In welchen Ländern sind die Menschen am zufriedensten – und wo ist das Gegenteil der Fall? Der aktuelle World Happiness Report bewertet 147 Länder danach, wie zufrieden die Menschen dort mit ihrem Leben sind – auf einer Skala von 0 bis 10, gemittelt über drei Jahre von 2022 bis 2024.
Neben diesem Wert fließen auch Faktoren wie Lebenserwartung, Wohlstand (gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf), soziale Unterstützung, Großzügigkeit, geringe Korruption und Entscheidungsfreiheit in die Rangliste mit ein. Besonders interessant: Aspekte wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und soziale Interaktionen, etwa gemeinsame Mahlzeiten, wirken sich ebenfalls positiv auf das Wohlbefinden aus.
Übrigens: Deutschland landet mit 6,753 auf Platz 22 und schneidet zum Beispiel gut für die Unterstützung von Studierenden ab – aber das zunehmende politische Misstrauen sowie geopolitische Spannungen führen gerade unter jungen Menschen zu Einbußen. Im Vergleich zum Vorjahr hat Deutschland zwei Plätze im Ranking aufgeholt.
Klicken Sie durch die Galerie und entdecken Sie, welche 10 Länder am glücklichsten sind – und welche 10 am Ende der Liste landen.
Adaptiert von Laura Puttkamer
Die Liste der glücklichsten Länder beginnt mit Mexiko – ein beeindruckender Aufstieg, denn das Land lag im Vorjahr noch auf Platz 25. Nun gehört es erstmals zu den Top 10. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas ist bekannt für kulturelle Vielfalt, Familienorientierung und abwechslungsreiche Landschaften. Unter den 3.000 zwischen 2022 und 2024 befragten Menschen erreichte die durchschnittliche Lebenszufriedenheit 6,979 von 10 Punkten.
Außerdem belegt das Land den sechsten Platz in der Kategorie „positive Emotionen“. Aktuelle Bemühungen der mexikanischen Regierung, die soziale Absicherung zu verbessern, helfen dabei, die Armut in der 130 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung zu verringern.
Auf dem neunten Platz liegt Luxemburg, das kleine Großherzogtum zwischen Frankreich, Deutschland und Belgien. Das Binnenland gehört zu den teuersten europäischen Ländern und erzielt zugleich das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der EU. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit in Luxemburg liegt bei 7,122 Punkten.
Die Bevölkerung des kleinen Landes profitiert von einer starken und stabilen Wirtschaft, hochwertiger Gesundheitsversorgung, kostenlosem öffentlichen Nahverkehr und einer gesunden Work-Life-Balance. Hinzu kommen niedrige Kriminalitätsraten und hohe Löhne.
Israel fällt von Platz 5 im Vorjahr auf Platz 8 zurück. Das Land steht weiterhin im Schatten des langjährigen Konflikts mit Palästina, der sich nach den Angriffen von Hamas-geführten bewaffneten Gruppen im Oktober 2023 zu einem offenen Krieg ausgeweitet hat.
Dennoch erreichten die zwischen 2022 und 2024 Befragten eine durchschnittliche Lebenszufriedenheit von 7,234. In Kategorien wie Freiheit (Platz 87 von 147 Ländern) und Korruptionsfreiheit sind schlechtere Werte zu verzeichnen.
Dafür punktet das Land jedoch bei sozialen Verbindungen und Gemeinschaftsgeist.
Das erste skandinavische Land auf der Liste: Norwegen hält seinen Platz vom Vorjahr als siebtglücklichstes Land weltweit. Die Nation der Fjorde und Berge bietet ein starkes Sozialsystem und hohe Lebenshaltungskosten, die durch hohe Löhne ausgeglichen werden. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit betrug laut Bericht 7,262.
Die norwegische Bevölkerung profitiert von einer robusten Wirtschaft, kostenloser Gesundheitsversorgung und einer guten Work-Life-Balance. Außerdem prägt das Konzept „Friluftsliv“ – frei übersetzt „Leben in der Natur“ – den Alltag vieler Menschen, die die gesundheitlichen Vorteile der Naturverbundenheit beschwören. Selbst während der kalten, dunklen norwegischen Winter gilt dies als Quelle von Lebensqualität.
Costa Rica steigt, verglichen mit dem Vorjahr, um sechs Plätze auf und ist damit erstmals in den Top 10 der glücklichsten Länder. Die zentralamerikanische Nation ist bekannt für ihre Biodiversität, tropischen Wälder und Strände. Die Befragten gaben ihre Lebenszufriedenheit mit durchschnittlich 7,374 an.
Das 5,1 Millionen Einwohner zählende Land setzt auf Gesundheit, Nachhaltigkeit und eine entspannte Lebensweise. Diese Kultur namens „Pura Vida“ lässt sich als Einstellung der Zufriedenheit und Freude beschreiben. Zudem profitiert Costa Rica von niedrigen Lebenshaltungskosten und einer stabilen Demokratie.
Mit Mexiko und Costa Rica schaffen es erstmals zwei lateinamerikanische Länder in die Top 10, ein positiver Trend für die Region.
