Hier fielen Häuser den Naturgewalten zum Opfer
Die dramatischen Folgen von Wetterereignissen
Ein Zuhause sollte Sicherheit bieten, doch die Natur hat manchmal andere Pläne – und dann bleiben oft nur Trümmer und Chaos zurück. Ob von Erdrutschen und Lawinen mitgerissen, von Stürmen weggefegt oder durch Brände in Schutt und Asche gelegt, auf allen Kontinenten gibt es Häuser und Orte, die entweder schon ganz von der Landkarte verschwunden oder stark von der Gewalt der Elemente gezeichnet sind.
Hier sehen Sie die zerstörerische Kraft der Natur und ihre Folgen für menschliche Siedlungen weltweit …
(Fremdwährungen wurden in Euro umgerechnet.)
Adaptiert von Alina Halbe
Erdrutsche
Starker Regen, Überschwemmungen, Erdbeben und sogar Vulkanausbrüche können dafür sorgen, dass Erde und Gestein an Hängen, Bergen oder Schluchten ins Rutschen geraten.
Auch wenn man Erdrutsche oft mit abgelegenen Regionen in Verbindung bringt, kommen sie durchaus in Städten und Dörfern vor – mit teils verheerenden Folgen. Allein in den USA fordern sie jedes Jahr zwischen 25 und 50 Todesopfer und richten Schäden in Höhe von umgerechnet rund 3,2 Milliarden Euro an.
Erdrutsche: Erftstadt, Deutschland
Bei einer Flutkatastrophe im Juli 2021 kamen mehr als 200 Menschen an der Grenze zwischen Deutschland und Belgien ums Leben.
In Blessem, einem Stadtteil von Erftstadt in der Nähe von Köln, führten die extremen Überschwemmungen zu einem massiven Erdrutsch, der Häuser, Autos und sogar Menschen mit sich riss.
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Erdrutsche: Erftstadt, Deutschland
Mehrere Menschen waren in ihren Häusern eingeschlossen und mindestens 55 Personen mussten gerettet werden, nachdem in der ganzen Stadt Gebäude anfingen einzustürzen. Die Sorge war groß, aber wie durch ein Wunder kam letztlich niemand ums Leben. Soldaten der Bundeswehr wurden in die Region geschickt, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen.
Der Erdrutsch hinterließ einen Krater wie aus einem Endzeitfilm. Wohl auch deshalb strömten monatelang Katastrophentouristen nach Erftstadt. Sie wollten sich die Verwüstung aus nächster Nähe ansehen.
Erdrutsche: Schwanden, Schweiz
Am 29. August 2023 donnerte ein gewaltiger Erdrutsch aus Erde und Gestein in das Dorf Schwanden im Schweizer Kanton Glarus. Über 30.000 Kubikmeter Geröll rasten rund 400 Meter den Hang hinab und beschädigten Gebäude im Ort schwer. Nur wenige Stunden später folgte ein zweiter Erdrutsch mit viel Schlamm. Verletzt wurde zum Glück niemand, aber über 100 Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes mussten evakuiert werden.
Die Serie war damit allerdings noch nicht beendet, denn im Dezember brach sich ein weiterer Erdrutsch in der Region Bahn und brachte erneut 15.000 Kubikmeter Geröll mit sich. Laut dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) wurden in dem Ort insgesamt 50 Gebäude ganz oder teilweise zerstört.
Erdrutsche: Schwanden, Schweiz
Im Sommer nach der Naturkatastrophe wurden die ersten der beschädigten Gebäude abgerissen, 44 mussten letztendlich komplett weichen. 46 Menschen haben damit ihr Zuhause verloren und 25 weitere ihren Arbeitsplatz.
Zum Schutz der verbliebenen Häuser wurde inzwischen ein sechs Meter hoher Damm errichtet. Die örtliche Regierung stellte 7,4 Millionen Franken (umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro) für den Bau des Damms und ein Überwachungssystem bereit. Der Damm soll über 60.000 Kubikmeter Material zurückhalten – Geröllmasse, die immer noch absturzgefährdet ist und sich auf das Tal zubewegt. Ein Teil des Geldes floss zudem in die Entschädigung der Gemeinde, die die zerstörten Häuser aufkaufen musste, um den Damm überhaupt errichten zu können.
