Einige der schönsten Strände der Welt liegen in Europa – von den Sandstränden des Mittelmeers bis zu den felsigen Basaltstränden des Nordatlantiks. Doch diese herrlichen Flecken sind nicht immer so idyllisch, wie sie auf den ersten Blick aussehen. Es gibt versteckte Gefahren wie Strömungen, Steinschläge oder ein alarmierend hohes Maß an Verschmutzung.
Klicken Sie sich durch diese Galerie und entdecken Sie die unserer Meinung nach gefährlichsten Strände Europas ...
Adaptiert von Rebecca Andel
Die Boyeeghter Bay ist dank ihres kristallklaren Wassers und goldgelben Sands einer der schönsten Strände Irlands. Viele Besucher bewundern die Klippen und kleinen Meereshöhlen. Der Weg zum Strand kann jedoch beschwerlich sein und vom Schwimmen wird dort aufgrund starker Strömungen dringend abgeraten. Die Bucht hat auch den eher unheilvollen Spitznamen „Murder Hole Beach“ (Mörderloch-Strand), denn im 19. Jahrhundert stürzte dort angeblich eine Frau von der Klippe.
Oostduinkerke (Ost-Dünkirchen) ist für seine jahrhundertealte Tradition des Krabbenfischens zu Pferde (Bild) bekannt, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.
Der Strand kommt jedoch auch aus anderen Gründen in die Schlagzeilen: Während des Zweiten Weltkriegs wurde er heftig umkämpft und trotz vieler Anstrengungen, das Gelände bombenfrei zu machen, findet sich immer wieder gefährliche Kriegsmunition, die entweder entschärft oder, wie im Februar 2024, kontrolliert zur Explosion gebracht werden muss.
Katwijk aan Zee ist einer der beliebtesten niederländischen Badeorte mit breiten Sandstränden und überschaubaren Menschenmassen. Allerdings liegt er direkt an der Nordsee, was bedeutet, dass Wasserratten aufgrund der hier herrschenden Strömungen besser in Ufernähe bleiben und auch keine Schlauchboote benutzen.
Ende 2023 veröffentlichte die niederländische Regierung zudem eine Warnung: Kinder und Haustiere sollen davon abgehalten werden, Meerschaum zu schlucken, da eine belgische Studie Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS), sogenannte Ewigkeits-Chemikalien, im Wasser gefunden hatte.
Der Strand von Forum am Rande Barcelonas ist nicht wirklich der schönste, denn ein Kraftwerk mit drei riesigen Schornsteinen dominiert den Hintergrund. Dennoch kommen viele Stadtbewohner und Touristen hierher, um sich ein bisschen zu erfrischen – und das, obwohl die Europäische Umweltagentur in der Vergangenheit schon die Schließung des Strandes gefordert hatte. Die Einleitung ungereinigter Abwässer beeinflusst hier die Wasserqualität negativ. Die katalanischen Behörden wehrten sich jedoch erfolgreich gegen das Badeverbot und verwiesen auf die verbesserten Ergebnisse einer Wasseranalyse aus dem Jahr 2023.
Die Insel Barra auf den Äußeren Hebriden ist berühmt für den einzigen Flughafen der Welt, bei dem Linienflüge auf einem Gezeitenstrand landen. Die Flugpläne richten sich daher nach Ebbe und Flut. Traigh Mhor Beach fungiert dabei als Landebahn des 1974 eröffneten Airports Barra.
Demzufolge müssen Strandbesucher auch den Anweisungen des Flughafenpersonals Folge leisten. Bei Sturm wird zum Beispiel das Gelände gesperrt. Die Winde sind auch für Wassersportler gefährlich. So musste 2022 ein Kajakfahrer, der aufs Meer hinausgetrieben war, sogar von einer Flugbesatzung gerettet werden.