Laut Bericht ist das fünftglücklichste Land synonym mit Kanälen, Tulpenfeldern und Windmühlen: die Niederlande erreichen mit ihrer lebendigen Kunstszene und dem hohen Lebensstandard eine durchschnittliche Bewertung von 7,306.
Die Nation investiert stark in soziale Sicherungssysteme und öffentliche Dienstleistungen für ihre knapp 18 Millionen Einwohner und erscheint daher regelmäßig auf Listen zur Lebensqualität. Bemerkenswert ist die durchschnittliche Arbeitszeit: Mit rund 32 Stunden pro Woche wird eine gesunde Work-Life-Balance gefördert.
Schweden behält seine Position vom Vorjahr und belegt den vierten Platz mit einer durchschnittlichen Lebenszufriedenheit von 7,345 Punkten.
Trotz der langen, dunklen Winter und hoher Lebenshaltungskosten in urbanen Gebieten genießt das Land starke Sozialsysteme, eine gesunde Work-Life-Balance und stabile soziale Netzwerke. Städte wie Stockholm florieren, während andere Teile des Landes mit Wäldern, Bergen und Küsteninseln locken. Ähnlich wie in Norwegen ist auch hier die Verbindung zur Natur kulturell tief verwurzelt.
Island hält seinen dritten Platz und damit die Rangfolge vom Vorjahr. Das nordische Land ist geprägt von Vulkanen, Gletschern und Geysiren. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit lag ähnlich wie im Vorjahr bei gesunden 7,515.
Mehr als die Hälfte der isländischen Gesamtbevölkerung von rund 400.000 Menschen lebt in der Region rund um die Hauptstadt Reykjavik. Die Nation genießt eine hohe Lebensqualität mit exzellenten öffentlichen Dienstleistungen und engem sozialen Zusammenhalt. Auch die Nähe zur unberührten Natur fördert das Wohlbefinden.
Bereits zum siebten Jahr in Folge belegt Dänemark den zweiten Platz im Ranking der glücklichsten Länder der Welt. Das skandinavische Land erscheint mit seinem naturverbundenen Lebensstil und den kulturell reichen Städten regelmäßig in Lebensqualitäts-Rankings. Der durchschnittliche Wert für Lebenszufriedenheit dieses Mal: 7,521 Punkte.
Die dänische Bevölkerung genießt einen umfassenden Wohlfahrtsstaat, eine gesunde Work-Life-Balance und starke soziale Netzwerke. Außerdem prägt das Konzept „Hygge“ das Leben – ein Lebensstil, der auf Gemütlichkeit, Zufriedenheit und den Genuss der einfachen Freuden im Leben setzt.
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An der Spitze der Liste steht zum achten Jahr in Folge Finnland. Wie seine skandinavischen Nachbarn wird auch dieses Land regelmäßig in Rankings der glücklichsten Länder der Welt aufgelistet. Für diesen Report betrug die durchschnittliche Lebenszufriedenheit beeindruckende 7,736 Punkte.
Warum sind die Finnen so zufrieden? Die mit 5,5 Millionen recht kleine Bevölkerung genießt hohe Sicherheit und persönliche Freiheit, sowie hervorragende öffentliche Dienstleistungen. Ein weiterer Faktor: Die Natur mit ihren unzähligen Seen und Wäldern.
Die Liste der zehn unglücklichsten Länder beginnt mit Lesotho, einem Binnenstaat, der von Südafrika umschlossen ist. Zwar hat sich die Platzierung seit dem Vorjahr verbessert, als Lesotho das drittunglücklichste Land weltweit war, aber mit 3,757 Punkten bleibt die durchschnittliche Lebenszufriedenheit niedrig.
Die 2,3 Millionen Einwohner Lesothos stehen vor erheblichen Herausforderungen wie etwa weit verbreiteter Armut und Nahrungsmittelknappheit. Das Bruttoinlandsprodukt ist eines der niedrigsten unter den bewerteten Ländern. Zudem weist Lesotho sehr hohe HIV/AIDS-Raten auf.
Neuntunglücklichstes Land sind die Komoren, eine Inselgruppe vor der ostafrikanischen Küste. Die größte der drei Hauptinseln vulkanischen Ursprungs ist Grande Comore. Eine vierte Insel namens Mayotte wird von Frankreich beansprucht. Die arabisch- und französischsprachige Nation erreicht eine durchschnittliche Lebenszufriedenheit von 3,754.
Trotz landschaftlicher Schönheit und touristischem Potenzial bleiben die Komoren ein armes Land, das auch noch politische Instabilität erlebt. Die Bevölkerung ist zu großen Teilen auf Subsistenzlandwirtschaft als Einkommen angewiesen.
Jemen, auf der Arabischen Halbinsel gelegen, folgt im Ranking der unglücklichsten Länder. Über diese krisengeschüttelte Nation sind nur wenige Daten verfügbar, aber die humanitäre Lage gilt als eine der schlimmsten weltweit. Der Index setzt die durchschnittliche Lebenszufriedenheit bei 3,561 an.
