden.
Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte Eugénie, die Gattin Napoleons III., dann endgültig dafür, dass Biarritz zu der heutigen beliebten Touristendestination wurde, als sie sich dort eine Sommerresidenz bauen ließ. Das Bild zeigt die Steilküste im Viertel Côte des Basques in Biarritz um 1930.
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Heute: Biarritz, Frankreich
Die Kombination aus starken Atlantikwellen und weichem Sedimentgestein machen die Küste bei Biarritz sehr erosionsanfällig. Die Stadt hat daher Maßnahmen ergriffen und beispielsweise Schutzwälle gebaut, um Schäden durch Sturmfluten zu verringern. An beliebten Stränden wie dem Grande Plage und dem Plage de la Côte des Basques wird zudem regelmäßig Sand nachgefüllt.
Früher: Happisburgh, Norfolk, Großbritannien
Happisburgh an der Nordküste von Norfolk hat seit Jahrhunderten ein Erosionsproblem. Der hübsche Ort, der hier im Jahr 2003 zu sehen ist, wurde auf weichem Sandgestein erbaut und hat daher zwischen 1600 und 1850 rund 250 Meter Land ans Meer verloren.
Angesichts des Klimawandels und heftiger Stürme beträgt die Erosion inzwischen drei Meter pro Jahr und in dem Dorf sind dadurch mehr Grundstücke bedroht als irgendwo sonst in England. In den letzten etwa 20 Jahren sind mehr als 34 Häuser verloren gegangen – und es werden noch mehr werden.
Heute: Happisburgh, Norfolk, Großbritannien
Happisburgh könnte innerhalb der nächsten 80 Jahre völlig verschwinden. Das wird zumindest befürchtet. Bedroht ist damit auch der berühmte Leuchtturm des Orts – der älteste funktionstüchtige in der Region East Anglia, zu der die Grafschaft Norfolk gehört. Ein anderer Leuchtturm fiel bereits 1883 der Erosion zum Opfer.
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Früher: Pacifica, Kalifornien, USA
Einer der weltweit größten Erosionsherde liegt an der kalifornischen Küste. Laut der Behörde United States Geological Survey könnte Kalifornien bis zum Jahr 2100 sogar drei Viertel seiner Strände verlieren.
Der Küstenabschnitt erodiert zwar bereits seit der letzten Eiszeit, der Prozess wird sich in den kommenden Jahren aber wohl noch beschleunigen. Die Stadt Pacifica in der Nähe von San Francisco (Bild von 1998) ist besonders gefährdet.
Heute: Pacifica, Kalifornien, USA
Heftige Stürme, die durch das El-Niño-Wetterphänomen in den Jahren 2015/16 verursacht wurden, setzten der Küste von Pacifica gewaltig zu und hinterließen eine Reihe von Wohngebäuden gefährlich nahe am Klippenrand (Bild).
Die Bewohner mussten evakuiert werden. Einige Häuser galten als unbewohnbar. Viele wurden abgerissen, andere stehen noch, sind aber weiterhin gefährdet. Die Schaffung künstlicher Riffe im Wasser – eine der Ideen zur Eindämmung der Erosion – könnte zur Beruhigung der Wellen beitragen.
Früher: Burton Bradstock, Dorset, Großbritannien
Die bereits erwähnte Jurassic Coast erstreckt sich über 153 Kilometer in den Grafschaften Dorset und Devon und ihre berühmten Felsformationen sind Zeugnisse von 185 Millionen Jahren Erdgeschichte. Auch die Klippen der Ortschaft Burton Bradstock – hier im Jahr 2007 zu sehen – wurden durch Erosion geformt. Und ihre Gestalt wird sich in den kommenden Jahren drastisch verändern ….
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Heute: Burton Bradstock, Dorset, Großbritannien
Die Erosion hat inzwischen so ein hohes Tempo angenommen, dass es vermehrt zu gefährlichen Klippenstürzen und Erdrutschen kommt. Diese Aufnahme zeigt die Folgen eines Klippensturzes im Jahr 2024, in dessen Nachgang vor Wanderungen in Klippennähe gewarnt wurde.
Der Klimawandel macht diesen von der UNESCO als Naturwunder ausgezeichneten Küstenabschnitt und seine Gemeinden immer anfälliger für die Kraft der Wellen – und noch häufigere Einstürze und Überschwemmungen werden erwartet.
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