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Küstenerosion
Welche ungeheure Kraft das Meer hat, wird jedem klar, der an einer Küste steht und zusieht, wie sich die tosenden Wellen am Felsen brechen. Sicher, das ist ein magischer Anblick, allerdings nicht, wenn Ihr Haus am Rand einer Klippe steht. Denn mit der Zeit spülen die Wellen den sandigen Boden ab und sorgen für Risse und Hohlräume in der Felsenwand.
Der stetige Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme extremer Wetterereignisse hat dazu geführt, dass immer mehr Städte langsam vom Meer verschlungen werden …
Küstenerosion: Wamberal, Australien
Ein Strandhaus in Australien zu haben, klingt im ersten Moment äußerst verlockend. Sollte es sich dabei aber um diese Küstenhäuser im Bundesstaat New South Wales handeln, könnte der Traum schnell zum Albtraum werden. Die Wohnhäuser entlang der Küste bieten zwar feinsten Meerblick, allerdings werden sie auch nach und nach vom Meer verschlungen.
Das unbeständige Klima und der Anstieg des Meeresspiegels an der Küste von Wamberal haben leider zur Folge, dass der Boden unter diesen Häusern seit den 1970er-Jahren Stück für Stück abgetragen wird.
Küstenerosion: Wamberal, Australien
Im Juli 2020 tobten heftige Stürme am Strand des Küstenortes, in deren Folge große Teile einiger Häuser ins Meer stürzten.
Im Jahr 2023 begann man mit dem Bau einer Mauer, um den Strand zu schützen. Während die betroffenen Hauseigentümer diesen Schritt natürlich begrüßten, fürchten andere Einheimische, dass dies dem Strand schaden und den Tourismus in der Region beeinträchtigen könnte.
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Küstenerosion: Norfolk, Großbritannien
Auch in Großbritannien gibt es viele idyllische Küstenabschnitte, wie etwa im Badeort Hemsby an der Küste der Grafschaft Norfolk. An malerische Strandszenerien lässt dieses Bild allerdings nicht denken. Stattdessen sieht man, dass auch die weichen Sand- und Tonküsten von Norfolk seit Jahrhunderten natürlichen Erosionsprozessen ausgesetzt sind. Der Klimawandel verschärft die Situation zusätzlich – unter anderem durch den Anstieg des Meeresspiegels und den veränderten Wellengang.
Diese Häuser fallen der erodierenden Landzunge zum Opfer. Durch einen verheerenden Sturm im Jahr 2013 spitzte sich die Lage weiter zu: Er zerstörte sieben Häuser vollständig und beschädigte viele weitere.
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Küstenerosion: Norfolk, Großbritannien
Die BBC schätzt, dass Hemsby seit den 1970er-Jahren rund 300 Meter an Küstenlinie verloren hat, bedingt durch extreme Winter, Stürme und steigende Gezeiten.
Im Februar 2018 fegte ein harsches Winterunwetter über Norfolk hinweg und zerstörte 13 Anwesen entlang der Küste. Und auch 2023 führten heftige Stürme dazu, dass weitere acht Häuser einstürzten.
Lawinen
Aus sicherer Entfernung betrachtet sind Lawinen atemberaubend und zeigen höchst eindrucksvoll die Kraft der Natur. Doch meistens ist es ihre zerstörerische und – im schlimmsten Fall – tödliche Seite, die Schlagzeilen macht und in Erinnerung bleibt.
Eine Kombination aus schwerem Schneefall, starken Winden, steigenden Temperaturen und speziellem Terrain sorgt dafür, dass sich gigantisch große Schneefelder lösen. Sind diese bestimmten Bedingungen gegeben, rauscht eine Lawine ins Tal. Als natürliche Auslöser gelten etwa frischer Schneefall oder der Zusammenbruch einer Eisschicht über einem Hang oder Fels. Doch auch wir Menschen können die tonnenschweren Schneemassen in Bewegung bringen, zum Beispiel beim Skifahren oder Snowboarden, mit Schneemobilen und mittels Explosion.
Die sogenannten Schneebrettlawinen sind die gefährlichsten, weil sie zusammenhängend wie ein riesiges Brett talwärts donnern. Bei Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde zerstören sie alles, was ihnen in den Weg kommt, auch Häuser.