Das dänische Klitmøller trägt den Spitznamen „Cold Hawaii“, weil es sich vom verschlafenen Fischerdorf zum beliebten Surfspot entwickelt hat. Surfer strömen hierher, weil Nordost- und Südwinde Wellen über ein Riff aus Feuerstein und Kreidefelsen peitschen.
Sportlern wird jedoch geraten, Surfschuhe zu tragen, da ein niedriger Wasserstand über dem Riff leicht zu Verletzungen führen kann, sollten Surfer von einer Welle vom Brett geworfen werden. Wenn Wind und Wellen zu stark sind, können Schwimmer und Surfer auf zwei Süßwasserseen im Landesinneren ausweichen.
Im Sommer 2024 wurden Strandbesucher der Kanarischen Inseln durch Plakate vor dem giftigen Feuerwurm Hermodice carunculata gewarnt. Wachsende Populationen dieser fleischfressenden Art fanden sich hauptsächlich in den Gewässern nahe der Stadt Arucas auf Gran Canaria, wo sie nicht nur das lokale Meeresökosystem bedrohten, sondern durch Berührung beim Menschen auch Übelkeit, schmerzhafte Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorriefen.
Die Strände der Nordseeinsel Sylt ziehen jedes Jahr Tausende von Besuchern an, doch im Sommer 2024 warnten Schilder, dass ein Abschnitt des Hauptstrands vor Westerland nicht von Rettungsschwimmern bewacht wird. Grund: Wegen einer Abbruchkante am Strand herrschte Sandmangel und das Baden an Kanten ist gefährlich, denn vermeintlich flaches Wasser kann urplötzlich tief werden. Gäste wurden auf bewachte Badebereiche umgeleitet und daran erinnert, dass das Baden in der Nordsee immer Gefahren mit sich bringen kann.
Viele bretonische Strände sind in den letzten Jahren massiv von Algen befallen worden. Hauptsächlich geht es dabei um einen einheimischen Meersalat, der sich aufgrund erhöhter Nitratkonzentrationen im Wasser unkontrolliert ausbreitet. Düngemittel der Landwirtschaft werden für das Problem verantwortlich gemacht.
Beim Zerfall der Alge wird dann Schwefelwasserstoff freigesetzt, der zum Beispiel Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen kann. Sogar der Tod von Tieren und vereinzelt auch von Menschen wird mit dem Algenproblem in Verbindung gebracht. Die Behörden arbeiten daran, die Plage in den Griff zu bekommen, und sperren den Strand von Saint-Michel-en-Greve des Öfteren.
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Supertubos, südlich von Peniche gelegen, ist bekannt für eine der besten Wellen in Europa und zieht mit dem Wettbewerb „Rip Curl Pro Portugal“ jeden Frühling Surfer aus der ganzen Welt an. Die Supertubos-Welle entsteht, wenn eine kräftige westliche Dünung auf die Sandbank des Hauptstrandes von Peniche trifft und lange, schnelle, Wellen erzeugt. Diese bilden eine spektakuläre Röhre, mit der nur fortgeschrittene Surfer umgehen können. Außerdem gibt es sehr starke Strömungen und der Riffboden kann bei Unfällen zu Verletzungen führen.
An den Stränden der drei Städte Danzig, Gdynia und Sopot wurden im Sommer 2024 die roten Flaggen gehisst und Badestellen geschlossen, weil sich dort aufgrund des Wetters Blaualgen unkontrolliert vermehrt hatten, die Erbrechen, Durchfall, Augenreizungen und Fieber hervorrufen können. Jetzt sind die Algen zwar wieder verschwunden, aber in der Vergangenheit sind sie bereits des Öfteren zur Plage geworden. Badegäste sollten sich bei einem Besuch also auf jeden Fall über die gegenwärtige Wasserqualität informieren und gegebenenfalls örtliche Hinweise beachten.