Schon seit 2015 dauert der Bürgerkrieg im Jemen an, weshalb das Land als gefährlich für Besucher gilt. Der Krieg hat einen wirtschaftlichen Kollaps mit sich gebracht, der Lebensmittelpreise, Gesundheitsversorgung und Beschäftigung beeinträchtigt.
Mit einer leichten Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (Platz 5) liegt die Demokratische Republik Kongo auf Platz 7. Das in Zentralafrika gelegene Land ist das größte in Subsahara-Afrika mit enormen Rohstoffvorkommen wie Öl und Diamanten, sowie einer reichen Artenvielfalt. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit lag bei 3,469.
Als zweitbevölkerungsreichste Nation Afrikas mit über 110 Millionen Menschen ist der Kongo zugleich eines der ärmsten Länder der Welt. Andauernde Konflikte, Ernährungsunsicherheit, Krankheiten und Bevölkerungsvertreibungen belasten das Land stark.
Das nächstunglücklichste Land ist Botswana, ein stabiles Binnenland im Süden Afrikas. Es erstreckt sich über einen Teil der Kalahari-Wüste und beherbergt die größte Elefantenpopulation der Welt. Der Bericht setzt die durchschnittliche Lebenszufriedenheit bei 3,438 an.
Botswana gilt als freundlich, sicher und inklusiv, mit einer starken Safari-basierten Tourismusindustrie. Doch das Land hängt wirtschaftlich stark vom Diamantenhandel ab und ist dadurch anfällig für globale Marktschwankungen. Außerdem gibt es Defizite im Gesundheitswesen.
Die südafrikanische Nation Simbabwe verschlechtert sich vom sechstunglücklichsten zum fünfunglücklichsten Land. Ebenso wie viele der anderen genannten Länder ist sie für ihre vielfältige Tierwelt und Naturwunder wie die Victoriafälle bekannt. Dennoch betrug die durchschnittliche Lebenszufriedenheit nur 3,396.
Seitdem der umstrittene ehemalige Präsident Robert Mugabe im Jahr 2017 aus dem Amt gedrängt wurde, steht Simbabwe vor anhaltenden Herausforderungen: wirtschaftliche Instabilität, hohe Inflation und Arbeitslosigkeit, sowie Bedenken über die Demokratie und die Auswirkungen von Dürreperioden.
Malawi, gelegen im Südosten Afrikas, hatte im vergangenen Jahr eine sinkende Lebenszufriedenheit zu verzeichnen und ist vom acht- zum viertunglücklichsten Land aufgestiegen. Bekannt als „Warmes Herz Afrikas“, ist Malawi reich an Natur und Tierwelt. Die Befragten bewerteten ihr Leben mit durchschnittlich 3,260 Punkten.
Die Landwirtschaft dominiert, aber Malawi arbeitet daran, bis 2063 wohlhabender und unabhängiger zu werden. Zu den Herausforderungen für die Nation mit ihren 21 Millionen Einwohnern gehören hohe Armutsraten, Nahrungsmittelknappheit und Dürreperioden.
Das drittunglücklichste Land ist laut Bericht die nahöstliche Nation Libanon – letztes Jahr das zweitunglücklichste Land auf der Liste. Trotz seiner historischen Bedeutung als Handels- und Kulturzentrum erreichte der Libanon nur 3,188 Punkte in der Bewertung.
Das an Israel und Syrien grenzende Land mit sechs Millionen Einwohnern hat mit erheblicher politischer Instabilität und regionalen Konflikten zu kämpfen. Außerdem hat es einen Wirtschaftskollaps hinter sich, der nach wie vor zu schlechten Lebensstandards führt; und der stetige Zustrom syrischer Flüchtlinge wirkt sich ebenfalls auf das Land aus.
Sierra Leone ist das zweitunglücklichste Land der Welt – letztes Jahr war es noch Platz 4 im Bericht. Die westafrikanische Nation hat eine Bevölkerung von rund 8,4 Millionen Menschen und ist reich an Bodenschätzen. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit betrug nur 2,998.
Der illegale Diamantenhandel war ein zentraler Faktor im zehn Jahre dauernden Bürgerkrieg in Sierra Leone. Zwar endete er 2002, belastet das Land aber weiterhin. Auch die verheerende Ebola-Epidemie von 2014 hat bis heute Folgen. Zu den aktuellen Herausforderungen gehören Armut, hohe Jugendarbeitslosigkeit und schwache Infrastruktur.
Afghanistan in Südzentralasien behält seinen Platz als unglücklichstes Land unter den 147 untersuchten Nationen. Das von Wüsten und Bergen dominierte Land hat eine Bevölkerung von rund 44 Millionen Einwohnern. Die Befragten bewerteten ihr Leben mit durchschnittlich 1,364 Punkten – noch niedriger als der Wert von 1,721 aus dem Vorjahr.
Das vom Krieg zerrüttete Land hat anhaltende Instabilität und humanitäre Krisen erlebt. Seit dem Ende der US-geführten Invasion 2021 gewannen die radikalen Taliban wieder die Kontrolle, was zu einer massiven Verschlechterung der Menschenrechte, insbesondere für Frauen und Mädchen, führte.
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