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Lawinen: Andermatt, Schweiz
Im Winter zwischen den Jahren 1950 und 1951 gingen in den Alpenregionen der Schweiz, in Österreich und Italien Tausende von Lawinen ab, weshalb er auch als „Lawinenwinter 1951“ bekannt ist. Ausgelöst wurden sie durch orkanartige Winde und starken Schneefall.
Das Schweizer Dorf Andermatt wurde an einem einzigen Tag von mehreren Lawinen überrollt. Die Schneemassen kosteten 13 Menschen das Leben, zudem wurden Häuser, Höfe, Ställe sowie ein Hotel zerstört. Auf diesem Foto sind Suchmannschaften zu sehen, die in Schnee und Trümmern verzweifelt nach Überlebenden des „weißen Todes“ suchen.
Lawinen: Andermatt, Schweiz
Über 265 Menschen kamen in diesem Winter in den Alpen ums Leben und 45.000 wurden zumindest zeitweise von den Schneemassen eingeschlossen. Der Lawinenwinter hält damit einen traurigen Rekord: Weltweit waren niemals mehr Menschen von einer Lawinenkatastrophe betroffen.
Die Tragödie führte dazu, dass die betroffenen Alpenländer ihre Methoden zur Lawinenprävention und zum Katastrophenschutz überarbeiteten. Neben Wetterstationen auf den Gipfeln wurden auch Lawinenschutzwände errichtet. Außerdem pflanzte man strategisch gelegene Wälder, führte Karten zur Dokumentation von Lawinengefahr ein und investierte in die Ausbildung von Bergrettungshunden.
1999 wurde die Region erneut von zahlreichen Lawinen innerhalb kurzer Zeit heimgesucht. Auch damals kamen tragischerweise 17 Menschen ums Leben, doch die Zahl der Opfer war dank verbesserter Vorkehrungen deutlich niedriger als zu Beginn der 1950er-Jahre.
Lawinen: Montroc, Frankreich
Am 9. Februar 1999 löste sich oberhalb von Montroc, das im Chamonix-Mont-Blanc-Tal liegt, eine 30 Hektar große Schneefläche vom Berghang. Mit einer Geschwindigkeit von 97 Kilometern pro Stunde raste die Lawine ins Tal und traf auf das kleine Dorf. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben, 14 Chalets wurden komplett zerstört, sechs weitere schwer beschädigt.
Wie auf diesem Foto vom Tag nach der Katastrophe zu sehen ist, war von einigen Chalets nicht viel mehr als ein Haufen Holz übrig. Vieles lag außerdem unter bis zu fünf Meter hohen Schneebergen begraben. Glück im Unglück: 15 weitere Chalets im Tal standen zu diesem Zeitpunkt leer – nur zwei Tage später sollten zahlreiche Urlauber aus Paris anreisen. Wären sie schon da gewesen oder die Lawine später abgegangen, wäre die Zahl der Opfer wohl deutlich höher ausgefallen.
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Lawinen: Montroc, Frankreich
Doch wie kam es zu dieser Katastrophe? In Montroc fiel in jenem Jahr mehr Schnee als üblich, ähnlich wie in Andermatt im Jahr 1951. In beiden Fällen hatte es tagelang pausenlos geschneit, bevor die Lawinen losrollten. In Montroc herrschte damals offiziell höchste Lawinengefahr. Dennoch wurden die Chalets nicht evakuiert.
Weil dadurch zwölf Menschen starben, wurde der Bürgermeister von Chamonix, der gleichzeitig Präsident des Lawinensicherheitskomitees war, wegen fahrlässiger Tötung zu drei Monaten Haftstrafe verurteilt.
Waldbrände
Sie sind unkontrollierbar und unberechenbar und oft reicht buchstäblich ein Funke, um die Katastrophe in Gang zu setzen: Waldbrände werden immer häufiger, da die Temperaturen weltweit stetig ansteigen. Die Flammen zerstören alles, was sich ihnen in den Weg stellt und können innerhalb weniger Stunden ganze Dörfer und Städte dem Erdboden gleich machen.
