Die Luftfahrtbranche erlebt gerade ein echtes Comeback: Die Passagierzahlen haben das Niveau von vor der COVID-Pandemie 2019 längst übertroffen. 2024 sind weltweit 9,4 Milliarden Menschen geflogen – und 2025 soll die Zahl noch weiter steigen. Wir nehmen das zum Anlass und werfen einen Blick hinter die Kulissen der größten Airlines der Welt.
Von extrem teuren Tickets über ungewöhnliche Tiere an Bord bis hin zum besten Kabinenpersonal der Welt: Entdecken Sie hier 19 spannende Fakten rund um die Giganten des Luftverkehrs …
Adaptiert von Alina Halbe
Wer hätte gedacht, dass die älteste noch unter ihrem ursprünglichen Namen aktive Fluggesellschaft ausgerechnet aus den Niederlanden stammt? Die Rede ist von KLM. Diese Abkürzung steht für „Koninklijke Luchtvaart Maatschappij“, was übersetzt so viel heißt wie „Königliche Luftfahrtgesellschaft“.
Gegründet wurde KLM bereits im Jahr 1919. Nur ein Jahr später hob die erste Linienflugmaschine ab und verband die Metropolen London und Amsterdam. Heute gehört das Unternehmen zur Air France-KLM-Gruppe – der Zusammenschluss erfolgte im Jahr 2004 –, doch der traditionsreiche Markenname KLM ist bis heute geblieben.
Heute gehört die Business Class zum Standard, doch bis in die frühen 1970er-Jahre mussten sich Flugreisende zwischen zwei Extremen entscheiden: der teuren Ersten Klasse oder der wenig komfortablen Economy Class.
Dann kam die Wende: Immer mehr Airlines erkannten, dass Geschäftsreisende zwar Wert auf Service legten, aber nicht zwingend das Luxuspaket der First Class brauchten – und auch nicht bezahlen wollten.
Pionier in Sachen Business Class war 1979 die australische Fluggesellschaft Qantas. Sie führte als Erste ein eigenes Ticket für diese neue Reiseklasse ein – mit breiteren Sitzen, besserem Essen, kostenlosen Drinks und Zugang zur Lounge. Im Vergleich zu einem modernen Business-Class-Sitz von Qantas (hier im Bild) war damals aber sicher noch Luft nach oben.
Mit gerade einmal zwölf Jahren saß Bonnie Tiburzi zum ersten Mal am Steuer eines Flugzeugs – und entdeckte ihre große Leidenschaft fürs Fliegen. Nur gut ein Jahrzehnt später, 1973, stellte American Airlines sie als erste Pilotin einer großen US-Fluggesellschaft ein. Bonnie war da gerade mal 24 Jahre alt. An ihrem 50. Geburtstag ging sie in den Ruhestand – nach einer Karriere, die vielen Frauen den Weg ins Cockpit geebnet hat.
Übrigens: Frauen waren natürlich schon viel früher in der Luftfahrt aktiv. So erhielt etwa die Französin Raymonde de Laroche bereits 1910 als erste Frau weltweit ihre Pilotenlizenz.
Kaum zu glauben, aber der irische Billigflieger Ryanair startete 1984 mit gerade einmal einem britischen Pfund Startkapital – das wären heutzutage inflationsbereinigt etwa vier Euro. Das war genau der Betrag, den man damals brauchte, um offiziell eine Firma anzumelden.
Die junge Airline hatte anfangs ein einziges Flugzeug mit 15 Sitzen und gerade mal 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Geflogen wurde zweimal täglich zwischen dem irischen Waterford und dem Londoner Flughafen Gatwick. Weil die Maschine so winzig war, durften die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter nicht größer als 1,57 Meter sein – sonst wurde es im Gang zu eng.
Jane O’Keeffe (hier im Bild) wurde dann im Jahr 1988 als einmillionste Ryanair-Passagierin begrüßt.
Heute kaum noch wegzudenken: Online einzuchecken spart Zeit, Nerven und das lästige Anstehen am Schalter. Doch so neu, wie man meinen könnte, ist die Idee gar nicht. Schon im September 1999, mitten im Dotcom-Boom, führte Alaska Airlines als erste Fluggesellschaft weltweit den Online-Check-In ein.
Die allererste Nutzerin war Kathy Bloom, selbst Mitarbeiterin eines Tech-Unternehmens, das das System testete. Ihr Fazit damals: „Der Prozess war einfach und schnell – ich bin für alles, was Zeit am Flughafen spart.“ Da können wir ihr nur zustimmen.
Es ist wohl allgemein bekannt, dass Briten ihren Tee lieben – so werden bei British Airways fast 40 Millionen Tassen pro Jahr an Bord serviert. Kein Wunder also, dass die Airline 2013 mit Twinings, einem britischen Traditionsunternehmen für Heißgetränke, eine eigene Teesorte entwickelte – perfekt abgestimmt auf die besonderen Bedingungen in 10.000 Metern Höhe.
