Während die Tierwelt einerseits durch den Klimawandel und die Zerstörung von Lebensräumen weltweit bedroht ist, werden andererseits jedes Jahr Hunderte von neuen Säugetieren, Reptilien, Insekten und Meeresbewohnern entdeckt. Einige davon erhalten sogar prominente Namen.
Entdecken Sie hier 18 der kuriosesten neuen Spezies, die in den letzten Jahren von Forschenden identifiziert wurden …
Adaptiert von Barbara Geier
Anfang 2024 wurde diese neue Riesenschlangenart in den Medien als „genetische Sensation“ beschrieben. Entdeckt worden war sie von einem Forschungsteam bei Expeditionen in den Dschungel Ecuadors, Venezuelas und Brasiliens.
Bisher galt die bis zu 250 Kilogramm schwere und acht Meter lange Grüne Anakonda als einzige Spezies ihrer Art. Die neue Verwandte namens Nördliche Grüne Anakonda – oder Eunectes akayima – sieht der Grünen Anakonda auf den ersten Blick sehr ähnlich, weist aber einen genetischen Unterschied von 5,5 Prozent auf. Zum Vergleich: Menschen unterscheiden sich genetisch nur zu zwei Prozent von Schimpansen.
Bei diesem Wesen handelt es sich um eine neue Art des Gebirgsharnischwelses – eine von 27 neuen Arten, die 2022 während einer Expedition in das peruanische Alto-Mayo-Schutzgebiet entdeckt und bis Ende 2024 dokumentiert wurden.
Dieser Fisch mit seinem großen tropfenförmigen Kopf war der indigenen Bevölkerung in dem oberen Amazonas-Einzugsgebiet bekannt, der Wissenschaft aber gänzlich neu. Auf derselben Expedition wurden unter anderem auch vier neue Säugetiere, drei Amphibienarten und zehn neue Schmetterlingsarten entdeckt.
Deroplatyidas ist eine Gattung von Fangschrecken bzw. Gottesanbeterinnen, die vertrocknetem Laub sehr ähnlich sehen und sich daher gut auf dem Waldboden verstecken können.
Zu den existierenden Arten gehören die malaysische und die südostasiatische Gottesanbeterin. 2024 beschrieben Forschende drei neue Arten, die auf Borneo heimisch sind, darunter die hier abgebildete Deroplatys xuzhengfai.
Vier neue Arten von Süßwasserkrabben einer Gattung mit dem schönen Namen Liberonautes wurden in Sierra Leone gefunden und von Forschenden im August 2024 offiziell erfasst.
Die in Westafrika vorkommenden Liberonautes-Krabben leben in Flüssen und werden häufig für den menschlichen Verzehr gefischt. Ihr Lebensraum ist durch die Abholzung der Wälder und die Landwirtschaft bedroht. Das Bild zeigt die kleine Art Liberonautes schubarti, die nach dem 2023 verstorbenen deutschen Biologen Christoph D. Schubart der Universität Regensburg benannt wurde.
Ja, so heißt diese Natter wirklich – oder offiziell biologisch: Anguiculus dicaprioi. Entdeckt wurde die Art im Jahr 2020 von einem Forschungsteam aus Deutschland, Großbritannien und Indien im westlichen Himalaya-Gebirge des indischen Bundesstaats Himachal Pradesh. Offiziell klassifiziert ist sie seit Oktober 2024 und ihren Namen erhielt das Tier, da sich der Hollywood-Star Leonardo DiCaprio für die Umwelt und Artenvielfalt einsetzt.
Das kupferfarbene Reptil wird nur etwa 55 Zentimeter lang und kann in Höhen von bis zu etwa 2.000 Metern leben. Seit man von ihrer Existenz weiß, wurde die Schlange mit dem prominenten Namen auch in Nepal und dem indischen Bundesstaat Uttarakhand gesichtet.
Diese neue Laubfroschart wurde in den ecuadorianischen Anden entdeckt und verdankt ihren lateinischen Namen Hyloscirtus tolkieni dem „Der Herr der Ringe“-Autor JRR Tolkien, da ihre auffällige Fleckenfärbung den Kreaturen in seiner Fantasiewelten gut zu Gesicht stehen würde.