Von Kalifornien, Hawaii und Südafrika über Griechenland, Spanien bis hin nach Sibirien haben noch vor Kurzem Brände mit erschreckendem Ausmaß gewütet. Die Folgen: Chaos, Zerstörung und sogar Tod.
Waldbrände: Kalifornien, USA
Wir alle haben die schrecklichen Bilder noch sehr präsent vor Augen: Im Januar 2025 setzte eine Reihe von verheerenden Großbränden riesige Teile Kaliforniens in Flammen und verbrannte etwa 200 Quadratkilometer Land. Das entspricht in etwa der Stadtfläche von Frankfurt am Main. Über 100.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Der zerstörerischste dieser Brände war das sogenannte Palisades Fire, das allein mehr als 9.500 Hektar niederbrannte, über 6.800 Gebäude zerstörte und elf Menschen das Leben kostete. Mit dieser traurigen Bilanz wurde er zum zehnttödlichsten Brand in der Geschichte Kaliforniens.
Prominente wie Mel Gibson, Paris Hilton, Bella Hadid und Anthony Hopkins verloren ihre Häuser, denn das Feuer zog durch die überwiegend wohlhabenden Stadtteile in Los Angeles: Pacific Palisades, Malibu und Topanga.
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Waldbrände: Kalifornien, USA
Wie rasend schnell sich das Palisades Fire ausgebreitet hat, ist kaum vorstellbar. Die britische Onlinezeitung „The Independent“ fand einen anschaulichen Vergleich und berichtete, dass der Waldbrand pro Minute eine Fläche von etwa fünf Fußballfeldern verschlingt. Die Verwüstung, die er hinterließ, ist auf diesem Foto von der Küste von Malibu deutlich zu sehen – einst war sie von prachtvollen Strandhäusern und berühmten Restaurants gesäumt.
Der tödlichste Waldbrand des US-Bundesstaates Kalifornien war das berüchtigte Camp Fire, das im November 2018 im Butte County im Norden Kaliforniens wütete. Es verbrannte unglaubliche 62.053 Hektar Land, zerstörte mehr als 18.800 Gebäude und forderte 85 Todesopfer.
Waldbrände: Lytton, Kanada
Am 29. Juni 2021 wurde in dem kleinen Dorf Lytton in Kanada mit 49,6 Grad Celsius die höchste jemals in Kanada, Europa und Südamerika gemessene Temperatur erreicht.
Die Hitze sollte nicht ohne Folgen bleiben: Am darauffolgenden Tag zerstörte ein verheerender Waldbrand die Gemeinde, verbrannte unfassbare 90 Prozent des Dorfes und forderte zwei Todesopfer.
Waldbrände: Lytton, Kanada
Lytton, das etwa 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt, wurde förmlich von einer Feuerwand verschlungen. So zumindest berichtete es Jan Polderman, der Bürgermeister der Stadt, der der Feuerwalze selbst nur knapp entkam.
„Innerhalb von etwa 15 Minuten war die ganze Stadt in Flammen gehüllt“, sagte Polderman der BBC. „Die Leute haben nur ihre Haustiere und Schlüssel geschnappt, sind in ihre Autos gestiegen und geflüchtet.“
Nur ein Jahr später zerstörte ein weiterer Waldbrand sechs Häuser direkt auf der anderen Seite des Fraser Rivers, des längsten Flusses in der Provinz British Columbia.
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Sinkhöhlen
Sie haben viele Namen und sind extrem gefährlich: Sinkhöhlen sind auch als Dolinen, Karsttrichter, Karstlöcher oder Erdfälle bekannt. Oft tauchen sie plötzlich auf und verschlingen Häuser, Autos und sogar Menschen. Sinkhöhlen entstehen, wenn säurehaltiges Wasser den unterirdischen Kalk- oder Gipssteinfels langsam auflöst. Aber auch starke Regenfälle, schlechte Entwässerung, geplatzte Wasserleitungen oder Bauarbeiten können diese riesigen Einsturzkrater verursachen.
Erschreckend: Der gesamte US-Bundesstaat Florida liegt auf einer Kalksteinschicht und ist daher besonders anfällig für Sinkhöhlen …
Sinkhöhlen: Florida, USA
Es klingt wie aus einem Horrorfilm: Manche Häuser verschwinden einfach im Boden. Doch so absurd sich das auch anhört, für die Einwohner Floridas ist dieses Szenario leider keine Seltenheit. Der Sunshine State ist in den gesamten USA am stärksten von den tückischen Sinkhöhlen betroffen.
