Bilder von Straßenszenen aus europäischen Metropolen der 1920er-Jahre zeigen, wie sich sowohl das Stadtbild als auch das Stadtleben im Laufe eines Jahrhunderts gewandelt haben. Alte Gebäude verschwanden, Plätze wurden umgestaltet, neue Wahrzeichen wie der Berliner Fernsehturm, das London Eye oder das Atomium in Brüssel kamen hinzu. Unsere Auswahl historischer Aufnahmen dokumentiert, was sich verändert hat – und was überraschend gleich geblieben ist.
Entdecken Sie hier, wie Berlin und andere Hauptstädte Europas vor rund 100 Jahren ausgesehen haben.
Adaptiert von Barbara Geier
Brüssel war während des Ersten Weltkriegs von den deutschen Truppen besetzt und blieb weitgehend unversehrt. Das Atomium – heute das bekannteste Wahrzeichen der Stadt – entstand erst 1958 zur Expo als ein Gebäude in Form einer 165-milliardenfachen Vergrößerung einer Eisenkristallstruktur.
In den 1920er-Jahren war ein anderes Wahrzeichen das ultimative Symbol der Stadt: Manneken Pis. Die kleine Bronzestatue eines urinierenden Knaben trägt heute rund die Hälfte des Jahres ein Kostüm.
Mehr als ein Jahrhundert, nachdem dieses Bild der Princess Street in Edinburgh aufgenommen wurde, ist die Hauptverkehrsachse der Stadt immer noch erkennbar. Das Gebäude auf der rechten Seite wurde 1859 als Kunstmuseum eröffnet und beherbergt heute die Schottische Nationalgalerie.
Unverändert steht auch das Scott Monument in der Bildmitte, das dem Schriftsteller Walter Scott gewidmet ist. Und die Straßenbahnen, die in den 1920er-Jahren bereits ein Verkehrsmittel waren, kehrten 2014 auf die Princess Street zurück.
Seit der friedlichen Aufteilung der Tschechoslowakei 1993, der sogenannten „Samtenen Scheidung“, ist Bratislava Hauptstadt der Slowakei. Bis 1919 war die Stadt auch unter ihrem deutschen Namen Pressburg bekannt – ein Drittel der Bevölkerung sprach damals Deutsch.
Das Schloss, das bis heute das Stadtbild dominiert, diente einst als Residenz der Habsburger Kaiserin Maria Theresia. Sie ist für die barocken Elemente des Palastes verantwortlich.
Das moderne Stadtbild von Bukarest wird von dem gewaltigen Parlamentspalast geprägt, der das größte Verwaltungsgebäude Europas ist. In den 1980er-Jahren ließ Nicolae Ceaușescu, der damalige Diktator der Sozialistischen Republik Rumänien, das monumentale Gebäude errichten. 20.000 Arbeiter waren auf der Baustelle rund um die Uhr in drei Schichten beschäftigt.
Doch 60 Jahre zuvor, zu Zeiten des Rumänischen Königreichs, sah es in Bukarest noch ganz anders aus: Zur Osterzeit verkauften Bauern Lämmer auf den Straßen der Stadt.
Ein Blumenmarkt in Budapest zu Zeiten des ungarischen Königreichs in den 1920ern: Menschen tragen ihre Einkäufe in Körben aus Weide und Stroh – und solch umweltfreundliche Methoden liegen heute zur Vermeidung von Plastiktüten wieder im Trend.
Die Mode hat sich allerdings verändert: Frauen trugen damals häufig keine Mäntel, sondern Schals.
Im Laufe des letzten Jahrhunderts haben Archäologen intensiv daran gearbeitet, das Leben im antiken Griechenland zu erforschen. Die Akropolis von Athen wurde bereits 1833 als archäologische Stätte ausgewiesen und zog in den 1920er-Jahren kontinuierlich Besucher an.
Das heutige Akropolis-Museum wurde 2009 eröffnet und erzählt die Geschichte des Parthenon sowie anderer antiker Tempel, die majestätisch über Athen thronen.
