Paradiesische Kulisse, türkisblaues Wasser, sanft rauschende Wellen – wer liegt nicht gerne an einem Bilderbuchstrand? Doch der Schein kann trügen. Nicht alle Strände halten, was der erste Blick verspricht. Manche Küstenabschnitte bergen enorme Gefahren, die alles andere als idyllisch sind.
Von heimtückischen Strömungen und tödlichen Quallen über aggressive Raubtiere bis hin zu verschmutzten Gewässern – entdecken Sie hier 15 Strände, an denen ein Sonnenbrand noch die geringste Gefahr ist ...
Adaptiert von Alina Halbe, Sandra Schröpfer und Maren Jannen
Ganzjährig Sonnenschein, milde Temperaturen – die Strände von Volusia County zählen zu den besten Floridas. New Smyrna und Daytona (Bild) sind besonders beliebt. Sonnenhungrige und Surfer strömen hierher, um die Sandstrände und perfekte Brandung zu genießen.
Aber Volusia County ist auch als „Welthauptstadt für Haiangriffe“ bekannt. Wer dort also ins Wasser geht, tut dies unter der Überschrift „auf eigene Gefahr“.
Obwohl es statistisch gesehen ziemlich unwahrscheinlich ist, von einem Hai angegriffen zu werden, registrierte das International Shark Attack File des Florida Museum of Natural History allein im Jahr 2024 insgesamt 14 Bissvorfälle in Florida – alle nicht tödlich, aber mehr als die Hälfte davon ereigneten sich in Volusia County.
Im Juli 2025 wurde ein Surfer vor New Smyrna Beach schwer am Arm verletzt, als ein Hai ihn im Wasser angriff.
Island wirkt an vielen Ecken wie aus einer anderen Welt – mit tosenden Wasserfällen, brodelnden Geysiren, Gletschern und Vulkanen. Auch der Reynisfjara-Strand reiht sich nahtlos in dieses Naturwunder-Panorama ein: ein pechschwarzer Lavastrand, an dem schroffe Felsnadeln aus dem wilden Nordatlantik ragen.
Die Kulisse ist atemberaubend schön, die Szenerie verführerisch – und was man hier auf gar keinen Fall tun sollte: dem Ozean den Rücken zukehren ...
An diesem Strand kann der Atlantik mit voller Wucht und oft ohne Vorwarnung zuschlagen: Reynisfjara ist berüchtigt für ein tückisches Naturphänomen namens „Sneaker Waves“. Diese riesigen Wellen brechen völlig unerwartet aus einer Serie kleinerer Wellen hervor und können so hoch wie ein zehnstöckiges Gebäude sein. Wer zu nah am Wasser steht, riskiert, von den gewaltigen Brechern erfasst und ins Meer gerissen zu werden.
Im Juni 2022 kam ein Tourist genau auf diese Weise ums Leben, als er von einer solchen Monsterwelle ins offene Meer gezogen wurde. Wer den Strand besucht, sollte daher unbedingt die Warnhinweise und das Ampelsystem am Eingang beachten. Denn auch wenn das Meer ruhig wirkt: In Reynisfjara kann es jederzeit lebensgefährlich werden.
Die malerische Algarve-Region in Portugal kann mit einigen der schönsten Strände Europas aufwarten. Dort findet man endlose, weiße Sandstrände, aber auch schroffe, von steilen Klippen gesäumte Buchten. Mit einem reichen Angebot an Wassersport-Aktivitäten, angesagten Strandbars und hervorragenden Fischrestaurants ist diese Gegend für aktive und nach Unterhaltung suchende Urlaubende genau das Richtige.
Allerdings ist die Algarve-Küste auch bekannt für Wetterumschwünge und insbesondere an der Westküste können die gewaltigen Atlantikwellen zur Gefahr werden. Starke Winde und tosende Wellen schaffen mächtige Gezeiten, die wiederum sehr starke Strömungen entstehen lassen. Das hat bereits zahlreiche Menschen in den Tod gerissen.
Allgemein gilt: Wenn die roten Fahnen gehisst sind, nicht ins Wasser gehen!
Juhu Beach an den Ufern des Arabischen Meeres ist einer der besten und schönsten Badeorte Mumbais – beliebt bei Bollywood-Stars und wohlhabenden Einwohnern der indischen Stadt. Der riesige Sandstrand ist nicht nur ein Magnet für Jogger oder Wassersportler, die hier gerne schwimmen oder paddeln, er lädt ebenso zu einem ruhigen Spaziergang ein, um Streetfood oder einfach nur die unvergleichliche Aussicht auf die Millionen-Metropole zu genießen.