Während einer Kältewelle im Jahr 2010 tauchten allein in der Region Dover mehr als 110 Sinkhöhlen auf. Sie zerstörten Straßen, Häuser und landwirtschaftliche Flächen. Laut dem US Geological Survey, einer Wissenschaftsbehörde und dem wichtigsten Institut für amtliche Kartografie in den USA, wurden die Einsturzlöcher durch Landwirte ausgelöst, die in Erwartung des Frosts große Mengen Grundwasser abpumpten.
Sinkhöhlen: Florida, USA
Laut der Umweltbehörde Florida Department of Environmental Protection ist dieser US-Bundesstaat besonders anfällig für Sinkhöhlen, da der Boden dort aus Kalkstein besteht, der durch natürliche Säuren im Regen und in der Erde langsam aufgelöst wird.
Doch nicht nur die Natur spielt bei der Entstehung der Krater eine Rolle – auch der Mensch trägt dazu bei. Das Gewicht von Gebäuden und der Druck durch Fahrzeuge beschädigen schützende Erdschichten und können bereits vorhandene Schwachstellen so verstärken. Der Verwaltungsbezirk Marion County, der hier im Bild zu sehen ist und zwischen Gainesville und Orlando liegt, belegt Platz vier auf der Liste der am stärksten von Sinkhöhlen betroffenen Bezirke Floridas.
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Sinkhöhlen: Florida, USA
Dieses Sinkhöhle entstand nach starkem Regen in der Stadt Alachua, nördlich von Gainesville, und brach rund um ein Rückhaltebecken für Regenwasser in der Nähe eines Wohngebiets ein. Die Maße des Kraters sind beachtlich: Die oberen Ränder sind elf Meter mal 15 Meter breit und das Loch erreicht eine Tiefe von etwa drei Metern.
Eine halbwegs positive Nachricht gibt es dann doch: Der Geologe Clint Kromhout vom Florida Geological Survey erklärte gegenüber der Zeitung „Orlando Sentinel“, dass im Bundesstaat Florida bisher nur vier Menschen durch Sinkhöhlen ums Leben gekommen sind und dass Todesfälle durch Dolinen generell „extrem selten“ sind.
Sinkhöhlen: Florida, USA
Jeffrey Bush überlebte ein solches Naturereignis leider nicht: Er schlief am 28. Februar 2013 in seinem Bett, als sich eine riesige Sinkhöhle öffnete und sein Schlafzimmer verschlang. Trotz verzweifelter Rettungsversuche seines Bruders und der Einsatzkräfte konnte er nur tot geborgen werden. Ein zweiter Einsturz verschluckte dann sogar die Abhörgeräte der Rettungskräfte, während sie versuchten, den Mann zu lokalisieren. Am Ende war der Krater etwa fünf Meter breit und sechs Meter tief.
Das Haus wurde als nicht mehr bewohnbar eingestuft und später abgerissen. Gut so, denn tatsächlich tauchte zwei Jahre später an derselben Stelle wieder eine Doline auf – glücklicherweise wurde damals niemand verletzt.
Sinkhöhlen: Godstone, Großbritannien
In der Nacht zum 18. Februar 2025 brach auf der Hauptstraße des Dorfs Godstone in der Grafschaf Surrey urplötzlich der Asphalt auf. In wenigen Stunden breitete sich die Sinkhöhle auf eine Größe von etwa 20 Metern aus und stellte eine massive Bedrohung für die umliegenden Häuser dar.
Kurz nach Mitternacht ordnete die Polizei an, dass die Anwohner ihre Häuser so schnell wie möglich verlassen sollten. Man befürchtete, dass freiliegende Kabel und ein geplatztes Wasserrohr zu einer Explosion führen könnten.
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Sinkhöhlen: Surrey, Großbritannien
Am folgenden Tag war die Gefahr allerdings noch nicht gebannt, im Gegenteil: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite riss ein zweites Loch auf, das dieses Auto buchstäblich nur um Haaresbreite verfehlte. Insgesamt wurden 30 Häuser evakuiert, einige Anwohner mussten sogar in ihren Fahrzeugen übernachten. Nach über einer Woche waren 24 Häuser noch immer unbewohnbar. Experten gehen davon aus, dass es in einigen Fällen Monate dauern könnte, bis die Menschen in ihre Häuser zurückkehren können.