Das Foto von Mitte der 1920er-Jahre zeigt die Gran Vía, Madrids wichtigste Geschäftsstraße, an ihrer Abzweigung von der Calle de Alcalá. Links im Bild steht das prächtige Edificio Metrópolis, eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt.
Das 1911 eröffnete Gebäude war in den 1920er-Jahren noch recht neu und spiegelte den architektonischen Wandel Madrids wider. Gleichzeitig war Spanien – wie viele europäische Länder im frühen 20. Jahrhundert – von politischer Polarisierung geprägt. 1923 übernahm Miguel Primo de Rivera die Macht und errichtete ein autoritär geführtes Regime.
Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme aus dem Jahr 1922 war Belgrad die politische und kulturelle Hauptstadt des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Sie zeigt die Hochzeit von König Alexander I. und Prinzessin Maria von Rumänien, deren Kutschzug auf seinem Weg durch die Stadt von der Bevölkerung bejubelt wird.
1929 wurde das Königreich in „Jugoslawien“ umbenannt. Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurde Belgrad 2006 zur Hauptstadt des unabhängigen Serbiens.
De Waag, ein markantes Bauwerk im Herzen Amsterdams, diente ursprünglich als Stadttor. Errichtet im späten 15. Jahrhundert unter dem Namen Sint Anthoniespoort (St.-Antonius-Tor), wurde es später als Waagehaus genutzt – daher der heutige Name.
Der Bau steht auf dem Nieuwmarkt, einem Platz, der schon in den 1920er-Jahren von Marktständen gesäumt wurde. Damals wie heute boten bzw. bieten Händler dort frische Waren an.
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Der Praça do Comércio (Handelsplatz) entstand im 18. Jahrhundert im Zuge des Wiederaufbaus nach dem verheerenden Erdbeben von 1755, das große Teile Lissabons zerstörte. Ein prächtiger Triumphbogen, der Arco da Rua Augusta, markiert die Grenze zwischen dem Platz und der angrenzenden Straße.
Seit 2013 ist die Aussichtsplattform des Bogens für Besucher zugänglich. An der Südseite des Platzes plätschert das Wasser des Tejo gegen die Kaimauer.
Als mit dem Bau des hier zu sehenden beeindruckenden Hauptbahnhofs von Helsinki begonnen wurde, gehörte Finnland noch zum Russischen Zarenreich. Die Uhren im Turm des Jugendstilgebäudes wurden erst 1922 hinzugefügt.
1917 erklärte das Land seine Unabhängigkeit und Helsinki wurde zur Hauptstadt Finnlands. Die Fassade dieses markanten Wahrzeichens wird von imposanten Granitstatuen des Bildhauers Emil Wikström geschmückt. Sie sind als „Lyhdynkantajat“ bekannt – zu Deutsch: „Die Laternenträger“.
Im Jahr 2024 landete Kopenhagen in dem britischen Magazin „The Economist“ auf Platz zwei der lebenswertesten Städte der Welt. Dänemark ist bekannt für Hygge – das Gefühl von Geborgenheit, Zufriedenheit und Entspannung. Doch die dänische Hauptstadt hat sich im Laufe der Zeit architektonisch stark gewandelt – viele ihrer heutigen Gebäude prägten in den 1920er-Jahren noch nicht das Stadtbild.
Dazu gehören das Königlich Dänische Schauspielhaus, das Kraftwerk CopenHill mit seiner Skipiste auf dem Dach, die moderne Königliche Bibliothek „The Black Diamond“ und 8TALLET, ein bemerkenswertes Mehrzweckgebäude im Stadtteil Ørestad.
In den 1920er-Jahren war das Berlin der Weimarer Republik das pulsierende Zentrum einer progressiven Kulturszene, die weltweit für ihre Modernität bewundert wurde. Die sogenannten Goldenen Zwanziger prägten das Bild der Stadt: Kabarett, Frauen mit kurzen Röcken, ein vielfältiges Nachtleben mit Jazzclubs und freizügigen Bühnenauftritten – Berlin war das Sinnbild eines gesellschaftlichen Umbruchs.