Insbesondere am Abend kommen viele Menschen, um den spektakulären Sonnenuntergang zu erleben.
Doch leider gehört der Strand von Juhu zu den am stärksten verschmutzten Stränden Mumbais. Eine Studie aus dem Jahr 2023 brachte schockierende Fakten ans Licht: Unglaubliche 75,5 Prozent des Mülls an den Stränden Juhu und Aksa – einem weiteren Strand in Mumbai – bestanden aus Plastikabfällen. Und bei einer Aufräumaktion im Januar 2024 wurden am Juhu Beach rund 200 Kilogramm Müll gesammelt.
Zudem ereigneten sich an dem Strand einige tragische Todesfälle: Im Juni 2023 ertranken vier Jungen, nachdem eine Flutwelle sie von einem Steg mitgerissen hatte.
Spektakulär anzusehende Berge, unberührte Wälder, wilde Flüsse und traumhafte Strände machen Port St. Johns an der südöstlichen Küste Südafrikas am Indischen Ozean zu einem magischen Ort. An der Mündung des Flusses Umzimvubu befinden sich drei Strände, einer von ihnen, der Second Beach, ist überaus beliebt bei Schwimmern und Surfern.
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Doch die Idylle des Strandes ist trügerisch, denn die Küste gehört zu den gefährlichsten Orten Südafrikas. Zwischen 2009 und 2014 kam es dort zu acht tödlichen Haiangriffen. Die meisten Attacken wurden Bullenhaien zugeschrieben (Bild).
In einer National-Geographic-Doku aus dem Jahr 2022 wurde vermutet, dass die ungewöhnliche Häufung der Angriffe mit verstärkter Erosion und zunehmendem Regen zusammenhängt – beides Faktoren, die Haie weiter die Küste hinuntertreiben und sie zwingen könnten, neue, sichere Brutgebiete zu suchen. Auch wenn es in den letzten Jahren keine tödlichen Haiangriffe mehr gegeben hat, bleiben die starken, unberechenbaren Strömungen unabhängig davon eine permanente Gefahr.
Adelaides Küstenvororte – Glenelg, Henley, Brighton und Semaphore – sind vom Stadtzentrum aus leicht zu erreichen und gehören zu den Vorzügen dieser Region. Glenelg, mit seinem historischen Holzsteg und Küstencharme, ist besonders beliebt.
Doch auch hier kann der Tod lauern. Im Juli 2023 wurden die Leichen eines Mannes und einer Frau im Abstand von wenigen Tagen in der Nähe des Piers von Glenelg Beach angespült.
Und bereits im Februar 2020 sorgten Funde der hochgiftigen Blaugeringelten Kraken an den Stränden von Brighton, Somerton und Seacliff für Aufsehen. Strandbesucher werden gewarnt, ihre Kinder von Felsen, Steinen und anderen potenziellen Verstecken für die possierlichen, aber todbringenden Kreaturen fernzuhalten.
Der sonnenverwöhnte Sandstrand von Huntington Beach im kalifornischen Orange County erfreut sich ganzjähriger Beliebtheit bei Einheimischen und Touristen, die hierherkommen, um zu faulenzen, in der Brandung herumzutollen, Beachvolleyball zu spielen oder auf den legendären Wellen zu surfen. Der Huntington Beach Pier ist mit seinen 564 Metern einer der längsten und meistfotografierten Holzstege der Pazifikküste und ein beliebter Ort zum Essen, Trinken und Flanieren.
Doch im Jahr 2019 endete ein Spätsommerwochenende an diesem Strand für mehr als 500 Menschen mit höllischen Qualen, nachdem sie im seichten Wasser von Stachelrochen gestochen worden waren. In einigen Fällen durchbohrte ihr langer Giftstachel die Haut der Schwimmenden.
Stachelrochen sind weiterhin eine Gefahr, vor der gewarnt wird: Wenn neben einem der Rettungsschwimmertürme eine violette Flagge gehisst wird, weiß man, dass in der Nähe mehr als zwei Personen gestochen wurden. Und das ist noch nicht alles: Im März 2025 wurde ein Teil des Huntingdon Beach vorübergehend gesperrt, nachdem dort ein Weißer Hai gesichtet worden war.