Der Strand von Myrtos auf der ionischen Insel Kefalonia gilt dank seines stahlblauen Wassers, der strahlend weißen Kieselsteine und abgeschiedenen Lage als einer der schönsten Strände Griechenlands. Allerdings ist die Insel auch für ihre Stürme sowie die manchmal starken und unberechenbaren Unterströmungen bekannt, die Schwimmen gefährlich machen können. Zum Strand führt eine rund zwei Kilometer lange Schotterpiste bergabwärts und die Hänge rund um die Bucht sind seit einem Erdbeben im Jahr 2014 recht anfällig für Steinschläge und Erdrutsche.
Millionen Sonnenhungrige strömen seit langem nach Málaga an der Costa del Sol. Abgesehen von den vielen Touristen gibt es leider aber auch immer mehr Quallen, die von der Strömung angespült werden und nur schwer zu erkennen sind. Flaggen am Strand zeigen deshalb an, ob das Schwimmen gefährlich ist oder nicht – flattert die rote Flagge im Wind, sollte man besser nicht ins Wasser gehen.
Im Jahr 2024 waren die Quallen dank ungewöhnlicher Westwinde kein massives Problem. Eine ganz andere „Gefahr“ für Touristen sind jetzt aber saftige Geldbußen, die im Falle von schlechtem Benehmen verhängt werden.
Der Plage de La Gravette im französischen Riviera-Badeort Antibes ist dank seiner Lage an der Stadtmauer wunderschön. Die Europäische Umweltagentur bewertet die Wasserqualität jedoch seit Jahren entweder als „schlecht“ oder „ausreichend“, da das Wasser in der Bucht nicht gut zirkuliert. So mussten die Behörden im Juni 2023 das Schwimmen verbieten, nachdem eine hohe Konzentration von Enterokokken-Bakterien gefunden worden war. Die Wasserqualität hat sich seitdem glücklicherweise wieder verbessert.
Der norwegische Uttakleiv-Strand ist bekannt für sein berühmtes „Drachenauge“, ein Felsloch, das einem Reptilienauge ähnelt, vor rund 20.000 Jahren entstanden sein soll und am besten bei Ebbe zu sehen ist. Aber jedes Jahr strömen insbesondere zwischen November und März auch Menschen hierher, um das einzigartige Naturschauspiel der Nordlichter zu beobachten. In die Fluten stürzt sich jedoch niemand, da das Wasser hier immer extrem kalt ist – oftmals hat es nur neun Grad Celsius oder sogar weniger, was bei Schwimmern zum Kälteschock führen kann.
Reggio Calabria ist eine geschäftige Hafenstadt in Süditalien, von der viele nach Sizilien übersetzen. Jeden Sommer gibt es hier entlang eines zwölf Kilometer langen Küstenabschnitts ein Badeverbot. Grund dafür ist die schlechte Wasserqualität, die auch von der Europäischen Umweltagentur seit Jahren kritisiert wird.
Im Jahr 2019 mussten Kinder ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem sie sich beim Baden Infektionen eingefangen hatten. Wer ins Wasser möchte, sollte also lieber auf Nummer sicher gehen und in den malerischen Fischerort Scilla fahren, wo das Wasser sauberer ist.
Die Morecambe Bay an der Nordwestküste Englands birgt viele Gefahren für Besucher – die Gezeiten wechseln schnell und es gibt Priele, Treibsand und Schlickfelder, in denen man leicht steckenbleiben kann.
In der Vergangenheit kam es an diesem Strand schon zu tragischen Todesfällen, als Menschen von der Flut überrascht wurden und ertranken. Trotzdem scheinen sich Besucher der Gefahren oftmals nicht bewusst zu sein. Im Jahr 2024 mussten allein an einem langen Wochenende mehr als 50 Menschen aus dem auflaufenden Wasser gerettet werden.
Dieser Strand, auch „Möwenklippe“ genannt, liegt an Kroatiens istrischer Küste und ist berühmt für seine Seehöhle, in der Fledermäuse und Mittelmeerrobben leben. Doch die Popularität der Höhle wird dem Gebiet nun zum Verhängnis, da die Menschenmassen und der ständige Zustrom von Kajakfahrern und Stehpaddlern das lokale Ökosystem bedrohen und die Klippen beschädigen.