Doch Berlin war auch die Hauptstadt eines tief gespaltenen Landes, das den Ersten Weltkrieg verloren hatte. Politische Unruhen waren an der Tagesordnung. Dieses Foto aus dem Jahr 1923 zeigt eine Massenkundgebung an der Siegessäule im Tiergarten.
1924 war Paris Gastgeber der Olympischen Sommerspiele, an denen 3.088 Athleten teilnahmen. Ein Jahrhundert später kehrte das Großereignis in die französische Hauptstadt zurück – diesmal mit fast 11.000 Sportlern aus aller Welt.
Der Stadtteil Montmartre ist das kreative Herz der Metropole. Schon in den 1920er-Jahren zog das Viertel bedeutende Künstler an. Piet Mondrian, Vertreter der De-Stijl-Bewegung, der Surrealist Salvador Dalí und der Kubist Pablo Picasso ließen sich hier inspirieren und genossen das kreative Flair.
Der Narrenturm wurde 1784 als erste psychiatrische Einrichtung Wiens eröffnet. In den letzten 100 Jahren hat sich der Umgang mit psychisch Erkrankten Gott sei Dank grundlegend geändert.
Seit 2012 beherbergt das Gebäude in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Wien eine der weltweit größten Sammlungen für Pathologie und Anatomie. Nach einer umfassenden Renovierung im Jahr 2020 wurde es mit einer neu konzipierten Ausstellung wiedereröffnet.
Im Ersten Weltkrieg war Bulgarien – damals das Königreich Bulgarien – mit den Mittelmächten verbündet und kämpfte an der Seite des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns. Nach Kriegsende wurde das Land unter Ministerpräsident Aleksandar Stambolijski wieder aufgebaut.
Doch seine Amtszeit endete abrupt: Am 9. Juni 1923 fiel Stambolijski einem Militärputsch zum Opfer. Sein Nachfolger, Aleksandar Zankow, wandte sich wenig später an die Menschenmenge im Zentrum von Sofia, was in diesem Bild festgehalten wurde.
Mitte der 1920er-Jahre steckte der damalige Irische Freistaat im Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg, der im Juni 1922 mit der Schlacht von Dublin begonnen hatte. Während der Kämpfe beschossen Truppen des Irischen Freistaats das zentrale Gerichtsgebäude am Fluss Liffey, nachdem sich ihre Gegner dort verschanzt hatten.
Die dort gelagerten Munitionsbestände explodierten und lösten ein verheerendes Feuer aus. In den folgenden Jahren wurde das historische Gebäude schrittweise rekonstruiert.
Auch wenn Städte wie Zürich oder Genf international bekannter sind, spielt Bern seit der Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 1848 als sogenannte Bundesstadt eine zentrale Rolle. Die Stadt ist zwar vergleichsweise klein, aber reich an Geschichte – unter anderem lebten hier der Physiker Albert Einstein und der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
Dank der bewaffneten Neutralität der Schweiz blieb Bern von den Zerstörungen beider Weltkriege verschont. Dieses Foto aus den 1920er-Jahren stammt vom Schweizer Fotografen Jean Gaberell und trägt den schlichten Titel „Eine Berner Straße“.
Berühmt-berüchtigt wurde Sarajevo als die Stadt, in der Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie, Herzogin von Hohenberg, ermordete – ein Ereignis, das maßgeblich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beitrug.
In den Jahren danach prägten Schiebermützen, Trilby-Hüte und Strohhüte das Straßenbild Sarajevos, das damals zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gehörte. Es sollte fast ein ganzes Jahrhundert dauern, bis Sarajevo 1992 zur Hauptstadt des souveränen Staates Bosnien und Herzegowina wurde.
Roms Status als eine der bedeutendsten Städte der Antike spiegelt sich bis heute in seinen Bauwerken wider. So wurde das Pantheon im 2. Jahrhundert als Tempel errichtet und hat auch dieser Tage noch die weltweit größte Kuppel aus unbewehrtem Beton. Heute dient das Gebäude als Kirche.
Das Foto zeigt Menschen, die am Forum Romanum und an den Überresten des Saturntempels vorbeischlendern – lange bevor der Massentourismus zu einer Herausforderung wurde und Italien noch ein Königreich war.
Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts galt es noch unerforschte Regionen der Erde zu entdecken. Einer der bekanntesten Entdeckungsreisenden dieser Ära war der Norweger Roald Amundsen.
Das Foto zeigt Amundsen in einer königlichen Pferdekutsche in Oslo. An seiner Seite ist der Amerikaner Lincoln Ellsworth, mit dem er 1925 versuchte, den Nordpol per Flugzeug zu erreichen. 1926 überquerten beide Männer dann das arktische Becken.
Die Automatisierung von Hausarbeiten spielte eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen Veränderung des 20. Jahrhunderts. Heute sind Waschmaschinen aus unseren Haushalten nicht mehr wegzudenken – vor 100 Jahren sah das jedoch noch ganz anders aus.
Da das Wasser erst erhitzt werden musste, gab es in vielen Haushalten feste Waschtage, an denen die gesamte Wäsche gewaschen wurde. In Island, damals noch ein Königreich, erleichterte die natürliche geothermische Wärme diese Arbeit erheblich. Das Foto zeigt, wie Frauen in Reykjavík ihre Wäsche mit heißem Quellwasser waschen.
Seit 2006 ist Podgorica die Hauptstadt des unabhängigen Montenegro. Von 1946 bis 1992 trug die Stadt den Namen Titograd nach Josip Broz Tito, dem langjährigen autokratischen Führer Jugoslawiens.
Im Mittelalter war die Stadt als „Ribnica“ bekannt, während sie in der römischen Antike den Namen „Birziminium“ trug. Das Foto zeigt Mercedes-Charabancs, eine frühe Form von Bussen, die in den 1920er-Jahren zu Zeiten des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen durch die Straßen Podgoricas fuhren.
In den 1920er-Jahren wurde Fußball in England zunehmend populär. Londons Wembley-Stadion war 1923 erstmals Austragungsort des FA-Cup-Finals. Die Bolton Wanderers besiegten West Ham United mit 1:0 – doch das Spiel ging vor allem als das sogenannte „White Horse Final“ in die Geschichte ein. Der Grund: Ein weißes Polizeipferd half dabei, die überfüllten Zuschauerränge zu räumen, nachdem sich Tausende Ticketlose Zutritt verschafft hatten.
Die Zwillingstürme waren damals ein Wahrzeichen des Wembley-Stadions.
Dieses Foto aus den 1920er-Jahren zeigt das Königsschloss von Warschau und die Sigismundsäule, die dem Monarchen gewidmet ist, der 1611 Polens Hauptstadt von Krakau nach Warschau verlegte.
Die historischen Gebäude im Zentrum Warschaus wurden nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut. Dabei halfen Gemälde und Fotografien – darunter auch Aufnahmen aus den 1920er-Jahren –, die als Vorlage für die Rekonstruktion dienten. Das Streben nach größtmöglicher Authentizität zahlte sich aus: 1980 verlieh die UNESCO der Warschauer Altstadt den Status eines Weltkulturerbes.
Albaniens Beliebtheit als Reiseziel ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Das Land erlebte jedoch eine lange Phase der Isolation, die von 1975 bis 1991 unter dem autoritären Regime von Enver Hoxha andauerte.
Bereits 1924 stürzte die Demokratische Revolution die Regierung, woraufhin Fan Noli für kurze Zeit Ministerpräsident wurde. Doch schon nach sechs Monaten wurde er ins Exil gezwungen und durch Ahmed Zogu ersetzt, der sich 1928 selbst zum König Zog I. ernannte.
Doch wie so oft blieben diese politischen Machtkämpfe weit entfernt vom Alltag der einfachen Bevölkerung. Das Foto zeigt einen Mann mit zwei Jungen in Tirana zu Zeiten des albanischen Königreichs, die traditionelle Schuhe, sogenannte Opinga, verkaufen.
Das Königliche Opernhaus in Valletta wurde zwischen 1861 und 1866 errichtet, doch die schweren Bombardierungen durch italienische und deutsche Flugzeuge im Zweiten Weltkrieg zerstörten das Gebäude auf der Insel, die bis 1964 eine britische Kronkolonie war.