Das 2023 wissenschaftlich beschriebene Tier wird bis zu knapp 6,5 Zentimeter groß – ziemlich klein, aber dennoch ein „Gigant“ unter den Laubfröschen, denn der Paedophryne amauensis erreicht im Durchschnitt gerade einmal 0,77 Zentimeter.
Im Jahr 2024 stellte die Wissenschaft der Öffentlichkeit zwei neue Arten von Spinnenfressern vor, die auf der isolierten Vulkaninsel St. Helena im Südatlantik vorkommen. Wer sich über den Namen wundert: Die Familie der Spinnenfresser – oder Mimetidae – ernährt sich ausschließlich von anderen Spinnen.
Die Ero lizae (Bild) misst etwa vier Millimeter, die Ero natashae ist noch etwas kleiner. Die neuen Arten wurden nach zwei Naturschützerinnen aus St. Helena benannt, Liza Fowler und Natasha Stevens. Es wird gehofft, dass die Entdeckungen auf die bedrohten Nebelwälder der Insel aufmerksam machen, in denen die Spinnen vorkommen.
Die – zumindest für uns – neuen Lebewesen nehmen ganz unterschiedliche Formen an und können auch wie diese Kreatur aussehen. Die neue Asselart kommt in der Tiefsee vor, wo sie in den Kiemenhöhlen von Hummern lebt. Sie wurde im Arabischen Meer entdeckt.
Der Öffentlichkeit wurde die Pleurocryptella poseidon 2024 vorgestellt. Ihr Name ist vom Dreizack des Meeresgottes inspiriert, an den ihre Larven erinnern.
Kurios: Dieses Tierchen ist im südamerikanischen Guyana heimisch – wurde aber rund 7.000 Kilometer entfernt in Wales entdeckt, nachdem eine Fotografin diese Glasfalterart unwissentlich in ihrem Gepäck nach einer Reise mit nach Hause gebracht hatte.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Londoner Natural History Museum bestätigten 2024 nach DNA-Analysen, dass es sich um eine neue Art handelt, die jetzt unter dem Namen Carmenta brachyclados bekannt ist.
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Wussten Sie, dass es „vegetarische“ Piranhas gibt? Im Amazonasgebiet sind zahlreiche Arten dieser Sägesalmler bekannt, die in Südamerika Pacu genannt werden. Sie sind eng mit den Piranhas verwandt, die auch zur Familie der Sägesalmler gehören, ernähren sich aber anders als ihre fleischfressenden Kollegen hauptsächlich von Pflanzen und Früchten.
Die neue Pacu-Art mit dem wissenschaftlichen Namen Myloplus sauron wurde in einem Nebenfluss des Amazonas in Brasilien entdeckt und 2024 in einer Forschungsarbeit beschrieben. Der Fisch hat menschenähnliche Zähne, die an seine pflanzliche Ernährung angepasst sind, und wird bis zu 40 Zentimeter lang.
Wie bei der neuen Laubfroschart, die wir gerade kennengelernt haben, hat auch bei dem Sauron-Piranha JRR Tolkien eine Rolle gespielt: Der Süßwasserfisch wurde nach dem „Der Herr der Ringe“-Bösewicht Sauron benannt, denn die Forschenden erinnerte ihr Fund in Form und Muster an das Auge des Sauron, das als Symbol für den Dunklen Herrscher steht.
Diesen kleinen Gesellen gibt es nur auf der indonesischen Obira-Insel und daher erhielt er 2024 bei seiner wissenschaftlichen Beschreibung auch den Namen Rattus ombirah.
Die neue Art ist kleiner als andere Molukken-Greifschwanzrattenarten, die nach der indonesischen Inselgruppe der Molukken benannt sind, zu denen Obira – auch Obi genannt – gehört. Neben ihr wurden in Indonesien drei weitere Rattenarten neu entdeckt.
Herrlich skurril ist diese Unterwasserkreatur mit Pandagesicht: Die „skeleton panda sea squirt“ – oder zu Deutsch: Skelett-Panda-Seescheide – wurde bereits 2017 von heimischen Tauchern vor der Küste von Kumejima in Japan gesichtet.