Cable Beach ist für seine atemberaubenden Sonnenuntergänge über dem Indischen Ozean bekannt und gilt mit seinem weißen Sand als einer der schönsten Küstenabschnitte Westaustraliens. Der 22 Kilometer lange Strand liegt in der Nähe der Stadt Broome an der Nordwestküste, an der ein tropisches Klima herrscht, und zieht Menschen aus aller Welt an.
Doch die dort heimischen Meeresbewohner machen Cable Beach manchmal zu einem unfreundlichen Ort. Denn wie an vielen Küsten in Nordaustralien lauern auch in diesen Gewässern tödliche Jäger, wie menschenfressende Krokodile und hochgiftige Irukandji-Würfelquallen.
Im Jahr 2024 wurden an diesem Strand insgesamt 95 Quallenstiche von Rettungsschwimmern behandelt – darunter auch zwei durch eben jene Irukandji-Würfelquallen.
Das brasilianische Amazonasbecken ist vor allem für seinen üppigen Regenwald bekannt, aber nur wenige wissen, dass man entlang des Amazonas auch wunderschöne Süßwasserstrände finden kann. Besonders einladend scheint der abgelegene Strand von Alter do Chão (Bild) mit der kleinen Ilha do Amor (Insel der Liebe) in der Mitte des Flusses.
Doch trotz der Schönheit dieses Ortes sollten Besucher der Verlockung widerstehen, in den Gewässern nach Abkühlung zu suchen. Unter der Wasseroberfläche schwimmen zahllose Kreaturen und nicht wenige von ihnen sind tödlich. Scharfzahnige Piranhas, meterlange Anakondas und elektrisch geladene Zitteraale können nach Erfrischung suchenden Badegästen tödliche Wunden zufügen.
An dem kilometerlangen Küstenabschnitt rund um Shenzhen findet man viele Einheimische, die dem Stadtleben entfliehen und die Abgelegenheit der Strände genießen wollen. Shenzhen liegt direkt an der Grenze zu Hongkong und ist eine der wohlhabendsten und bevölkerungsreichsten Städte Chinas.
Doch die unverhältnismäßig hohe Besucherzahl kann an diesem Küstenabschnitt zu einem ernstzunehmenden Problem werden. Jedes Jahr ertrinken mehrere Menschen, während sich Tausende im Wasser tummeln.
Tatsächlich ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ertrinken an Stränden wie in Shenzhen die häufigste Todesursache bei Kindern im Alter von ein bis 14 Jahren.
Auf den ersten Blick sieht der Maho-Strand an der Südwestküste von Sint Maarten aus wie das ultimative Tropenparadies, mit puderweichem Sand, kristallklarem Wasser und authentischer Postkartenatmosphäre. Aber wer an diesen Strand kommt, ist nicht auf der Suche nach ruhigen Momenten am Meer …
Der Maho Beach liegt direkt am Ende der äußerst kurzen Start- und Landebahn des Insel-Flughafens, was für spektakuläre, aber auch sehr gefährliche Aussichten sorgt.
Adrenalin-Junkies beobachten dort Flugzeuge bei Abflug und Landung und machen Selfies mit den tieffliegenden Jets. Doch Turbinenwinde können tödlich sein: 2017 kam eine Frau auf tragische Weise ums Leben, nachdem sie zu nahe am Zaun gestanden hatte, der die Landebahn vom Strand trennt. Große Schildern entlang des Zauns und um die Grenzen des Flughafens warnen davor, genau das nicht zu tun.
Dieser Strand ist ein Ort, an dem uralter Regenwald beinahe nahtlos in das küstennahe Korallenriff übergeht. Die im äußersten Norden von Queensland liegende Landzunge gehört zum Daintree-Nationalpark – ein Paradies mit leeren Stränden und nichts als dem Geräusch der brechenden Wellen, das die Stille durchbricht. Allerdings gibt es einen guten Grund, warum der Strand so verlassen ist.
So paradiesisch Cape Tribulation auch aussehen mag, für Menschen ist es dort sehr gefährlich. Am Strand leben Salzwasserkrokodile, die von den Einheimischen „Salties“ genannt werden. Diese größten Krokodile der Welt sonnen sich gerne auf dem Sand oder schwimmen in der Brandung. 2017 wurde eine Frau von einem Exemplar ins Bein gebissen, als sie zu nahe am Wasser stand, und kam mit einer Fleischwunde am Oberschenkel davon.
Im Wasser tummelt sich dazu noch die tödlichste Qualle der Welt: die Würfelqualle. Diese nahezu unsichtbaren Tierchen durchstreifen die Bucht zwischen November und Mai in Scharen.