Auch haben sich schon mindestens ein Dutzend Menschen bei Sprüngen von den Klippen verletzt – einige davon schwer. Die Behörden planen nun, bestimmte Küstenabschnitte sicherheitshalber einzuzäunen.
Die Jurassic Coast (Juraküste) ist Englands einzige UNESCO-Weltnaturerbestätte und berühmt für ihre Felsen und Fossilien. Allerdings ist dieses wunderschöne Gebiet auch sehr anfällig für Küstenerosion. So kam 2012 ein 22-jähriger Tourist auf tragische Weise durch herabfallendes Gestein ums Leben. In anderen Fällen kam es „nur“ zu Krankenhausaufenthalten.
Im Jahr 2021 stürzte gar ein 300 Meter langer Küstenabschnitt auf den darunterliegenden Strand – es handelte sich dabei um den größten Felssturz Großbritanniens seit 60 Jahren. Im Oktober 2024 fielen dann tonnenschwere Felsbrocken auf den Strand bei West Bay.
Der Strand von Nas auf der griechischen Insel Ikaria im Ägäischen Meer ist für seine Schönheit bekannt – wird manchmal aber auch als „der gefährlichste Strand Griechenlands“ bezeichnet.
Er liegt auf der Nordseite der Insel in der Nähe des Dorfes Armenistis und ist vor allem bei Nudisten und Wildcampern beliebt. Schwimmer sollten sich jedoch der starken von Nordwinden aufgepeitschten Wellen und Strömungen bewusst sein, die Menschen auf Felsgestein spülen oder ins Meer ziehen können. Vorsicht ist auch geboten, wenn man den steilen, felsigen Weg zum Strand hinabgeht.
Camber Sands liegt an der Küste von East Sussex und ist einer der idyllischsten Strände Englands – kilometerweit goldgelber Sand, Dünen und nur wenig Besucher. Der Strand ist aber auch für seine Sandbänke sowie schnell wechselnden Gezeiten bekannt, die Menschen ruckzuck den Weg zurück an Land abschneiden können. Tragischerweise ertranken hier im Jahr 2016 insgesamt sieben Menschen, darunter fünf Freunde an nur einem Tag. Am Strand sind jetzt Rettungsschwimmer im Einsatz, aber Besucher werden trotzdem gebeten, vorsichtig zu sein.
Praia do Norte im portugiesischen Nazaré ist weltweit bekannt für seine riesigen und wilden Wellen – der deutsche Surfer Sebastian Steudtner stellte hier im April 2024 einen neuen Weltrekord für die größte jemals gesurfte Welle auf. Sie hatte eine Höhe von 28,57 Meter und Steudtner schlug damit seinen eigenen Rekord von 26,21 Meter, den er am gleichen Strand aufgestellt hatte.
Wellen so hoch wie zehnstöckige Gebäude krachen mit enormer Wucht ans Ufer, weil eine tiefe Unterwasserschlucht Wassermassen nach oben drückt. Hier sollten definitiv nur Profis ins Wasser gehen.
Der Reynisfjara-Strand ist weltberühmt für seinen schwarzen Sand, der entstand, als die glühende Lava des Vulkans Katla auf das kalte Wasser des Atlantiks traf. Viele Besucher kommen hierher, um die Basaltfelsen, die sogenannten Trollzehen, zu sehen. Man sollte dabei jedoch nicht zu dicht ans Wasser gehen und die Ratschläge der Einheimischen ernst nehmen, denn der Strand ist bekannt für seine kräftigen und unberechenbaren „Sneaker“-Wellen, die Besucher jederzeit treffen können.
Der letzte Todesfall ereignete sich im Jahr 2022, als ein Tourist ins Meer gespült wurde.
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