Offiziell existiert sie seit 2024, nachdem sie von Forschenden als eine neue Art der Seescheiden-Gattung beschrieben wurde. Von diesen wirbellosen Meerestieren gibt es etwa 3.000 bekannte Arten. Als sogenannte Filtrierer gehören sie zur Gruppe der Tiere, die ihre Nahrung wie Plankton aus dem Wasser herausfiltern.
2024 benannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gleich sieben neue Arten der Gattung Boophis – Baumfrösche, die in den Regenwäldern von Madagaskar leben. Rund 80 bekannte Arten gab es bis dato bereits. Diese Frösche quaken in unverwechselbar hohen Tönen, damit sie von den Weibchen über die rauschenden Wasserläufe in ihrem Habitat hinweg gehört werden.
Da diese Töne an das fiktive technische Gerät „Tricorder“ aus dem Star-Trek-Universum erinnern, wurden die neu entdeckten Fröschlein nach den Raumschiff-Captains benannt und heißen Picard, Kirk, Sisko, Janeway, Archer, Burnham und Pike. Im Bild ist Boophis picardi zu sehen.
Hufeisenfledermäuse, die auch Hufeisennasen genannt werden, gibt es in mehr als 100 Arten, von denen fast ein Drittel erst in den letzten 20 Jahren identifiziert worden ist. Der jüngste Zuwachs – Rhinolophus webalai – ergab sich aus einer Untersuchung von Fledermäusen aus Kenia, die jahrelang falsch identifiziert worden waren.
2024 wurden sie als eigene neue Art klassifiziert und nach einem kenianischen Fledermausbiologen benannt. Auffällig ist die spatenförmige Ausstülpung über der Nase, die der Echoortung dient.
Diese garnelenartigen Krebstiere sind Amphipoden – winzig kleine Lebewesen, die eine wichtige Rolle in marinen Ökosystemen spielen, da sie organisches Material abbauen und Nährstoffe wiederverwerten.
Sie mögen auf dem Bild gleich aussehen, sind aber zwei neue Arten namens Valettietta synchlys (oben) und Valettietta trottarum (unten). Sie wurden 2024 erstmals beschrieben und in der Clarion-Clipperton-Zone im Zentralpazifik entdeckt.
Was Sie hier sehen ist eine neue Art von Schleichenlurche – beinlose Amphibien, die im Boden oder in Bachbetten leben und zwischen neun Zentimetern und 1,5 Meter lang sein können. Sie haben zurückgebildete oder von der Haut verdeckte Augen und sind daher auch als Blindwühlen bekannt.
2024 wurden zwei neue Arten aus dem Chocó-Regenwald in Ecuador beschrieben. Der größere der beiden Funde, Caecilia tesoro (Bild), misst etwa 80 Zentimeter.
Hier sehen wir eine neue Art Gitarrenfisch oder Bogenmaul-Geigenrochen, wie diese Spezies auch genannt wird. Sie ist noch nicht offiziell beschrieben – daher namenlos – und wurde vor Mosambik und Tansania in 200 Metern Tiefe entdeckt. Gitarrenfische sind vom Erscheinungsbild her eine Übergangsform zwischen Haien und Rochen mit flachem Körper und haifischartigen Flossen und Schwänzen.
Die bizarr aussehende Kreatur war eine von mehr als 800 neuen Meeresarten, die im März 2025 von der Organisation Ocean Census vermeldet wurden, einem weltweiten Zusammenschluss von Regierungen, Museen und Forschenden.
Atrax christenseni ist eine giftige Trichternetzspinnenart, die erst kürzlich von der Sydney-Trichternetzspinne (Bild) oder Atrax robustus unterschieden wurde. Mit einer Größe von bis zu neun Zentimetern ist sie deutlich größer als andere Trichternetzspinnen, die bis zu fünf Zentimeter groß werden.
Die neue Art kommt nördlich der australischen Stadt Newcastle im Bundesstaat New South Wales vor und wurde Anfang 2025 nach Kane Christensen benannt, einem Spinnen-Fan, der seit vielen Jahren in einem Reptilien-Park in der Gegend arbeitet. Ihm war aufgefallen, dass vermeintliche Sydney-Trichternetzspinnen, die aus der Nähe von Newcastle stammten, viel größer waren und auch andere Unterschiede aufwiesen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestätigten schließlich seine Vermutung und eine neue Trichterspinnenart war geboren.
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