Die Jurassic Coast, die vor allem als Fundort unglaublich gut erhaltener Fossilien bekannt ist, zieht sich entlang der südenglischen Ärmelkanalküste von Exmouth in Devon bis hin zur Studland Bay in Dorset.
Der Küstenabschnitt ist von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt und beeindruckt mit einer Vielzahl an Buchten und Stränden, von denen viele spektakuläre Klippen und Felsformationen mit Höhlen aufweisen. Als Drehort der hochgelobten britischen Krimiserie „Broadchurch“, die auch im deutschen Fernsehen zu sehen war, könnte er dem ein oder anderen bekannt vorkommen.
Doch der malerische Küstenabschnitt ist auch unberechenbar und stark anfällig für Küstenerosion. 2019 kam ein Mann ums Leben, nachdem er während einer Coasteering-Aktion – eine Kombination aus Klippenspringen und -klettern – in Dorset aus dem Meer gerettet worden war. Auch in den Folgejahren gab zahlreiche Berichte über Unfälle in der Gegend.
Im April 2021 verzeichnete das Gebiet den größten Steinschlag Großbritanniens seit 60 Jahren, als ein 300 Meter langer Küstenabschnitt südlich von Weymouth in die Tiefe stürzte. Im Januar 2023 und Dezember 2024 stürzten mehrere Tonnen uralter Felsbrocken von den Sandsteinklippen in der West Bay in Dorset. Daher gilt: Unter den Klippen sollte man sich auf keinen Fall aufhalten.
Wer auf Bali unterwegs ist, sollte sich einen Abstecher auf die noch sehr ursprüngliche Insel Nusa Penida nicht entgehen lassen: puderweiße Strände, spektakuläre Sonnenuntergänge, Naturpools und geheimnisvolle Höhlentempel machen sie zum Traumziel abseits des Trubels.
Besonders beliebt – nicht zuletzt auf Instagram – ist der Strand von Kelingking, der mit seinem „T-Rex-Felsen“ für Aufsehen sorgt, der an den Kopf eines Dinosauriers erinnert. Doch so verlockend das türkisfarbene Wasser auch ist: Dieser Ort lässt sich aus der Ferne nicht nur besser fotografieren, sondern auch sicherer genießen.
Der Strand gilt inzwischen als der gefährlichste auf ganz Bali. In den vergangenen zehn Jahren kamen dort immer wieder Menschen ums Leben, meist durch starke Unterströmungen, die das Baden lebensgefährlich machen.
Erst im Juni 2024 wurde erneut eine Person von den gewaltigen Wellen in den Tod gerissen, zwei weitere wurden bei dem Vorfall verletzt. Die Brandung schlägt ohne Vorwarnung zu – und selbst seichte Uferzonen sind nicht sicher. In der balinesischen Mythologie gilt Nusa Penida als verflucht.
Die Skelettküste oder „Skeleton Coast“ im Nordwesten Namibias hat ihren Namen aus gutem Grund. Entlang der abgelegenen, kargen Küste reihen sich zig Schiffswracks aneinander. Dazu gesellen sich Knochen von Walen und Robben, die der Atlantik an Land gespült hat.
Im Laufe der Jahrhunderte sind Hunderte von Schiffen der unberechenbaren Benguelaströmung des Atlantiks, tückische Sandbänken und dem dichten Nebel in dieser Region zum Opfer gefallen – und damit vermutlich auch zahlreiche Seeleute. Denn wer es trotz Schiffsbruch an Land schaffte, sah sich mit einer gnadenlosen Wüstenlandschaft konfrontiert, in der die Chancen auf Überleben verschwindend gering waren.
Ein Großteil der Region gehört heute zum Skeleton-Coast-Nationalpark – und zieht abenteuerlustige Menschen aus aller Welt an, die das raue, unberührte Terrain hautnah erleben wollen. Doch so faszinierend die Landschaft auch ist: Die Gefahren, denen einst schon Schiffbrüchige ausgeliefert waren, sind keineswegs Geschichte.
Flache Sandbänke, dichte Nebelschwaden und heimtückische Strömungen machen Schwimmen und Segeln entlang der Küste extrem riskant, oder anders ausgedrückt: bitte sein lassen. Und nicht nur das Meer ist tückisch, auch an Land ist Vorsicht geboten. Hyänen und sogar Löwen halten sich regelmäßig an den Stränden auf. Im Mai 2025 wurde eine deutsche Touristin bei einer Safari im Nationalpark von einer Löwin angegriffen und tödlich verletzt.
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