Godstone im Süden der britischen Insel wurde über einem Labyrinth aus stillgelegten Höhlen und Sandgruben erbaut und es ist möglich, dass genau die zur Entstehung der Dolinen beigetragen haben.
Sandstürme
Es sieht aus, als wäre es mit Photoshop bearbeitet, doch dieses Foto ist leider Realität. Ein mächtiger Sturm aus Sand und Staub rollt hier über Khartum, die Hauptstadt des Sudan. Diese Naturereignisse entstehen, wenn starke Winde durch trockene Gebiete fegen, in denen nur wenig Vegetation den Boden festhält und die Böen bremsen kann.
Sand-, Staub- und Erdpartikel werden dann in die Luft gewirbelt, bis sich gewaltige Wolken bilden. Das passiert natürlich vor allem in Wüstenregionen wie in der chinesischen Wüste Gobi, in der Sahara in Nordafrika und im Südwesten der USA. Weil Nordamerika in den 1930er-Jahren immer wieder von schweren Staubstürmen und Dürrekatastrophen heimgesucht wurde, erhielt die Region den Beinamen „Dust Bowl“ – zu Deutsch Staubschüssel.
Sandstürme: Al Madam, VAE
Während wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Naturgewalten eher an Wasser oder Schnee denken, wird in anderen Teilen der Welt Sand zur Gefahr. Das Dorf Al Madam im Emirat Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten liegt etwa eine Autostunde von Dubai entfernt und wurde schlichtweg von der Wüste verschluckt – heute ragen nur noch die Dächer aus den Dünen hervor.
Die Geisterstadt ist seit über 30 Jahren unbewohnt und versinkt immer weiter im Sand.
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Sandstürme: Al Madam, VAE
Der Sand dringt durch Fenster und Türen ein – wie man hier auf diesem Bild eindrucksvoll sehen kann. Er verschlingt Etagen und sogar ganze Gebäude. Viele der Häuser wurden angeblich überstürzt verlassen, deshalb blieben auch persönliche Gegenstände einfach in den Räumen zurück.
Trotz seiner gespenstischen Atmosphäre hat Al Madam sich zu einer echten Touristenattraktion entwickelt. Die neugierigen Besucher reisen an, um die verlassene Wüstenstadt zu fotografieren und die geheimnisvolle Szenerie hautnah zu erleben.
Sandstürme: Kolmannskuppe, Namibia
Eine weitere Gemeinde, die zunehmend im Sand versinkt, ist die Bergbausiedlung Kolmannskuppe – auf Afrikanns auch Kolmanskop genannt – in der Namib-Wüste im südlichen Afrika. Eisenbahnarbeiter fanden hier einst zufällig Diamanten; später entstand deshalb eine ganze Bergbaustadt. Unglaublich: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte die kleine Gemeinde zu den wohlhabendsten Orten der Welt – knapp zwölf Prozent aller Diamanten weltweit kamen aus Kolmannskuppe.
Doch der intensive Abbau erschöpfte die Diamantenvorkommen. 1928 entdeckte man dann neue, deutlich ertragreichere Diamantenfelder in den Strandterrassen weiter südlich – ein Fund, der die Bewohner dazu brachte, Kolmannskuppe in Scharen zu verlassen.
Sandstürme: Kolmannskuppe, Namibia
Die Menschen verließen nicht nur ihre Häuser, sondern ließen zum Teil auch ihre Besitztümer zurück. Im Jahr 1956 hatte die einst wohlhabende Gemeinde mit eigenem Bahnhof und Freibad den Kampf gegen die Natur dann endgültig verloren.
Sanddünen hatten sich ihren Weg durch Türen und Fenster gebahnt und die Gebäude unter sich begraben – so auch das hier abgebildete Krankenhaus. Im Jahr 2002 erhielt ein Privatunternehmen Fördermittel, um die Geisterstadt in eine Touristenattraktion zu verwandeln. Seitdem wurden mehrere historische Gebäude restauriert.
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