Denn dort oben schmeckt alles anders: Weniger Luftdruck und die geringe Luftfeuchtigkeit beeinflussen unseren Geschmackssinn. Seit 2025 kommt der Bordtee übrigens von Birchall Tea, einem anderen britischen Teehaus.
Klingt fast zu absurd, um wahr zu sein: In mehreren großen Airlines wie Qatar Airways, Emirates, Etihad und Royal Jordanian dürfen Falken mitfliegen – und zwar nicht im Frachtraum, sondern in der Kabine.
Der Grund: Falknerei hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine lange Tradition und gilt als fester Bestandteil des kulturellen Erbes. Um dieses doch etwas gewöhnungsbedürftige Prozedere besser zu regulieren, wurde 2002 sogar ein Falkenpass eingeführt. Seitdem wurden über 28.000 dieser tierischen Reisedokumente ausgestellt.
Luxus über den Wolken hat einen Namen: „The Residence“. Seit 2014 bietet Etihad Airways mit dieser exklusiven Suite das wohl luxuriöseste Flugerlebnis der Welt – allerdings nur für Reisende mit sehr großem Budget. Ein One-Way-Ticket von Dubai nach New York kostet rund 50.000 US-Dollar (rund 43.000 Euro) und gilt als das teuerste Flugticket überhaupt.
Dafür bekommt man aber auch einiges geboten: Zugang zur First-Class-Lounge, eine eigene Limousine zum Flughafen, persönlichen Butler-Service, ein Gourmet-Menü und eine private Drei-Zimmer-Suite mit Queen-Size-Bett über den Wolken.
Bette Nash war mehr als nur eine Flugbegleiterin – sie war eine lebende Legende der Lüfte. Mit fast 67 Jahren im aktiven Dienst hält sie den Guinness-Weltrekord als dienstälteste Flugbegleiterin der Welt. Ihren ersten Arbeitstag hatte sie im November 1957 bei Eastern Airlines, später wechselte sie zu American Airlines – und blieb dort bis zuletzt. Sie arbeitete bis kurz vor ihrem Tod im Jahr 2024.
Zum 60-jährigen Dienstjubiläum im Jahr 2017 ehrte die Airline ihre außergewöhnliche Karriere mit einer Spende. Das Spendengeld von 10.000 US-Dollar (rund 9.000 Euro) ging an die Suppenküche ihrer Heimatgemeinde, bei der Nash regelmäßig mit anpackte, wenn sie mal nicht gerade um die Welt flog.
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Mit einer Strecke von rund 15.350 Kilometern und einer Flugzeit von fast 19 Stunden hält Singapore Airlines aktuell den Rekord für den längsten Nonstop-Flug der Welt. Die Verbindung vom New Yorker JFK-Flughafen nach Singapur wurde am 11. Oktober 2018 auf den Plan gesetzt. Der Passagier hier im Bild hatte damals ein Ticket für den Erstflug ergattert.
Doch die Konkurrenz schläft nicht: Die australische Fluggesellschaft Qantas plant mit dem sogenannten „Project Sunrise“ noch längere Verbindungen – nämlich Direktflüge von Sydney und Melbourne nach London und New York. Aufgrund der Corona-Pandemie verzögert sich der Start zwar, aber voraussichtlich ab 2027 heben die Jets für diese Ultra-Langstrecken ab. Die voraussichtliche Flugzeit? Bis zu 20 Stunden.
Am 9. Februar 2020 legte ein British-Airways-Flug die Strecke zwischen New York und London in nur vier Stunden und 56 Minuten zurück. Der Flug wurde damit zum schnellsten jemals gemessenen Unterschallflug zwischen den beiden Metropolen. Normalerweise dauert der Flug laut Flightradar24, einem Onlinedienst zur Echtzeit-Positionsdarstellung von Flugzeugen, durchschnittlich etwas über sechs Stunden.
Für diesen Tempo-Rekord sorgten damals heftige Winde, ausgelöst durch den Sturm Ciara. Dadurch erreichte die Boeing 747 eine Höchstgeschwindigkeit von beeindruckenden 1.328 Kilometern pro Stunde. An diesem Abend schafften übrigens auch zwei Flüge von Virgin Atlantic die Strecke in fünf Stunden oder weniger.
Selbst während der Pandemie hat Tom Stuker die Welt im Flug erobert – und zwar buchstäblich. Denn in nur neun Monaten hat er eine Million Flugmeilen (das sind rund 1,6 Millionen Kilometer) zurückgelegt. Im Mai 2024 knackte er die unglaubliche Marke von 24 Millionen Flugmeilen (38,6 Millionen Kilometer). Das schaffte er mit insgesamt 12.000 Flügen.