König Georg VI. von Großbritannien verlieh Malta in Anerkennung der Leidensfähigkeit und Tapferkeit der Bevölkerung während des Kriegs das Georgskreuz – eine der höchsten Auszeichnungen für außergewöhnliches Heldenmut. Zum Gedenken an die Zerstörung wurde das Opernhaus nicht wieder aufgebaut. Stattdessen wurde die Ruine in ein neu errichtetes Freilufttheater integriert.
Nach dem Polnisch-Sowjetischen Krieg (1919-1921) lag Minsk in Trümmern. 1920 wurde die Belorussische Sozialistische Sowjetrepublik ausgerufen, mit Minsk als Hauptstadt.
In den folgenden Jahren erlebte die Stadt ein rasantes Wachstum, angetrieben durch ein umfangreiches Wiederaufbauprogramm. Dazu gehörten der Bau von Fabriken, Bildungseinrichtungen und eines Straßenbahnnetzes. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde 1991 die unabhängige Republik Belarus ausgerufen.
Seit dem vierten Jahrhundert thront die Festung Narikala über dem Fluss Kura, der in Georgien als „Mtkwari“ bekannt ist. Die Stadt Tiflis wuchs über die Jahrhunderte rund um diese alte persische Festungsanlage.
Nach dem Ersten Weltkrieg war Tiflis für rund drei Jahre die Hauptstadt eines unabhängigen georgischen Staates. Doch 1921 wurde die Stadt von der Sowjetarmee besetzt und zur Hauptstadt der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik erklärt.
Bis 1918 war St. Petersburg die Hauptstadt des Russischen Zarenreichs. Nach der Oktoberrevolution verlegten die Bolschewiki die Regierung nach Moskau, das 1922 zur Hauptstadt der neu gegründeten Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) wurde.
Das Foto zeigt Maifeierlichkeiten aus dieser Zeit, die der Sowjetstaat nutzte, um seine wachsende militärische Stärke zu demonstrieren. Wladimir Iljitsch Lenin regierte bis zu seinem Tod 1924 vom Kreml aus, dessen Name im Russischen „Zitadelle“ bedeutet.
Stockholm umfasst mehr als 30.000 Inseln – kein Wunder also, dass Fähren ein praktisches Verkehrsmittel der schwedischen Hauptstadt sind. Auf unserem Foto ist eine auf dem Weg nach Djurgården zu sehen.
Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt, wurde 1891 auf der Insel eröffnet, um auf dem Gelände historische Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine weitere traditionsreiche Attraktion auf Djurgården ist der Vergnügungspark Gröna Lund aus dem Jahr 1883.
Nachdem Lettland 1918 zum Ende des Ersten Weltkriegs seine Unabhängigkeit erlangt hatte, erlebte die Hafenstadt Riga (hier im Jahr 1922 zu sehen) eine Phase des Aufschwungs. In dieser Zeit wurde sie sogar als „Paris des Baltikums“ bezeichnet – doch das alles war nur von kurzer Dauer: 1940 wurde Lettland in die Sowjetunion eingegliedert.
Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde Lettland erneut unabhängig. Seitdem hat sich die Hauptstadt Riga mit ihrer Mischung aus mittelalterlichen Häusern und prachtvoller Jugendstilarchitektur zu einem beliebten Reiseziel entwickelt.
Die mittelalterliche Altstadt von Tallinn (hier auf einer Aufnahme von 1924 zu sehen) gehört zu den am besten erhaltenen in Europa und steht seit 1997 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Doch die Stadt hat im vergangenen Jahrhundert bewegte Zeiten erlebt.
1918 wurde Tallinn zur Hauptstadt des unabhängigen Estlands erklärt, wurde aber schon bald in das Weltgeschehen der damaligen Zeit hineingezogen: Zwischen 1941 und 1944 war Estland von Nazi-Deutschland besetzt, danach bis 1991 von der Sowjetunion. Heute ist Tallinn eine moderne, lebendige Stadt mit viel Charme – kein Wunder, dass mehr als die Hälfte der estnischen Bevölkerung hier lebt.
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