Falls Sie sich jetzt fragen, wie das überhaupt möglich ist: Nun, Stuker kaufte 1990 für rund 510.000 US-Dollar (rund 440.000 Euro) einen sogenannten „Lifetime Pass“ bei United Airlines, der ihm und einer Begleitperson ein Leben lang unbegrenzte Flüge in der First Class garantiert. Seine Faszination fürs Fliegen entdeckte er übrigens 1984 auf einer Dienstreise nach Australien – seitdem bezeichnet er sich selbst als „flugsüchtig“.
Die US-amerikanische Delta Air Lines aus Atlanta ist laut aktuellsten Zahlen die weltweit umsatzstärkste Fluggesellschaft – mit beeindruckenden 58 Milliarden US-Dollar (rund 50 Milliarden Euro). Als älteste noch operierende Airline der USA beförderte Delta im Jahr 2024 mehr als 200 Millionen Passagiere.
Auf den Plätzen zwei und drei folgen weitere Schwergewichte aus den USA: United Airlines und American Airlines. Die größte nicht-amerikanische Fluggesellschaft ist die deutsche Lufthansa, die mit 39 Milliarden US-Dollar (rund 33 Milliarden Euro) Umsatz immerhin auf Rang vier landet.
Auch für den nächsten Superlativ schauen wir in die USA: Denn auch, wenn es um die Anzahl der Flüge pro Tag geht, führen US-Fluggesellschaften das weltweite Ranking an. American Airlines aus Fort Worth im US-Bundesstaat Texas liegt mit aktuell 4.721 Flügen pro Tag (Stand Februar 2025) ganz vorne. Das Streckennetz umfasst 350 Ziele in 48 Ländern.
Die anderen Plätze in den Top Fünf belegen die US-amerikanischen Airlines Delta und United sowie China Eastern Airlines und Irlands Ryanair.
Obwohl der Abstand zu den anderen großen US-Airlines knapp ist und die Zahlen ständig schwanken, hat United Airlines aus Chicago aktuell mit 1.037 Flugzeugen die größte Flotte. Im Januar 2025 knackte die Fluggesellschaft erstmals die Marke von 1.000 Maschinen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen American Airlines mit über 990 und Delta Air Lines mit mehr als 985 Flugzeugen.
Zählt man die Regionalflotten dazu, steigen die Zahlen um weitere mehrere Hundert Flugzeuge an. Wichtig: Da Airlines ihre Flotten ständig erweitern und ältere Maschinen ausmustern, ändern sich diese Werte natürlich laufend.
Wer beim Fliegen schnell Herzklopfen und nasse Hände bekommt, sollte Air New Zealand buchen. Die Airline sicherte sich 2025 nämlich den Spitzenplatz im Sicherheitsranking der Plattform AirlineRatings.com. Bewertet wurden unter anderem schwere Zwischenfälle, Unfälle mit Personenschaden, branchenspezifische Qualitäts- und Sicherheitskontrollen, Pilotentrainings und das Alter der Flugzeuge.
Air New Zealand setzte sich übrigens nur knapp vor Qantas durch – mit 1,5 Punkten Vorsprung. Platz drei ist gleich dreifach belegt, von Cathay Pacific, Qatar Airways und Emirates. Bei den Low-Cost-Airlines gewann Hongkongs HK Express den Titel der sichersten Airline.
Seit 1999 vergibt Skytrax – ein britisches Unternehmen, das sich auf die Bewertung und Analyse von Fluggesellschaften und Flughäfen spezialisiert hat – jährlich die sogenannten World Airline Awards. Qatar Airways aus Doha hat den Titel nun schon neunmal gewonnen, zuletzt 2025.
Die Auszeichnung basiert auf den Bewertungen von Millionen Reisenden, die Komfort, kulinarische Verpflegung und Entertainment an Bord sowie die Pünktlichkeit unter die Lupe genommen haben. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Singapore Airlines und Cathay Pacific Airways.
In der Skytrax-Umfrage aus dem Jahr 2025 wurden auch die Airlines mit dem besten Kabinenpersonal ausgezeichnet – und ganz oben steht diesmal Singapore Airlines. Die japanische Airline ANA (All Nippon Airways) belegte Platz zwei, auch Cathay Pacific Airways schaffte es aufs Siegertreppchen.
Laut der Website von Singapore Airlines durchlaufen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein strenges, viermonatiges Trainingsprogramm, das zu den längsten und umfassendsten der Branche gehört. Die Airline räumte außerdem zahlreiche weitere Auszeichnungen ab, darunter „Beste First Class weltweit“ und „Beste Airline in Asien“.
Auch in der Kategorie der Billigfluggesellschaften veröffentlicht Skytrax regelmäßig Rankings. Bei der Auszeichnung für das Jahr 2025 setzte sich AirAsia erneut an die Spitze – und das bereits zum 16. Mal hintereinander. Zusätzlich gewann die Airline den Titel als beste Low-Cost-Airline in Asien.
Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Fluggesellschaften Scoot aus Singapur und IndiGo mit Sitz in Indien. Scoot ist Teil der Singapore Airlines Group und wurde zudem als beste Low-Cost-Airline für Langstrecken ausgezeichnet.
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